Archiv für den Monat: Juli 2010

So ein Pech!

Nachtrag zur Frankreich-Tour. Die Spitzenentscheidung geht also in eine weitere Runde: Am Samstag bei Jale!

(Das Foto ist ausnahmesweise ist nicht von uns, sondern abgescannt, Fotograf unbekannt)

Schwoof uff´m Kelterfescht

Letztes Wochenende waren wir mal wieder in Hohenlohe – mit dem „Eschelbacher Kelterfest“ als Highlight. Das ist das Weinfest meines kleinen Dorfes (und das von Inge) – veranstaltet vom Männergesangsverein „Liederkranz“. Es findet in der historischen Kelter statt. Für unsere Freunde in Harxheim ist dieses Weinfest natürlich lächerlich klein. Kicherkicher. Auch ein Wettkampftrinken  „Eschelbacher Schwobajörgle“ gegen den „Harxheimer Donnergurgler“ (oder wie heißt der eigentlich??) kann nicht statt finden, weil „unsere“ Weingenossenschaft sich mit Haut und Haaren hat einverleiben lassen – und die edlen Tropfen fließen nun in dieses unsägliche Genossenschaftsgesöff…

Wir haben darauf verzichtet, abends aufs Weinfest zugehen, bei „Tanz und Musik“. Auf Fragen wie „Ha Gudruuun, wohnsch immer noch in Schtuagard droba? Gell du hasch koone Kinder? Awwer verheiratet bisch noo?“ hatte ich keine Lust – zumal mich diese Fragerei jede 5 Meter trifft.

Am Sonntag sind wir dann hin, erstmal um Göggele fürs Mittagessen zu holen. Dann hab ich die Käsesahnetorte meiner Mutti fürs Buffet abgeliefert, um gleich darauf 5 Stückle wieder zurück zu kaufen – neben 8 weiteren Kuchenstückle. Ja, so läuft das auf dem Land. Das ist ja eh das Beste: die Landfrauenkuchen!! Und schließlich haben wir beim Gummistiefelweitwurf zugeschaut. Ein richtig entspannter Nachmittag eben.

Tarte à la maison

Die „Boulangerie des Tilleuls“ ist eine wunderbare Adresse in Faucun! Die Bäckerei backt nur Brote und Tartes – je nach Saison. Ein wunderbarer Duft, wenn man den Raum betritt. Am liebsten möchte man sofort von allen Kuchenblechen naschen. Faucun selbst ist übrigens ein sehr nettes Bergdorf in der Drome Provencale, neben der Boulangerie gibt es in Faucun bzw. dem Nachbarort Puymeras ausgezeichneten Cotes du Rhone Wein.

Wir waren mittags oft in der Boulangerie für die Plat du Jour z.B. Lamm mit Bratkartoffeln oder eine der oberleckeren Tartes mit Salat und etwas Paté – und dann geniessen unter dem Dach der Kastanienbäume. Abschließend noch eine süsse Tarte citron oder mit Aprikosen, Kirschen, Pfirsichen – und nochmal eine Tarte eingepackt zum Mitnehmen! Von Jean und Catherine haben wir später erfahren, dass diese Bäckerei als die Beste in der Region gilt – zurecht. Mensch, es wird Zeit, mal wieder eine Tarte zu backen!

These Boots Are Made For Walkin

In Buis les Baronnies, der heimlichen Hauptstadt der French Freaks, home of the Hippies,  gibt es doch tatsächlich einen Laden, der noch handgefertigte Stiefel verkauft.

Ich mußte sofort daran denken, wie die Truppe damals nach Aix en Provence gefahren ist um Rolands Bruder einen Besuch abzustatten.

Die Jungs und Mädels kamen alle sämtlich mit Stiefeln an den Füßen zurück. Die waren damals ein absolutes Muß. Ich glaube man hat sie  sogar barfuß angezogen.

Ich bin nicht dabei gewesen – leider, und weiß heute gar nicht mehr warum.

Gerne hätte ich auch solche coolen Treter gehabt, die waren Kult.

Ich habe mir später dann so Gesundheitstreter gekauft. Solche, wo man mit der Ferse tiefer steht als mit den Zehen. Das sei gesund, weil doch der Fuß im Sand hinten tiefer einsinkt als vorne. Man geht da also tendenziell immer etwas bergauf, was irgenwie auch anstrengt. Ein Schuh mit Philosophie also. Irgend so ein Hopi-Indianergesabbel war bei der Marketingstrategie der Schuhverkäufer auch noch mit dabei. Die Schlappen gibt es aber immer noch (roots).

Die hangefertigten Stiefel aus der Provence, die man sicher erst noch 8 Wochen lang einlaufen muß,  sind dagegen einfach nur „arschcool“.

Vielleicht hat ja das Paar von Roland bei seiner guten Pflege die Jahre überlebt.

Chez Catherine & Jean

Vielleicht interessiert es Euch ja, wo wir untergebracht waren in der Drome Provencale. Nun, da wir kein Appartment gefunden haben, waren wir in drei unterschiedlichen chambre d´hotes untergebracht – alle in der Nähe von Nyons.

Am Allerschönsten war unsere erste Station bei Catherine & Jean in ihrem Haus „Les Grands Pres“ in Piegon. Das ist ein kleines Nest, das oberhalb von Mirabel-aux-Baronnies liegt bzw. etwa 10 km von Nyons entfernt ist. Die beiden sind ein Künstlerehepaar, irgendwas zwischen 60 und 70 Jahren alt, die neben ihrem Appartment in Paris hier einen Traum für sich realisiert haben. Jean hat hier auch ein Atelier und eine kleine Galerie. Wir haben uns unglaublich wohl gefühlt bei den beiden und wären gerne den Rest des Urlaubs geblieben, aber sie hatten ihr Haus nach uns komplett vermietet in der übrigen Ferienzeit. Sie selbst haben sich für diese Zeit dann einen Campingbus gekauft und machen nun eine Tour durch Frankreich, um Neues zu entdecken. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja nach Stuttgart?! Das wäre sehr schön.

Da wir für die Folgetage keine Übernachtung gefunden hatten (die Ferien in Frankreich hatten just begonnen. Abgesehen davon tourte die Tour de France durch die Gegend!), haben wir Dank der Putzfrau von Catherine & Jean einen neuen Platz gefunden im Centre artistique, auch bei Piegon.

Dort verwalten in einem burgähnlichen Ensemble zwei Frauen (Mutter & Tochter) das Erbe des verstorbenen Mannes bzw. Vaters. Sehr morbide alles. In unserem Zimmer stand eine Kirchenorgel! Wir haben uns gefühlt wie Hänsel & Gretel. Nach zwei Nächten sind wir dann geflüchtet.

Und sind in der „Ville des Poetes“ gelandet, diesmal westlich von Nyons, bei Micheline, auch ein unglaublich nette Madame!

Ja doch, es war der richtige Zeitpunkt für eine Architektenvilla mit großen Swimming Pool, weitem Blick über die Landschaft. Und immer den Mont Ventoux im Blickfeld. Dort haben wir dann auch Mathias und Kathrin aus Cuxhaven kennen gelernt, aber das ist eine andere Geschichte…

Andere Chambre d´hotes in der Drome findet ihr zum Beispiel über dieses beliebte Portal.



Wo es rauf geht

… da geht es auch wieder runter.

onda_road_2010

Das ist das Schöne an der Sache.  Es ist schon eine ziemliche Quälerei immer wieder von einem Pass zum nächsten zu kacheln.

Auf der Passhöhe wird man jedoch zumeist für die Anstrenungen entlohnt. Da zeigt sich schon mal der Mont Blanc von seiner schönsten Seite oder die Casse Déserte auf der Südseite des Izoard leuchtet in der Abendsonne.

Das Rendevouz mit der Liebsten in der Provence nach einer Woche schwitzen und radeln war dann aber doch der eigentliche Höhepunkt.

Bar des Amis

Hallo friends, wir sind wieder da!!! Glücklich, erholt, beschwingt. Hach, ich würde Euch gerne hier so viel erzählen, von so vielen Eindrücken und  Erlebnissen! Am schönsten wäre es jetzt, beisammen zu sitzen bei einem feinen Glas Wein an diesem lauen Sommerabend…

Nun, dann wenigstens ein paar Eindrücke – heute beginnend mit der Antwort auf meinen letzten Post: wie wir die Fussball-WM im fussball-entzauberten Frankreich verbracht haben: in der „Bar des Amis“! Das mag auf den ersten Blick kalter Kaffee sein, aber das waren so herrlich schöne Abende und sie passen so gut hierher, dass ich Euch darüber einfach erzählen muss.

Die „Bar des Amis“ liegt mitten im Herzen in Mirabel-Aux-Baronnies, an der einzigen Hauptstrasse, die durch den Ort führt. Gegenüber das „Café de France“. Es ist eine Szenerie wie für einen Film gemacht. Mirabel ist nicht gerade das touristische Highlight in der „Drome provencale“ (Das ist die Region nördlich der Provence, in der wir die letzten 10 Tage waren.) Aber wohl auch dadurch ist Mirabel sehr entspannt und unaufgeregt. In den Abendstunden ist die „Bar des Anmis“ der Treffpunkt des Ortes, der Name ist Programm. Immer dieselben Menschen aus dem Ort: Jean-Claude mit dem herzlichen Lachen, Pascal, Christine die schon mal in Düsseldorf gearbeitet hat, der Maler der in Bremen geboren ist, die beiden Schweizer die schon seit 20 Jahren hier leben und völlig assimiliert sind, und und und. Wer Hunger hat, holt sich noch eine Pizza vom Pizzawagen. Es gibt Wein und Bier de la maison. Und los gehts. Die Französische Fussball-Nationalmannschaft? Nein, die spielen ab sofort Monopoly. Aber die deutsche Mannschaft sei ganz toll – Müller, Özil… trés bien…

Am Abend des Endspiels Spanien-Holland packt jeder auf die Tische, was er dabei hat: die beiden Wirtsleute holen leckere Paté und Bauernbrot, es gibt verschiedene Tartes, wir holen unsere oberleckeren Oliven de Nyons aus dem Auto. Pascal kommt an diesem Abend mit blonder Perücke und spielt einmal Frau Antje, ein andermal Lady Gaga. Jean Claude und die anderen haben sich auf Spanien eingeschwenkt mit roter Bemalung im Gesicht und Olé-Gesängen. Jeder wird mit bisous umarmt, so dass am Ende alle in spanischer Kriegsbemalung an den Tischen sitzen. Wir schwatzen und lachen soviel, dass ich kaum was vom Spiel gesehen habe. Die Holländer gegenüber im „Café de France“ finden das vermutlich alles nicht so lustig, verbrüdern wollen sie sich auf alle Fälle nicht mit uns. Schade eigentlich, dann hätten sie auch noch einen vergnüglichen Abend gehabt.

Zum Schluss können Jean Claude & Co. sogar mein Vornamen fehlerfrei aussprechen, das hab ich im Ausland noch nie erlebt. Wir sollen unbedingt wieder kommen. Irgendwann machen wir das auch. Ich bin überzeugt davon, dass wir sie alle dann wieder dort antreffen werden – als wäre die Zeit still gestanden.

Westcoast, what else??

Joop, das war mal wieder Zeit, auch hier – der Michel hat gefehlt –

ABER im Neuseelaendischen Winter ist hier gut fischen. Wir sind um 5 Uhr morgens los und waren (noch im Dunkeln) auf dem Wasser und haben uns dann vorsichtig aus der Bucht in der Westkueste hinaus auf den offenen Pacific gewagt.

Fischtechnisch war an diesem Tag Tarakihi the prime target (wir hatten 11 schoene Exemplare). Super toller Fisch – extrem gut zum Raeuchern – was ich auch getan habe. Des Weiteren haben wir mit Haien herumgebloedelt – den Grayboy, den ich hier in den Armen habe, waere in super guter Speisefisch, ABER der hatte 9 kg und meine Gefiertruhe ist schon voll, also habe ich ihm noch einen schoenen Tag gewuenscht und Ihn wieder vorsichtig ins Wasser entlassen.

Harxheim: Klasse alter Laden macht neu auf !

 

 

Überregional bekannt waren, und legendär sind sie immer noch – obwohl sie mittlerweile ca. 7 dunkle Jahre geschlossen waren: Die Harxheimer Weinstuben. Wir sind früher oft aus Mainz rausgefahren um hier in einem fast schon zu romantischen Ambiente ganz ganz gut und ganz ganz entspannt zu essen und zu trinken. Nicht nur wir. Inzwischen sind wir selbst in Harxheim gelandet und haben mit geselligen Nachbarn schon manchen trinkfreudigen Abend darüber rumschwadroniert, wer von uns selbst oder welche unserer Kinder für den Wiederaufbau und die Bewirtschaftung  eines solch klasse Ladens geeignet wären. Wir hatten schon einen Plan, wie die Kinder entsprechend der jeweiligen Stärken, Schwächen und charakterlichen Disposition für die diversen Aufgaben in Küche, Service, Finanzen, Weinauslese, Gästeentertainen  einsetzbar wären. So sind sie später nicht so weit weg, hätten eine gesellschaftlich zunehmend anerkannte Aufgabe, und wir Eltern könnten dort unser Altenteil am Stammtisch abhocken…“  Schließlich wäre es doch einfach eine Schande, dass die Weinstuben nun schon so lange unbewirtschaftet…etc.etc.pp.“ Abgesehen davon, dass die Kinder wohl eh nicht mitgemacht hätten (kennt man ja) und von uns möglicherweise auch nicht die ausreichenden Kochgene mitgekriegt haben, sind sie jetzt anscheinend von dieser fiesen Erblast erlöst : Die Gerüchteküche brodelte schon lange, die Anzeichen verdichteten sich,  die Spatzen pfiffen es schon von den Harxheimer Dächern und heute steht es in der Zeitung, juchu: Die (franz.)  Altbesitzer, die inzwischen ein gut gehendes Restaurant in Hochheim führen, haben sich entschlossen, die Harxheimer Weinstuben wiederzubeleben. Das ist aller Ehren Wert und verdient unser aller Zuspruch und Applaus ! Frank vom Weingut der Stadt Mainz ( http://www.weingut-mainz.de/) und die anderen ortsansässigen Winzer und Köche(http://www.harxheim.de/alter-gutshof/)  müssen sich voraussichtlich etwas wärmer anziehen. Aber wie wir Frank kennen, wird er es sportlich sehen und wissen, dass Konkurrenz  das Geschäft belebt, vor Trägheit schützt, und aus ehrlichen Konkurrenten oft die wirklich guten Freunde werden.  Wir freuen uns auf ganz viele Abende zu Zweit und zu Vielen bei lecker Essen rhoihessisch-elsässisch und froschschenkelfrei. Kommt uns besuchen!

Das Beste: Die Weinstuben sind in Babyphon-Reichweite.

Vive la France!

Mennooh, jetzt wollte ich euch eigentlich einen netten Abschiedsbeitrag schreiben, und jetzt reichen nur ein paar atemlose Zeilen, weil ich eigentlich schon längst weg sein wollte – Richtung Drome Provencale – Richtung mon amour!! Dort werden wir das Halbfinale und natürlich auch Finale anschauen müssen – und hoffen dass a) überhaupt noch jemand in Frankreich Fussball guckt und b) wir uns als des Alemands outen dürfen, sonst wirds unlustig!

Wir werden die nächsten 10 Tage sicher wenig hier posten können, werden aber bestimmt mal in einem Internetcafé hier vorbei schauen. Und alles andere berichten wir später.

Macht einfach weiter – ohne uns! Bonne chance.