Archiv für den Monat: März 2011

Ausgestopft in Stuttgart

Schau mal Esther, vom Haus des Waldes wollte ich Dir ja eh schon längst ausführlicher erzählen (aber wir sehn uns ja nie!): bei uns gibts auch ausgestopfte Tiere! Das Haus des Waldes liegt am Waldrand in Degerloch, also da wo der Fernsehturm ist. Sehr nett für kids jeden Alters.  Besonders reizend finde ich diesen ausgestopften Fuchs, der als Staubsauger über den Parkett wienert, von einem kleinen Roboter gesteuert. Den hätten Eure Kinder bestimmt auch gern – ganz abgesehen von uns Hausfrauen 😉 Aber es gibt auch Hasen, Vögel, Mäuse etc. zum Streicheln. Und wenn man Lust hat, kann man sich als Erwachsener auch noch als Erklärbär verdingsen und seine Kinder über Themen wie Klimawandel, Waldrodung und Umweltverschmutzung aufklären. Oder einfach die kids spielen und asuprobieren lassen.. Na…??!!

Nachtrag: und wenn wir schon bei Tieren sind, hier zwei herrliche Videos: zum einen mit einem etwas depressiven Bär, und dann noch – Achtung, Paula! – ein wirklich famoser Pinguin. (Wurde alles längst auch von Andi gepostet, aber hier nochmal…)

 

Naturhistorisches Museum Mainz

Wenn man „Ausstopfen“ sagt, werden sie sauer. Die Präparatoren im nhm. Wir lernten bei der Nachgeburtstagsfeier von Nora am Samstag, dass Präparator ein Beruf ist, für den man lange studieren muss. Ich dachte ja auch – na ja, ausgestopfte, eingestaubte Viecher – das riecht nach Holzwolle und Schlimmeren. Aber ich kann auch in meinem  Alter noch dazulernen. Die Präparatoren verstehen ihre Kunst – Wunderwunderschön sahen sie aus: Hase und Igel und Fledermaus und Fasan und Bär und Maulwurf und … (das nhm hat ALLES). Ganz lebendig wirken sie – nur wie vom Aschenputtelzauber plötzlich erstarrt in ihrer natürlichen Umgebung . Und sie laufen halt nicht weg,  sondern man konnte sie ausführlich betrachten, studieren und  wir durften im Streichelzimmer sogar anfassen. Wie weich sich so ein Fuchskind anfühlt. Alle waren fasziniert und überraschenderweise auch ein bißchen ehrfürchtig. Klar, dass hier viele Kunststudenten zum Zeichnen und angehende Förster rumsitzen. Und Menschen, die die besondere Atmosphäre genießen.
Noras Wunsch war ja Tierbabies, aber das nächste Mal steigen wir mit dem Wollnashorn (das wurde quasi in Mainz gefunden) und beim Thema Evolution ein.

Und Danke Ihr Tiere, dass Ihr da jetzt so artig rumsteht und die native-digital-kids lehrt wie schön Ihr seid!

PS: Kennt jemand Polly Morgan? http://pollymorgan.co.uk/

Hochspannung im Ländle

… und vielleicht auch mit neuer Regierung? Und vor allem welchem MP?

Morgen ist überall in der Stadt Wahlparty. Wer weiß vielleicht gibt es ja auch noch einen Autokorso?! Wir werden bei Scho´s Wahlparty feiern (hoffentlich).  Aber die Meenzer gehen ja auch wählen, gelle? Ihr Kurt ist ja mit 16 Jahren Amtszeit auf dem Buckel ein Landesvater – mit echten Aussitzerqualitäten. Ist aber auch kein Wunder, wenn man 17 (!) Rosenmontagszüge in vorderster Reihe mitgemacht hat bzw. über sich ergehen lassen musste. Das macht hart.

Französischer Mistkratzer für Monsieur

Gestern war der Tag, um Michels Killerviren vollends auszutreiben mit: einem Hühnerfrikassee! Nach dem Motto „Mens sana in corpore sano.“ Vor allem tut das aber seiner Seele gut. Nun, wie Ihr seht, habe ich dazu weder Mühen noch Kosten gescheut. Jetzt musste nur noch ich meinen Teil dazu tun, damit das Tier nicht umsonst gestorben ist. (Ich bin ja übrigens nicht in der Lage wie meine Mama so ein Tier zu schnappen, mit der linken Hand, den Hals auf einen Holzklotz zu biegen während es zappelt und schreit, und dann mit der rechten das Holzbeil zu schwingen…. Aber ich bin ja auch nicht auf der rauhen Alb aufgewachsen, sondern in der „schwäbischen Toskana“.  Aber das alles ist eine andere Geschichte….)

Das Ergebnis seht ihr nun hier, gekocht und verschmaust mit den Jungs von oben. Übrigens habe ich beim Kochen die Pfeffer-Mühle mit der Kardamonmühle verwechselt. Aber so entstehen ja oft Rezepte, die in die Geschichte der Kulinarik eingehen… Lecker war es!

* Da wir während der Fastenzeit auf „low carb“ sind (aber erst ab 18 Uhr ;-)), gab es statt Reis Brokkoli-Gratin.

Und hier nun das Rezept, das auf Lafer beruht, aber immer irgendwie etwas abgewandelt wird.

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Coole Mucke mit hübschen Muckis

Usch, Lynn und mich hat beides gleichermaßen beeindruckt, würde ich sagen. Gelle?! Klaus und Michel haben sich darüber heute am Telefon beraten -von Mann zu mann eben. Mehr kann ich dazu hier im halb-öffentlichen Raum nicht erzählen…

Auf alle Fälle war das gestern ein richtig geiles, supertolles Konzert mit Trombone Shorty in der Röhre in Stuttgart (diese Stuttgarter Institution im Wagenburgtunnel wird ja Stuttgart 21 zum Opfer fallen!) Dieser Typ ist 1986 in New Orleans geboren, spielt aber Posaune und Trompete wie ein alter Hase!

Warum gehe ich eigentlich mittlerweile so selten auf Live-Konzerte?! Muss ich dringend ändern.

Eine Videomitschnitt von gestern hab ich (noch) nicht gefunden. Aber hier zwei gute Links: Einmal ein Kurzvideo inkl. Interviews und hier ein Live-Mitschnitt. Hier sind seine Tourdaten, allerdings spielt er nur noch drei Konzerte in Deutschland bevor es weiter geht nach Athen.

Diese Benefiz-Session hier mit Lenny Kravitz, Trombone Shorty & Friends finde ich auch richtig gut.

Zurück in die Zukunft?

Wann waren wir zuletzt auf einer Anti-Atomkraft-Demo? Ich schätze vor so etwa 25 Jahren. Meine Güte! Dabei ist dieses Thema ja eigentlich noch wichtiger und brisanter als Stuttgart 21. Vermutlich hätte ich am Samstag wieder gute Argumente gefunden, mich nicht der Anti-Atom-Kette anzuschließen und „die Anderen“ wieder vorzuschicken. Aber spätestens mit den Nachrichten aus Japan war es unmöglich, einfach nach Hohenlohe zur nächsten Geburtstagsparty zu düsen. Außerdem ärgert mich seit Monaten diese Berichterstattung wie z.B. dieser WELT-Artikel über die „Dagegen-Republik“ und „Protest 2.0 Gesellschaft“ maßlos. Sie negiert dass es den meisten Menschen, die auf die Straße gehen, um die Inhalte geht. Es flammt zwar schon ein bisschen Nostalgie-Gefühl auf, wenn ich diese alten Symbole sehe, aber im Kern hat dies ja nichts mit Nostalgie und Revival zu tun. Vielmehr sind die Themen leider aktueller denn je – und das eben seit nun bald 40 Jahren.

Es hat übrigens geklappt mit der 45 km langen Kette zwischen Neckarwestheim und der Villa Reitzenstein, dem Amtssitz von Mappus. Ich hätte ja gerne Paula und Theo mitgenommen (natürlich auch die Kids aus Meenz, Takaka oder Buoch oder Rutesheim und und und!), sozusagen als politische Früherziehung. Nun ja, es wird sicher ein nächstes Mal geben, steht zu befürchten.

„Warum haben die eigentlich alle eine Tüte dabei?“

Das war die Super-Outing-Frage von Paula am heutigen Faschinsdienstag!!! Anscheinend scheint Mittelfranken ein noch größeres Niemandsland hinsichtlich des närrischen Treibens zu sein als Stuttgart.

Zum zweiten Mal in meinem Leben hab ich mich also – mit Michel und Paula und ca. 220.000 anderen Narren – in den Stuttgarter Fasching geworfen sprich: mich am Strassenrand aufgestellt für den Faschingsumzug. In Stuttgart ist dies ein Mix aus alemannischer Narrentradition, rheinischem Jeckentum und eben dann halt noch Fasching wie wir ihn aus Kindertagen kennen. Mit Indianer, Polizisten, Darth Vader und vielen Prinzessinnen. Erotische brasilianische Elemente sind leider nicht dabei – ah doch, ein paar Junx, die sonst beim CSD aufm Umzug sind, machen auch schon mal beim Fasching mit. Immerhin war schönstes Frühlingswetter.

Während Michel sich in die hintere Linie zurückzog, musste ich mit der 7-jährigen Paula in die Nahkampfzone Straßenrand. Also da wo all die anderen Mütter oder Väter mit ihren Kindern um das Recht der ersten Reihe streiten. Und zwar andauernd!! Ich habe – betont relaxed – die Kleine vorgeschickt und mich auf einen Beoachtungsposten in die dritte und vierte Reihe zurück gezogen. Das ist aber auch nicht besonders erholsam weil man in der wogenden Masse ständig aufpassen muss, dass man nicht den (Sicht-) Kontakt verliert. Gnade Gott. (Ich weiß das noch bis heute als ich mal auf dem Canstatter Wasen verloren gegangen bin und dann ausgerufen werden musste.) In der zweiten Hälfte tauchten dann aber noch diverse türkischen Mamas – kaum größer als die kids aber mit einem Kampfgewicht von um die 100 kg – in der erste Reihe auf…

Die Ausbeute von Paula war übrigens miserabel: 6 Bonbons und 1 Trillerpfeife nach 1 1/2 Stunden! „Nie wieder!“ hat sie geschumpfen, als sie zurück kam. Naja, sie hat wirklich keine Erfahrung. Aber als dann Michel und ich unsere Jackentaschen geleert haben, hat sie wieder übers ganze Gesicht gestrahlt!

Von Beruf: Klangerfinder.

Das ist doch toll, oder?

Wir waren mal wieder bei einer Veranstaltung des aed in Stuttgart im Kunstmuseum. Der aed ist ein junger, sehr engagierter Verein, der interessante Veranstaltungen rund um Architektur, Design & Co. macht (so wie zuletzt die im Kindermuseum). Ich höre/entdecke immer was Spannnendes, Neues, Überraschendes – und das macht einfach Spaß, jenseits vom trögen Alltag.

Diesmal ging es um das Thema „Sounddesign“, wobei der Begriff sehr weit gefasst wurde: vom Klangdesigner Martin Donner, der das Tanzstück „popoea/popea“ für das Balletensemble Eric Gauthier komponiert hat – ein Mix aus Monteverdi, Popmusik und im Computer designte Klänge. Ziemlich schräge Musik war das – in meinem Ohren. Dann der Mitbegründer des Stuttgarter Jazzclubs „Bixx“ Mini Schulz, der uns am Beispiel seines Kontrabasses Sounddesign erläuterte. Ein unglaublich empathischer Typ, der sich in der Kinder- und Jugendarbeit leidenschaftlich engagiert. Und schließlich Florian Käppler, der seinen Job und seine Firma Klangerfinder nennt. Die haben z.B. für die EXPO 2010 in Shanghai den deutschen Pavillon klangtechnisch bespielt. Oder für AUDI das Sounddesign entwickelt oder derzeit einen der Räume des Mercedes Benz Museums soundmäßig gestaltet. Außerdem hat dieser junge Typ einen neuen Studiengang Sounddesign ins Leben gerufen. Meine Güte.

Unterm Strich wurde deutlich, dass die unterschiedlichen Disziplinen aus tradierter (Orchester-) Musik und Komposition, dann die Computerleute bis hin zu den Nerds und schließlich die Multimediatruppe, die verschiedene Medien zusammen bringen, teilweise Welten trennen. Da gibt es Musiker, die können im Grunde keine Word-Dokument öffnen und es gibt kids, die haben noch nie einen Orchestermusiker spielen sehen – die fragen dann beim ersten Mal nach wo der geile DJ denn steckt. Echt wahr.

Viele Musiker mit einer rein „klassischen“ Ausbildung haben oft wenig Verständnis für die Sound- oder Klangdesigner. Liegt aber auch daran dass diesen neuen Aspekte nicht in der Ausbildung integriert sind. Interessanterweise ist Sounddesign wiederum gar nicht wirklich neu. Unsere Noten-Notation und darauf basierende Musik gibt es praktisch erst seit dem Mittelalter. Mit den Klangdesignern besinnt man sich sozusagen wieder auf die alten Griechen, die auch in Klängen / Sound Musik komponoiert haben. Die „Musik“ der Sounddesigner lässt sich umgekehrt meist gar nicht in unserem Notationssystemen fassen. Hach, ist das schwierig zu schreiben, als Laie auf diesem Gebiet. Eigentlich ziemlich dilettantisch.

Pfff, das war jetzt ganz schön viel Bildungs-Blabla, gell? Nun ja, ihr könnt ja wegklicken 😉 Oder sich abschließend amüsieren zum Thema Sounddesign mit diesem kleinen Clip.

Heile Welt ade

Wie seltsam es ist, auf der Couch zu lümmeln und die Bilder des zerstörten Christchurch flimmern über die Mattscheibe. Wir haben die letzten Wochen viel an Neuseeland gedacht, einfach weil sich unser Besuch jährt. So sind uns die Bilder und Eindrücke auch von Christchurch vom letzten Jahr sehr präsent. Erinnerungen an eine sehr englische Stadt. Und so beschaulich und friedlich, dass es fast schon wieder etwas langweilig ist. Wir waren eine halbe Ewigkeit auf dem Vorplatz der nun zerstörten Kathedrale und haben einem super witzigen comedian zugeschaut. Wir haben leckere Thai Suppe in der Innenstadt gegessen und -wie immer eigentlich – sündhaft teuren, aber schrecklichen Kuchen. Einen tpyisch neuseeländischen Markt haben wir dort besucht mit viel handcrafted Zeugs und irgendwo stand der unvermeidliche deutsche Aussteiger mit einem Bratwurstel-Stand rum. Ich habe auf jeden Fall Erinnerungen an einen schönen, gemütlichen Tag mit vielen netten Menschen. Und nun sind die Bilder von damals wirklich nur noch Erinnerungen, die heile Welt hat Risse bekommen.

Natürlich gibt es schlimmere Katastrophen und Ereignisse auf dieser Welt. Doch ich kann mir gut vorstellen dass dieses Erdeben und seine Folgen so ein kleines Land wie Neuseeland, wo jeder auch irgendwelche Beziehungen zu Christchurch hat, sehr erschüttert. Vor einem Jahr noch, als wir die Kathedrale besucht haben, haben die Einwohner von Christchurch für die Erdebebenopfer auf Haiti gesammelt:

Heute haben die Neuseeländer eine Gedenkminute eingelegt .

Ein paar Fotos gibt es bei The Big Picture von boston.com

Und hier kann man sich auf dem Laufenden halten.