Archiv für den Monat: Juni 2011

Das Haus verliert nix

Da Ihr aus Pietätsgründen nicht nachgefragt habt und uns nicht kompromitieren wolltet, ist der Austausch Spaceschattl  gegen Michels Feuerwehrauto einseitig zu Euren Lasten fehlgeschlagen. Ihr dachtet sicher, in der Bude findet sich das kleine Teilchen doch nie und nimmermehr. Weit gefehlt – hier werden Prioritäten gesetzt. So mag es durchaus vorkommen, dass die Küchenschränke bedauerlicherweise nicht immer oder eher selten ausgekehrt werden etc. pp. – aber Ben hat Ordnung in seinem Fuhrpark ! Also werden wir für die Überführung des Feuerwehrkäfers einen Extratermin vereinbaren müssen, was ja im Grunde auch wieder ein Glücksfall ist.

Elbhangfest, Dresden. Kein Autoscooter.

In jeder Stadt findet jetzt an jedem Wochenende ein Fest statt. Bei uns wars das Elbhangfest mit allem was der Dresdner liebt: Strohhüte, Blumenkränze, Musik aller Art, Kultur aller Art und dann fast ein wenig verschämt eben auch Bratwurst, Bier und Wein. Aber kein Autoscooter, dafür ein Kettenkarussell.

Schön ist, daß auch alle Anwohner mitmachen dürfen, insbesondere die Kinder. Sehr beliebt sind Flöte spielende Mädchen mit Blumen in Haar. Ich will mal die Frage aufwerfen, wer eigentlich auf die Idee kam, daß Flöte ein geeignetes Instrument wäre um Kinder an Musik heranzuführen. Flöte kann vielleicht sogar gut klingen, muß aber nicht. „Hör es klagt die Flöte wieder…“ beginnt ein Gedicht der Romantik. Hier konnte man das erleben!

Kai hat also beschlossen sein Taschengeld anderweitig aufzubessern, zumal das Flöten ihm zum Glück ganz fern ist und hat lieber Kekse gebacken, in kleine Tütchen gefüllt, meinen Holundersirup in kleine Fläschchen gefüllt und  alles auf seinen Bauchladen gepackt. Binnen einer halben Stunde hatte er alles verkauft! Wenn es hier einen Autscooter gäbe, hätte er das Geld dorthin getragen, da bin ich mir sicher. Jetzt wirft er es wahrscheinlich der Süßwarenindustrie in den Rachen!

Harxheim, Endstation Sehnsucht: Autoscooter

Punktlandung  von Michel u. Gudrun  zur Kerb und ins Kinderherz: Wenn Jungenträume (bzw. Benträume) wahr werden sieht das ganz sicher so  aus.   War schön mit Euch, liebe Freunde aus S.  – hoffe, Ihr hattet  (habt wahrscheinlich noch) eine gute Heimfahrt. Bis bald.

Hilfe – Ein Virus!

Ja stimmt, ich bin ziemlich weit davon entfernt, einen Foodblog zu schreiben. Einfach, weil ich entweder vergesse, ein Foto zu machen oder – wie in diesem Fall – dann, wenn es im Grunde schon zu spät ist. Und so ist das Ergebnis eher bescheiden. Ganz abgesehen davon, dass unsere Funzeln hier nicht genügend Licht für ein Food-Foto abgeben und meine Kamera keine manuelle Belichtung kennt. Egal. Aber L E C K E R wars! Und deshalb poste ich Euch das Rezept. Dies ist übrigens das Erste, das wir aus dem Buch von Yotam Ottolenghi nachkochen. (Ja, genau Ira, wir sind nun auch vom Ottolenghi-Fieber angesteckt und haben das Kochbuch gekauft!!)

Das Gericht ist im arabischen Raum sehr bekannt: „Shakshuka“. Ein Rezept für die Alltagsküche, mit einem schönen Aroma. Offenbar geniessen die Araber das Gericht auch gerne zum Frühstück. Da bin ich mal gespannt, ob H+T das bestätigen können, wenn sie aus Tel Aviv zurück sind. Anscheinend gibt es in Jaffa nämlich sogar ein sehr bekanntes Restaurant, das nach diesem Namen benannt ist.

Shakshuka (für 4 Personen)

190 ml Olivenöl
2 große Zwiebeln, geschält und in Scheiben geschnitten
2 rote und 2 gelbe Paprika, entkernt und in Streifen geschnitten
4 TL Rohrzucker
2 Lorbeerblätter
6 Stängel Thymian, die Blättchen gehackt
2 EL glatte Petersilie, ebenfalls Blätter gehackt
2 EL frischer Koriander, Blätter gehackt
6 reife Tomaten, grob gehackt (wir haben die Haut abgezogen)
1/2 TL Safranfäden
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und Pfeffer
Bis zu 250 ml Wasser
8 Freilandeier

In einem Topf den Kümmel bei großer Hitze zwei Minuten trocken rösten. Öl dazugeben und die Zwiebeln für zwei Minuten mitbraten. Paprika, Zucker, Lorbeerblätter, Thymian, Petersilie und zwei Esslöffel Koriander dazugeben und auf hoher Stufe braten, bis der Paprika eine schöne Farbe angenommen hat. Tomaten, Safran, Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer dazu. Bei schwacher Hitze 15 Minuten köcheln, wenn nötig, mit Wasser aufgießen. Die Konsistenz soll der einer Pasta-Soße entsprechen. Eventuell nachwürzen – Shakshuka sollte stark und würzig schmecken.

Lorbeerblätter entfernen und nun das Gemüse am besten auf 4 ofenfeste Formen vorteilen, jeweils zwei kleine Kuhle gemacht und dort jeweils ein Ei hineingeschlagen. Ca. 15 min. im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen und die Eier sind  perfekt – das Eiweiß gestockt, das Eigelb noch schön flüssig. Zum Abschluss wird alles mit frischem Koriander bestreut und serviert. (Bei 2 Personen kann man das Ganze auch in der Pfanne fertig machen, indem man 4 Lücken frei schiebt, die 4 Eier dort reingleiten lässt und bei sehr niedriger Temperatur ca. 10 Minuten garen lässt.)

Es ist ein wunderbares Rezept für einen Sommerabend. Man könnte sich dazu auch gut ein Couscous, einen Yoghurt-Dip oder einfach ein Fladenbrot dazu vorstellen.

Hier gibt es übrigens sogar ein Video vom Meister zu diesem Rezept.

Und Pamela vom Blog Mestolo hat dem guten Otto eine ganze Woche gewidmet.

So ruhig hier

Stimmt – irgendwie hatte die letzten Tage keiner die Energie, zu schreiben. Manchmal ist das halt so. Ganz abgesehen davon, bin ich nebenher auch noch mit der Website unseres 30-jährigen Abitreffens befasst. Das macht natürlich auch großen Spaß, diese ganzen alten Fotos! Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Mich würde natürlich interessieren, wem dieses tolle Auto gehört hat – und was eigentlich die Alwine macht?!

Am Starnberger See

Neeein, wir sind (leider) nicht ständig on the road – dies hier ist ein Nachtrag. Mir ist nämlich heute eine Gasthaus-Rechnung in die Hände gefallen, vom Gasthaus Limm in Münsing.  Das will ich Euch nicht vorenthalten.

Eine urgemütliche, bayrische Wirtschaft ist das, ohne Chichi, die offiziell um 21 Uhr geschlossen wird. Wer kann sich denn das erlauben? Wir konnten es kaum glauben, ist aber echt wahr. Als sitzender Gast wird man allerdings nicht nach draußen befördert, aber es kommen halt keine neuen Gäste mehr dazu. Die Küche macht dann eben Feierabend. Den haben sie sich aber auch echt verdient! Wir haben uns einmal quer durch die Speisekarte gegessen mit Hirn- und Leberknödlsuppe, Rehgulasch, Surhaxerl, Kalbsbries und zum Nachtisch Apfelküchel und Hollerkücherl. Alles sehr sehr lecker. Wir kommen bestimmt wieder!

PS: Fotos konnt ich leider nicht machen, ich wäre gelyncht worden und so hättet ihr diesen Tipp nicht bekommen.

Überdosis Frischluft

Endlich mal wieder in Kassel bei Ira & Oliver! Genau genommen waren wir ja nur wenige Stunden in Kassel. Vom dortigen Stadtfest sind wir – beladen mit unseren Einkäufen – geflüchtet aufs Land Richtung Edermünde. Rund um Haus & Hof war ständig etwas zu tun:  Ira rettete unermüdlich die Erdbeeren vor der Schneckenplage oder zupfte das Unkraut, während wir die Anstregungen bei einem Aperitif à la Su bzw à la Henning kommentierten. Am Sonntag haben wir uns sogar auf die Drahtesel geschwungen und sind die Fulda bis nach Melsungen gefahren. Wunderbar idyllisch entlang der Fulda!

Abends kochten wir dann wie immer famos: Die vermutlich letzten Spargel für dieses Jahr mit einer grandiosen Sauce Hollandaise – Michel hat sich dabei als der beste Schaumschläger ever erwiesen! Am zweiten Abend kreierte Ira als Vorspeise Auberginen-Avocado-Türmchen, ein Rezept ihrer Lieblings-Foodbloggerin Arthurs Tochter, und im zweiten Gang einfach-leckere Landküche mit Bratwürsten, karamellisiertem Gemüse und Salzkartoffeln. Für den heutigen Abend hat mir Ira ihre restlichen Auberginen eingepackt, um das Auberginen-Zitronen-Risotto von Ottolenghi auszuprobieren. Und wieder mal hab ich es verpasst, ein Foto zu machen. Aber: lecker war es!!! Und ich verspreche hiermit hoch & heilig, dass ich das Rezept sehr bald wieder hole – und dann hier samt Fotos poste.

Hier der komplette ca. 200 km lange Fuldaradweg.

Am Hinterrad von Markus W.

Wie das Datum schon verrät, war die sportive Radausfahrt am vergangenen Wochenende. Die Schmerzen in meinen Gliedern erlauben es mir erst heute, den Bericht über die wilde Hatz zu schreiben.

Was als gemütliche Ausfahrt geplant war, geriet unter dem Einfluß von jeder Menge Testosteron zu einem kräfteraubenden Ritt durch die Täler und Höhen der Hohenloher Landschaft.

Der Starttermin wurde kurzfristig um eine Stunde verschoben, feste Zusagen wurden „zeitnah“ telefonisch abgesagt – alles wie im letzten Jahr.

Als es endlich losging, wehte uns ein harter Ostwind entgegen.  „Erst mal Windschattenfahren – belgischer Kreisel ab Kesselfeld“, so dachte ich.

Aber dem war nicht so. Die Jungs versuchten die Flucht nach vorn, als müsse man erst mal zeigen, was man in den Beinen hat. Nach 10 km war das längst kein Spaß mehr, worauf der Doktor nach rechts abbog und sein Glück alleine, im Bezwingen der steilstmöglichen Rampen suchte.

Wir restlichen fünf  Hansel (Markus W, Schwager M. und dessen „IchbindiesesJahrsogutwienochniemitdemRadgefahren“-Kumpels) machten uns ins Jagsttal auf.

„Wir fahren aber Straße…“

hätte mir zu denken geben müssen. Der schön ausgebaute Jagsttal-Radweg läßt ob der vielen Radtouristen und Steckeleswanderer (nordic walking) kein Tempobolzen zu. Die gut asphaltierte Straße schon.

Am Hinterrad von Markus W. sind wir die Strecke bis Jagsthausen gebrettert. Nach zwei Stunden Puls von 180 war ich sicher, ich werde den Tag nicht überleben. Zum Glück hatte ich zwei Snickers eingepackt und in Krautheim meinen Unterzucker mit Colabrause bekämpft. Nach dem Wechsel ins Kochertal ging es erstaunlicherweise wieder einigermaßen. Kurz vor Schluß haben wir uns verloren und ich bin die letzen 8 km alleine zurück gefahren, was mich ein gutes Stück Überwindung und Kraftanstregung gekostet hat.

In Eschelbach angekommen durfte ich mich an herrlichem Erdbeerkuchen laben, was meiner Regeneration deutlich gut tat.

Von der herrlichen Landschaft habe ich wenig bis gar nichts mitbekommen, aber ich könnte  über das 26″  Hinterrad von Markus W’s Rennmaschine und dessen Schaltverhalten berichten.

Wenn nächstes Mal nicht mehr Mitfahrer oder auch ein paar Frauen zusammenkommen, die regulierend auf den Geschwindigkeitswahn einwirken können, werde ich wohl vorher in Spanien Urlaub machen müssen. Da soll es ja gute Ärzte geben…

…aber schön war es trotzdem und Spaß hat es auch gemacht.

 

Grillsaison

Diesen Post habe ich gestern von einer Bekannten* zugesandt bekommen und finde ihn ziemlich treffend – auch wenn Michel alles andere als ein Griller ist. Ich meine halt die anderen 😉

Die Grillsaison beginnt wieder am Wochenende und es ist daher wichtig, dass wir uns ein paar Punkte in Erinnerung rufen über die Regeln des Kochens draußen, da das das einzige Kochen ist, das echte Männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse Gefahr verbunden ist. Wenn ein Mann sich dazu bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen, wird die folgende Kette von Ereignissen in Bewegung gesetzt.

1) Die Frau kauft das Essen.

2) Die Frau macht den Salat, bereitet das Gemüse und den Nachtisch.

3) Die Frau bereitet das Fleisch fürs Grillen vor, legt es auf ein Tablett, zusammen mit allen notwendigen Utensilien und trägt es nach draußen, wo der Mann schon mit einem Bier in der Hand vor dem Grill sitzt. Und hier kommt der ganz wichtige Punkt des Ablaufs:

4) DER MANN LEGT DAS FLEISCH AUF DEN GRILL.

5) Danach Routinehandlungen, die Frau bringt die Teller und das Besteck nach draußen.

6) Die Frau informiert den Mann, dass das Fleisch am Anbrennen ist.

7) Er dankt ihr für diese wichtige Information und bestellt gleich noch mal ein Bier bei ihr, während er sich um die Notlage kümmert. Und dann wieder ein ganz wichtiger Punkt!!!!!

8) DER MANN NIMMT DAS FLEISCH VOM GRILL UND GIBT ES DER FRAU.

9) Danach wieder Routine. Die Frau arrangiert die Teller, den Salat, das Brot, das Besteck, die Servietten und Saucen und bringt alles zum Tisch raus.

10) Nach dem Essen räumt die Frau den Tisch ab, wäscht das Geschirr und wieder ganz wichtig!!!!! :

11) ALLE LOBEN DEN MANN FÜR SEINE KOCHKÜNSTE UND DANKEN IHM FÜR DAS TOLLE ESSEN.

12) Der Mann fragt die Frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht kochen zu müssen und wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zu dem Schluss, dass man es den Weibern sowieso nie Recht machen kann.

 

* Der Begriff „Bekannte“ klingt echt seltsam in Facebook-Zeiten, wo dort doch alle Freunde sind, gell?

Schöne Bescherung

Ich hätte es wissen müssen: Den Gemüsehändler meines Vertrauens (er heisst „Reinhard“ – wir sind mittlerweile per Du ;-)) zu fragen, wann es denn gut sei, Erdbeeren für Marmelade einzukaufen, kann nur als Ergebnis haben, daß ich sofort welche kaufen. Und zwar nicht nur die geplanten 1 kg, sondern 2,5 kg! Er hat mich zu seinem VW Bus geführt, die hintere Tür geöffnet und ich war sofort erlegen – den Erdbeeren natürlich. Aber ernsthaft: wer kann bei 2 Euro pro Pfund widerstehen (ohne selbst den Buckel krumm zu machen), zumal ja der große Regen angekündigt war und damit die traurige Aussicht auf wässrige Beeren, Schneckenfraß und horrende Preise… Gesagt, getan.

Daraus hab ich natürlich ein kleines Projekt gemacht. Erst mal hab ich recherchiert, was Henning letztes Jahr zu diesem Thema gesagt hat, außerdem hatte ich gehofft, daß Su das Rezept von C. Ferber hier veröffentlicht hat (siehste mal!!) und dann 3 Rezepte ausgewählt:

  1. Frau Witzigmanns Rezept (mit Orangensaft, pürierten Erdbeeren und 3:1 Gelierfix-Mischung), dann
  2. Erdbeeren mit Limettenschale (da hab ich dieses neue Erdbeer-Gelierfix 2:1 verwendet – verzeih mir, Henning!) und dann ist immer noch die
  3. Französische Erdbeermarmelade am Machen, die 3 Tage Zubereitung benötigt, mit normalem Zucker, und Minze als Kick

Ihr seid herzlich zu einer Blindverkostung eingeladen!!

Numero 1 (links) und 2 (rechts) haben uns heute morgen auf alle Fälle sehr geschmeckt. Die Farbe der Numero 2 ist aber schöner rot, ich würde aber das nächste Mal noch mehr Limettenschale verwenden. Ich wünsche sie mir etwas dominanter.

Apropos: Ich hab gestern auch Holunderblüten gesammelt. Jetzt stehen hier 6 l in großen Gläsern rum, die ich ebenfalls morgen abfüllen muß. Und außerdem hab ich mir vorgenommen, auch noch eine Erdbeer-Himbeermarmelade zu machen.

P.S.: Die Rezepte werde ich natürlich hier nachreichen.

P.P.S.: Ich sollte in die Holunderblütensirup-Produktion einsteigen. Wir haben heute in Weil der Stadt welchen für 9,50 Euro je 0,7 l gesehen. Wahnsinn.