Archiv für den Monat: Dezember 2011

Here comes the rain

Es regnet und regnet und regnet an der Golden Bay. Nicht so schlimm wie vor 2 Wochen aber schlimm genug, dass wir kaum aus dem Haus kommen. Andere hatten weniger Glück und mussten schon wieder aus ihren Häusern evakuiert werden. Mittlerweile leben wir an einem See, die Hühner suchen verzweifelt halbwegs trockene Plätze. Alles ist klamm. Die Neujahrpartys, die üblicherweise mit Barbecue im Garten oder mit großen Feuern am Strand gefeiert werden, fallen dieses Jahr aus. Wir erleben also den Jahrundertregen an der Golden Bay. Toll. Und da haben wir vor 2 Jahren noch über den „most miserabel summer“ geklagt!

Rutscht alle gut – wir tuns auf alle Fälle 😉

Pack and go

Ihr kennt uns ja – wir lieben bummeln. Der gestrige Trip in die nächstgrößere Stadt Nelson, die immerhin zwei Autostunden entfernt liegt (ist ja fast wie Afrika!), war also ideal, um sich mal wieder umzugucken, was es so gibt bei den Kiwis. Den Fahrradladen haben wir ja schon letzte Woche hinter uns gebracht. Dort hat sich Michel schwer verliebt in den Renner des Fahrrad-Dealers.

Heute waren erst mal die üblichen Outdoorläden dran, Höhepunkt war „Hunting & Fishing“, wobei ich ja sagen muss, dass ich damit sowas von gar nichts anfangen kann… Nach meinem ersten und einzigen Foto in dem Laden, baute sich schon ein Verkäufer freundlich vor mir auf „Can I help you, Madame?“. Ab da hab ich mich vor den laufenden Fernseher gestellt, wo mir erklärt wurde, wie man einen kingfish fängt: am besten mit lebendem Fisch wie ich jetzt weiß!

Dann gings in den „Homewear Store“, also dem Baumarkt. Dort war natürlich die Hölle los – nach bzw. vor dem Hochwasser. Mich hat vor allem die Phalanx der Barbecue Grille beeindruckt. Gekauft haben wir aber keinen, auch wenn das Preis-Leistungsverhältnis hier deutlich besser ist.

 

Abschluß war ein Supermarkt namens „Pack and Go“ …. sagt alles, oder? Lidl hat im Vergleich dazu eine geradezu heimelige Atmosphäre. Spätestens da hatte es sich definitiv ausgebummelt…

Sommertag am Wharariki Beach

Es war gestern ein wunderbarer Sommertag, so haben wir uns entschlossen, einen Ausflug an den Wharariki Beach zu machen, in der Nähe von Farewell Spit. Wir wollten vor allem hin, um die Seelöwenkolonie zu sehen – allerdings hat sich nur ein Kleiner vor uns geräkelt. Eine große Robbe lag am Strand, tot.

Heute abend sind wir nun zum Strand gefahren und haben Sandsäcke gepackt. Denn leider gibt es düstere Prognosen, dass ab Donnerstag der große Regen zurückkommt und – wenn es schlimm läuft – auch wieder die Flut. Oh wei, irgendwie sind wir vom Regen in die Traufe gekommen. Vom Thema „Hochwasser“ wollte ich in Neuseeland bestimmt nichts hören! Aber es kommt eben, wie es kommt.

Meal of the day

Gestern kamen Alex und David zum Mittagessen zu Besuch, zwei befreundete Kiwis. Nach dem Austausch der Weihnachstgeschenke (selbst wir haben eine Kleinigkeit bekommen und vor allem eine sehr nette Karte!) gab es einen Sekt zum Einstieg samt Michels leckeren Avocadodipp. Und anschließend wurde der blue codd Fang vom Tag zuvor kredenzt. Wunderbar! Zum Nachtisch hatte Alex eine Tiramisu-Variation mitgebracht und ich eine Zitronenquarkcreme fabriziert. Außerdem bekam Alex von mir ein Gläschen Zitronenmarmelade mit nach Hause, die ich hier gemacht habe. Bald werde ich hier zur Zitronenqueen! Es war ein schöner Sommernachmittag im Garten – und abends waren wir dann so müde, dass wir alle irgendwo, quer über Haus verteilt, selig eingeschlafen sind.

Catch of the Day

Es gibt den ersten Fang seit wir hier sind! Heute morgen um 5 Uhr früh sind Roland und Michel aufgestanden, um in die Bay rauszufahren. Um fünf Stunden später kamen sie zurück mit einem sehr beeindruckenden Fang, vor allem einem riiiesigen blue codd. Wir haben nun kurzerhand beschlossen dass es die Fische morgen zum Mittagessen geben wird, wenn der Besuch kommt. Frischer gehts ja nimmer! Heute abend gibt es ein klassisches Barbecue und anschließend heiße Himbeeren mit Eis. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen, Gartenarbeit und ich habe nebenher angefangen, eine Zitronenkonfitüre zu machen.

Meri Kirihimete!

Yes, wir haben Weihnachten. Kaum zu glauben, denn um mich herum geht es sehr unweihnachtlich zu. Wären dann nicht die paar Fensterbilder von Suse, würde hier im Hause T ebenfalls nichts auf Weihnachten hindeuten. Auch auf unserer Reise zur Westküste die Tage zuvor musste ich bewusst die Augen offen halten, um Hinweise auf Weihnachten zu finden. Da wird mal ein Hirschgeweih mit zwei Kugeln behängt, eine Glittergirlande halbherzig drapiert oder ein paar Glanzpapierschleifchen irgendwo rumgebunden – das war´s. In Takaka selbst scheint Weihnachten eh völlig uncool zu sein. Eine Fahrt durch die Innenstadt und man sieht gar, gar nichts Weihnachtliches! Ein bisschen mehr könnte es ja schon sein für mein romantisches Herz. Schnief.

Wie wir den Tag verbingen? Suse, Aiden und Ines arbeiten. Roland und Michel gehen nachher mal nach dem Boot schauen, denn die Straßen sind größtenteils wieder offen nach dem Hochwasser. Für heute abend ist das traditionelle Weihnachtsessen geplant: Raclette. Ich werde eine Zitronencreme als Nachtisch zubereiten, um die Zitronenschwemme im Garten wenigstens ein klein wenig zu reduzieren. Und wer weiß: womöglich bringen die Männer ja ein Ameuse Geule vom Meer zurück!

Im Moment holen sie allerdings den Weihnachtsbaum. Ich bin gespannt! Vielleicht wird es doch noch Weihnachten?

Euch allen auf der anderen Seite alles Liebe zum Weihnachtsfest!!! Wir denken an Euch.

Back again in Takaka

Ja, wir sind angekommen am anderen Ende der Welt! Die Anreise war fürchterlich. Aber das erzähle ich lieber mal in trauter Runde mit Euch. Seit heute geht es langsam besser, aber viel erlebt habe ich die letzten zwei Tage seit unserer Ankunft nicht – außer eben Wunden lecken.

Aber was soll ich jammern im Vergleich zu all denen hier, die von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind. Die teilweise wirklich kein Haus mehr haben, weil es von der Schlammlawine mehr oder weniger fortgeschwemmt wurde. Unsere Freunde sind Gott sei Dank glimpflich davon gekommen, aber nun sind Hilfsdienste gefragt.

In der Küche wird gerade das Mittagessen gebruzzelt – irgendwas mit Eiern. Ich schätze, dieser Urlaub wird meinen Jahreseierkonsum für 2012 locker abdecken. Denn Suse hat 9 Hühner und denen geht es bestens!

Roland und Michel sind jetzt zum Jagen gefahren und ich packe die Koffer für die nächsten drei Tage. In unserer letzten schlaflosen Nacht haben wir beschlossen, an die Westküste zu fahren. Wir müssen jetzt einfach die Küste sehen und Wild, wild New Zealand!!

Deshalb werdet ihr erst mal wieder nix von uns hören, liebe Freunde. Zu Weihnachten wieder.