Archiv für den Monat: Juni 2012

Lecture 4: Waaaahnsinn

Ich ahnte schon nach fünf Minuten, daß Michel diese Illustratorin auf den Keks gehen wird – am Ende mir auch. Aber mit ihrem „Waaaahnsinn“ in fast jedem Satz – oder abgewandelt „waaaahnsinnig …“ (z.B. schön oder toll) brachte Tina Berning irgendwann all Sinne zum Klingeln. Abgesehen davon war sie ununterbrochen am Erzählen und Plaudern und überzog maßlos – und das in einer Bruthitze. Die Frage am Ende, ob jemand eine Frage hätte, wurde nicht mal mehr mit Applaus bedacht, sondern es folgte lautes Stühlerücken und die Flucht nach draußen auf der Suche nach einem kühlen Lüftchen.

Und trotzdem fand ich die Vorlesung interessant und es hat mir einiges an ihren Arbeiten gut gefallen. Tina Berning hat wie die anderen beiden auch viele Jahre in der Werbung „geschrubbt“ und das merkt man. Nicht nur künstlerisch, sondern auch wie sie kommuniziert. Heute lebt sie im Wechsel von künstlerischer Arbeit bzw. Ausstellungen und Aufträgen, die zumeist Editorials sind oder eben aus der Werbung kommen. Sie zeichnet sehr gerne Frauen und ebenso gerne im Modebereich. Da gibt es viele schöne Arbeiten, finde ich.

Am interessantesten finde ich aber ihre Heransgehensweise, sich künstlerisch weiter zu entwickeln und ein Stück weit auch selbst zu disziplinieren. Sie hat nämlich irgendwann angefangen -neben den Aufträgen- jeden Tag etwas zu zeichnen – für sich selbst sozusagen. Und auch wirklich abzuschließen. Dafür definiert sie ein Ziel bzw. Thema. Das erste war „One hundert girls on cheap paper“ mit dem Ergebnis von einhundert Zeichnungen in einhundert Tagen (bzw. am Ende waren es mehr als zweihundert, weil ihr viele weggekauft wurden, als sie diese 100 girls ausstellte) Interessanterweise führen sie diese „Projekte“ zu neuen Ufern – sowohl persönlich als auch beruflich. Spannend.

Hier gehts nochmal zur 4. Lecture in der Merz Akademie. Und nun hoffe ich, dass wir beim nächsten Mal zumindest wieder zu Viert sind!

„Ciao bella! Ciao bello!“

Mit diesen Worten hat Theo uns nach 2 Tagen in Stuttgart verabschiedet. (Zur Erklärung: sein Italienurlaub liegt grade mal zwei Wochen zurück.) Er wollte anscheinend auch gar nicht mehr aus Italien weg, wie Sigrid und Sascha berichtet haben. Da hat er wohl mit Dir Usch was gemeinsam, gelle? Heute haben wir mit Theo einen langen, langen Tag in der Wilhelma verbracht.

Für die Kids aus Harxheim hier das Wichtigste für Euch…. Erstmal natürlich ein Foto von den Erdmännchen, die sich heute sehr gerne gezeigt haben. Was meint ihr: weil es so schön warm war?

Dann haben wir viele  Tierkinder gesehen. Ganz neu: der Nachwuchs der Kraniche:

Hier seht ihr eine Entenfamilie im Seerosenteich – suuuuperschön:

Wir waren auch im Nachttierhaus – bei den Fledermäusen! Aber wir wissen nicht, ob da Babys dabei waren.

Und wir waren bei den Fischen – die Elisa so gut gefallen haben:

Und zum Schluss ein paar Fotos:

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Lecture 3: Spiritualmente Affine

Etwas spät mein Beitrag, aber ich weiß ja, daß Usch gerne einen kleinen Bericht hätte. Voilà!

Letzten Dienstag also ein smarter und sehr sympathischer Italiener namens Andrea Ventura. Ähnlich wie Niemann lebte und arbeitete er jahrelang in New York, mittlerweile aber in Berlin. Das sind aber schon fast alle Gemeinsamkeiten. Sein Stil ist viel malerischer, vor allem seine Portraits, die auch 80% seiner Arbeit ausmachen. Ich finde sie großartig.

http://www.andreaventuraart.com/portraits3.html

Andrea Ventura macht auch andere Arbeiten, doch bei seinen Auftragsarbeiten liebt er die Portraits, weil er gemerkt hat, dass er mit ihnen die größten Freiheiten hat. Ventura mag es nicht, wenn ein Kunde ihm seine Vorstellungen aufzwingen will und Vorschläge macht. wie er was machen soll. Bei den Portraits kann höchstens jemand sagen: etwas heller, etwas dunkler oder etwas mehr Farbe. (Übrigens kommt es so im Laufe der Jahre dazu, dass Ventura immer häufiger leuchtende Hintergrundfarbe einsetzt: weil die Kunden häufig „mehr Farbe“ wünschen, er aber seinen Portraitstil nicht verändern will/kann. So setzt er die Farbe eben im Hintergrund ein.). Dass er sich das (mittlerweile) erlauben kann, ist natürlich auch ein großes Glück. Wie Ventura seinen Weg gemacht, scheint irgendwie zufällig, „dahin gestolpert“. Ich hatte das Gefühl, dass er es bis heute selber nicht fassen kann, so ein bedeutender Illustrator zu sein, der für Magazine wie die New York Times arbeiten darf. Er macht einen fast schüchternen Eindruck, finde ich.

Abschließend beneidete Andrea Ventura die anwesenden Studenten als “happy people”, weil es als Illustrator inzwischen völlig egal ist, wo auf der Welt man lebt. Ein Freund von ihm, ebenfalls Illustrator, schippert auf einem Boot um die Welt und dies ist zugleich sein Arbeitsplatz. Das wär´s doch, oder? Nur bin ich leider keine Illustratorin….

Beim Googlen habe ich noch diese Website „From your desk“ entdeckt, bei der man unter anderem den Schreibtisch von Andrea Ventura begucken kann. Und wer nicht glaubt, dass wir bei dieser Veranstaltung waren, hier der endgültige Beweis.

PS: Ganz zum Schluß eine „Wandszene“ im Treppenhaus der Akademie, die mir gut gefällt:

Im Anschluss haben wir dann übrigens leider keinen von Sus Tipps mehr ausprobiert. Es regnete, uns war ungemütlich klamm und wir wollten nach Hause. Aber nächste Woche, bestimmt!