Archiv für den Tag: 30. Januar 2010

Simmer da, simmer

Jetzt sind wir wieder zuhause oder wie Aiden in seinen Kinderjahren noch gesagt hätte: „Simmer da, simmer“.  Unsere Rückreise war eine lange, 48-stündige Odysee. Sie begann schon mit Verspätung auf dem International Airport Takaka – wir wurden aber dafür mit einem wunderschönen Flug in einer Einpropellermaschine belohnt. Aus der Luft sehen wir nochmal die Golden Bay, Takaka, Pohara Beach, Farewell Spit…. Goodbye!

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Einziger Mitpassagier auf diesem Flug ist übrigens ein Wissenschaftler, der auch in der Golden Bay lebt und nun zu seinem Job fährt: 6 Wochen Antarktis auf einem 70-Meter-Boot, um aus Walen genetisches Material für wissenschaftliche Untersuchungen zu entnehmen. Sachen gibts.

Auf dem Airport Wellington ist der Teufel los – AC/DC-Fans wohin man blickt. Alle in den schwarzen Tour-T-Shirts. Vermutlich reisen die zum nächsten Act nach Auckland, nachdem am Abend zuvor das Konzert in Wellington war. Dann der Flug mit Qantas Wellington – Sydney – Bangkok – London. An sich ereignlos, aber man ist doch immer wieder aufs Neue entsetzt, wenn man sich in so einer 747 in der Holzklasse endlich plaziert hat. Mir tun die Beine schon nach 10 Minuten weh – wie soll das nur die nächsten 27 Stunden werden…. Der zweite Schreck als ich feststelle, dass um uns rum lauter Kleinkinder plaziert wurden, die in den unterschiedlichsten Lauten Jammern, Wehklagen, Schluchzen, Weinen. Die Stimmung rutscht weiter ab, als ich bemerke, daß wir das gleiche Fernsehprogramm wie bei der Anreise vor einem Monat haben!!! Was ist denn das??! Michel schaut noch verzweifelter, also versuche ich Optimismus auszustrahlen und muntere ihn mit Durchhalteparolen auf. Überzeugend scheint das aber auch nicht zu sein….

Als wir in London ankommen, haben wir nur etwa 1 Stunde Verspätung, die aber ausreicht, dass dennoch unsere weiteren Folgeanschlüsse kippen. (Es ist ja eh zum Heulen, wenn man auf dem elektronischen Bordentertainment sieht wie man über Frankfurt hinwegfliegt… Warum fliegen wir nochmal erst nach London???) Schließlich werden wir auf einen Lufthansaflug gesetzt, den wir um ein Haar im Chaos von Heathrow verpassen. Aber in Frankfurt bricht dann – so kurz vor dem Ziel – völlig die Hektik aus. Wir müssen schließlich mit unserem ganzen Gepäck rennen (!), um die S-Bahn (!) zum Hauptbahnhof Frankfurt nicht zu verpassen. Dort landen wir in einem Gewühl aus Fans des 1. FC Köln, Frankfurter FC und der Polizei – und schließlich in einem IC. Man glaubt es ja nicht wie plötzlich alles gaaaanz zäh werden kann. Tuckeltuckel.

Und dann endlich Stuttgart! Bestäubt mit Puderzucker. Thomas winkt am Bahnhof und wir freuen uns sehr. Zuhause empfängt uns dann ein wunderschönes neues Bad, das wir sofort mit einer heißen Dusche einweihen, ein Strauss weisser Rosen von Liselotte steht da, eine Kaffeerunde mit frisch gebackenen Apfelkuchen und den ersten Berichten und jetzt gleich ein schwäbisches Abendessen mit Rinderrouladen und Spätzle. Was für ein Empfang! Da haben unsere Freunde sich wirklich ins Zeug geschmissen, um uns die Rückkehr schön zu machen.

Jetzt seid Ihr schon fast 36h weg!!

Wir (die Ts) sind ganz in Trauer, dass wir die beiden haben ziehen lassen müssen. Die Zeit mit G. & M. war so toll und wir werden Michel morgen (zusammen mit „real“ Aiden) zur Takaka Fishing Competition (mental) mitnehmen. Auf dass wir viele, grosse „Blue Cods“ fangen. Wir bauen auf einen schönen warmen, wolkenlosen Sommertag und hoffen Michel alle Ehre zu machen – natürlich setzen wir Michel’s Squid-Bait ein!!IMG_1866_sm