Bar des Amis

Hallo friends, wir sind wieder da!!! Glücklich, erholt, beschwingt. Hach, ich würde Euch gerne hier so viel erzählen, von so vielen Eindrücken und  Erlebnissen! Am schönsten wäre es jetzt, beisammen zu sitzen bei einem feinen Glas Wein an diesem lauen Sommerabend…

Nun, dann wenigstens ein paar Eindrücke – heute beginnend mit der Antwort auf meinen letzten Post: wie wir die Fussball-WM im fussball-entzauberten Frankreich verbracht haben: in der „Bar des Amis“! Das mag auf den ersten Blick kalter Kaffee sein, aber das waren so herrlich schöne Abende und sie passen so gut hierher, dass ich Euch darüber einfach erzählen muss.

Die „Bar des Amis“ liegt mitten im Herzen in Mirabel-Aux-Baronnies, an der einzigen Hauptstrasse, die durch den Ort führt. Gegenüber das „Café de France“. Es ist eine Szenerie wie für einen Film gemacht. Mirabel ist nicht gerade das touristische Highlight in der „Drome provencale“ (Das ist die Region nördlich der Provence, in der wir die letzten 10 Tage waren.) Aber wohl auch dadurch ist Mirabel sehr entspannt und unaufgeregt. In den Abendstunden ist die „Bar des Anmis“ der Treffpunkt des Ortes, der Name ist Programm. Immer dieselben Menschen aus dem Ort: Jean-Claude mit dem herzlichen Lachen, Pascal, Christine die schon mal in Düsseldorf gearbeitet hat, der Maler der in Bremen geboren ist, die beiden Schweizer die schon seit 20 Jahren hier leben und völlig assimiliert sind, und und und. Wer Hunger hat, holt sich noch eine Pizza vom Pizzawagen. Es gibt Wein und Bier de la maison. Und los gehts. Die Französische Fussball-Nationalmannschaft? Nein, die spielen ab sofort Monopoly. Aber die deutsche Mannschaft sei ganz toll – Müller, Özil… trés bien…

Am Abend des Endspiels Spanien-Holland packt jeder auf die Tische, was er dabei hat: die beiden Wirtsleute holen leckere Paté und Bauernbrot, es gibt verschiedene Tartes, wir holen unsere oberleckeren Oliven de Nyons aus dem Auto. Pascal kommt an diesem Abend mit blonder Perücke und spielt einmal Frau Antje, ein andermal Lady Gaga. Jean Claude und die anderen haben sich auf Spanien eingeschwenkt mit roter Bemalung im Gesicht und Olé-Gesängen. Jeder wird mit bisous umarmt, so dass am Ende alle in spanischer Kriegsbemalung an den Tischen sitzen. Wir schwatzen und lachen soviel, dass ich kaum was vom Spiel gesehen habe. Die Holländer gegenüber im „Café de France“ finden das vermutlich alles nicht so lustig, verbrüdern wollen sie sich auf alle Fälle nicht mit uns. Schade eigentlich, dann hätten sie auch noch einen vergnüglichen Abend gehabt.

Zum Schluss können Jean Claude & Co. sogar mein Vornamen fehlerfrei aussprechen, das hab ich im Ausland noch nie erlebt. Wir sollen unbedingt wieder kommen. Irgendwann machen wir das auch. Ich bin überzeugt davon, dass wir sie alle dann wieder dort antreffen werden – als wäre die Zeit still gestanden.

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