Archiv für den Tag: 8. Januar 2010

Kraut und Rüben (I)

Ich war natürlich sehr neugierig was es in Neuseeland an Lebensmitteln zu kaufen gibt. Ehrlich gesagt habe ich in Neuseeland eine Superauswahl an Obst und Gemüse erwartet – wenn man bedenkt was uns in Deutschland an Importware aus Neuseeland beschert wird. Aber nun bin ich schon ziemlich überrascht, denn ich finde die Auswahl und Qualität eher bescheiden. Wobei man -positiv formuliert- sagen könnte, dass es eben im Wesentlich das gibt, was man eben derzeit in Neuseeland auch erntet: also Äpfel, Kartoffeln, Salat, Tomaten, Karotten usw. Es gibt auch Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren, aber die werden im 125 g Karton verkauft und sind mit ca. 5 NZD sakrisch teuer, wenn man bedenkt dass dies anscheinend für neuseeländische (Kaufkraft-)Verhältnisse 1:1 unserem Euro entspricht. Es gibt hier auch eine große Bioszene, aber dazu muss dann auch in den Bioladen gehen. Und bislang kommt das meiste aus dem Gewächshaus, d.h. die Tomaten beispielsweise schmecken genauso geschmacksneutral wie bei uns.

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Wichtig für uns zum Einkaufen ist Obst, denn Michel der alte Schnipsler bereitet uns (fast) jeden Morgen einen frischen Obstsalat zu. Für Roland, den alten „low carber“ ist das natürlich ideal. Oder zumindest schmeckt die anschliessend mit Heisshunger verspeiste ungetoastete (!!!) Scheibe „Pappendeckel“ viel besser.

Außerdem hat Suse längst einen eigenen Garten, der zwar etwas entfernt liegt und wohl einen schlechtem Boden hat, aber sie erntet mit großem Stolz mittlerweile tolle Sachen wie Rote Rüben, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Mangold etc. „Self Efficiency“ nennt Suse das, das heisst sie will mehr und mehr soweit wie möglich alles selber produzieren. Zum einen, weil es günstiger ist bei besserer Qualität, weil es ihr Spass macht und weil sie immer darüber nachdenkt, ob das nicht vielleicht ein Business werden könnte. Zumindest hat sie so auch immer was zum Austauschen mit Nachbarn, Freunden etc. Dieser Warentausch scheint wirklich wichtig zu sein und darüber bekommt man eigentlich die beste Qualität.

I’m walking

immer nur fischen, das soll ja auch nicht auf Dauer erquickend sein.

Ein kleiner Spaziergang in das Hinterland von Takaka ist auch sehr spannend.

pupu

Der Pupu Hydro Walkway, den wir heute mittag gelaufen sind,  führt entlang eines ehemaligen Wassersystems, was in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts zur Goldgewinnung angelegt wurde. Die Vegetation, die wir hier antreffen, ist tatsächlich sehr anders als alles was ich bisher kennengelernt habe. Allenfalls im Süden von Australien habe ich ähnliche Farnwälder gesehen. Ausser der fantastischen Vegetation  kann man auch spektakuläre Ausblicke in die Golden Bay erleben.

Zudem kann man hier auch sehr schön Vögel beobachten. Zum Beispiel den berühmten, geselligen „wax-eye“ – aber dazu später mehr.

Mein persönliches Highlight waren jedoch die Thunfischsandwiches, die uns Roland als Proviant mitgegeben hat.

Vesper muß sein – auch im Urwald.

Heute wird das Kanalsystem noch zur Stromgewinnung genutzt.

Takaka

Na, wie stellt ihr euch einen Ort namens Takaka vor? Das Foto hier sagt eigentlich alles aus – und zumindest ich hatte genauso ein Bild im Kopf: bunt, freakig, alternativ, Fusion, Urlaub halt.

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Takaka ist das zentrale Städtchen hier in der Golden Bay – danach kommt praktisch nix mehr – Nationalpark eben – und davor muss man erst einen großen Hügel überqueren.  Also geht man hier bummeln, einkaufen, in die Bar or whatelse, wenn man in der Golden Bay lebt. Übrigens gibt es hier eine große deutsche Community – jeder achte ist anscheinend deutsch!

Takaka ist wirklich mini-mini, die Main Street hat man in 10 Minuten abgelaufen, dahinter kommt eh wieder die Pampa. Und normalerweise sind diese 300 m sehr entspannt. Nur jetzt in der Hauptreisezeit ist das Städtchen geschäftiger. Die Leute, die hier leben wie die T.s, schimpfen, dass es nun so voll sei und man keinen Parkplatz mehr finde! Das ist echt schräg wie schnell man anscheinend solche Dinge relativiert.

Wir haben bislang quasi nur unsere Nasen an Schaufensterscheiben platt gedrückt, überlegt ob wir uns einen handgeschnitzten Maori-Anhänger machen lassen sollen, was der hiesige Friseur kostet (für Michel), ob ich mir nicht mal wieder (30 Jahre nach dem Poster-Shop in Heilbronn) ein handgebatiktes Oberteil kaufen soll und natürlich was die hiesigen Angelausrüster zu bieten haben.