Archiv für den Monat: Februar 2012

Menage à trois: Twombly Turner Monet

Letzten Donnerstag war ich mit Luisa und Anna in der neuen Ausstellung der Staatsgalerie „Turner Monet Twombly“ (bis 28. Mai 2010). Wahnsinn. Ich denke, daß man selbst in der Staatsgalerie selten solche Meisterwerke zu sehen bekommt. Die Gegenüberstellung dieser drei Maler ist auf den ersten Blick etwas verblüffend, doch das zwingt zum Hinsehen und Hineinspüren. Abgesehen davon hatte ich ja von Twombly noch nie was gehört. Doch es lohnt sich und man muss seine Werke unbedingt im Original sehen, finde ich. Dann berühren sie einen…. Schon wieder eine Entdeckung.

Also: ganz grosses Kino! Unbedingt hingehen, liebe Freunde. Gerne mit uns. (Und am besten nicht an einem Wochenende, wenn es geht, weil der Besucheransturm groß ist).

Schmeckt wie Socke

Bei meinen Kyoto-Post bin ich so locker-lässig über das kleine Restaurant in der Pontocho Gasse hinweggegangen. Michel hat es dokumentiert.

Summasummarum: die sogenannten Kyoter Spezialitäten wie der Sesamtofu und der eingelegte Rettich waren eher „naja“ und Michels Fleischspiesse natürlich alle lecker!

Nachtrag: Damit kein Missverständnis aufkommt: nur in diesem Etablissement waren die „Original Kyoter Spezialitäten“ etwas special. Ansonsten waren wir immer – unisono – sehr begeistert.

Die beste Nudelsuppe

Es wird höchste Zeit, endlich über Kyoto zu schreiben. Vor allem seine kulinarische Seite. Alles andere lasst Euch einfach von uns berichten. Für uns war das Essen nämlich seehr wichtig bei unserem Japanbesuch. Im Rückblick habe ich das Gefühl, die halbe Zeit drehte sich darum. Wir haben so viel probiert, angeschaut, gegessen, dass es mich wundert, dass wir nicht zugenommen haben! Hier nun meine Highlights.

1. Kitchen Yoshida war eine tolle Empfehlung von Megumu. Kitchen Yoshida ist ein kleines Restaurant bzw. eher eine Bistroküche, wo Madame das sagen hat: Eine flotte 65-jährige Japanerin, die jeden Tag so ca. 20 ganz unterschiedliche Gerichte zubereitet, sie auf einen Tresen stellt und die Besucher am Tresen drumrum sitzen und essen und trinken, solange sie wollen. Und sie unterhält dabei mit viel Schwatzen und zwischendrin auch mit Gesang!

Quelle des Fotos

Ich glaube, es verirren sich selten Touristen zu ihr. Auf alle Fälle waren wir sofort im Mittelpunkt des Interesses, wurden ausgefragt und wir haben uns -mal wieder- mit Händen und Füssen verständigt. Ausserdem stand uns ein Japaner samt Frau zur Seite, der jahrelang bei Maxell in Deutschland gearbeitet hat. Das Essen war lecker, die Atmosphäre outstanding! Übrigens hat sie noch einen famosen Bruder, der die Yoshidasauce erfunden hat und damit in Amerika ein gemachter Mann ist. Das Beste war aber, dass Madame sich tatsächlich an Megumu und Klaus erinnert hat. Nun ja, unsere Beschreibung der Beiden war eben eine Punktlandung.

2. Nishiki Foodmarket

Das ist die Foodstrasse in Kyoto mit ca. 120 Händler (auch hier gibt es einen guten Bericht). Auf diesen 400 m sieht man Zeugs, das man noch nie zuvor gesehen hat und auch nicht identifizieren kann.

Wobei uns Madame sagte, dass die Straße vor allem für die Touristen sei (ich hab aber keine gesehen) und sie einfach beim normalen Händler um die Ecke einkaufe. Anyway: ganz großes Kino!! Dort gab es übrigens auch ein ganz tolles Messegeschäft (das man hier sieht) und ein bisschen ärgere ich mich über mich selber, dass wir dort kein Messer gekauft haben.

3. „Isoya“ – vegetarisch Essen in Kyoto

Nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt, gibt es ein ganz tolles vegetarisches Restaurant namens „Isoya„. Was für ein Glück, dass Michel dieses Kleinod am letzten Abend entdeckt hat, weil es ein perfekter Abschluss für unsere Reise war. Ähnlich wie „Kitchen Yoshida“ besteht es im Wesentlichen aus einem Tresen, an dem die Gäste sitzen und dahinter der sehr coole Koch, der diesmal à la minute auf einer riesigen Platte bruzzelt. Da wir mal wieder kein Wort verstanden haben, haben wir ihm signalisiert, dass er einfach mit ein paar Sachen loslegen soll. Sozusagen ein „Überraschungsmenue“. Sehr lecker fand ichauch die ungewöhnlichen Saucen, die es jeweils gab. Vegetarisches Essen hat übrigens eine große Tradition in Japan, es kommt von der Tempelküche (wenn ich das richtig verstanden habe). Die Leute von „Isoaya“ haben das neu und sehr spannend interpretiert. Unbedingt hingehen!

Hier ein Blogbericht von einem anderen Besucher und hier, mit weiteren anderen Tipps)

4. Auf der Suche nach der besten Nudelsuppe

Michel hatte ja als leidenschaftlicher Fan des Films Tampopo eine geheime Mission zu erfüllen, nämlich quer durch die Nudelsuppenküchen die beste Nudelsuppe zu suchen.  Er hat also sehr viele gegessen, im Schnitt sicher eine pro Tag, oder?  Relativ schnell hatte er jedoch einen Favoriten, eine sehr einfache Küche, ebenfalls nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt.

Besonders lecker sieht sie ja nicht aus. Und anscheinend habe ich mit der Miso-Suppe nicht die Beste gewählt. Also vertrauen wir dem Urteil von Monsieur. Man muss schon sagen, daß der Laden immer proppenvoll war, manchmal gab es sogar Warteschlangen bis zur Straße. Da haben wir uns ein bisschen gefühlt wie beim Bäcker Bosch bei uns hier ums Eck 😉

5. Pontocho Gasse

Dies ist ein traditionelles Geisha-Viertel mit Teehäusern und mittlerweile mit vielen traditionellen Restaurants, also ein „must“ für alle Touristen. Hier wären wir sicher auch fündig geworden für die alte Kyoter Kaiserküche. Wir haben dort zwar x Speisekarten studiert bzw. die Fotos angeschaut, haben aber letztlich nur ein recht einfaches Restaurant besucht. Das nächste Mal dann – mit Megumu und Klaus!

6. Daimaru Food Market: Ganz toll zum Gucken und Probieren sind auch die großen Kaufhäuser. Sie alle haben eigene, riesige Food Markets wie z.B. das Daimaru und andere (hier ein Bericht). Und manchmal hat sogar das Glück, in irgendeinen „Event“ zu geraten wir es hatten im Daimaru. Da fand auf dem obersten Stockwerk eine Foddmesse statt mit vielen vielen kleinen Ständen und jeder hat gerufen und dich eingeladen, zu probieren. Und nebenbei konnte man zuschauen wie gebruzzelt wurde oder Soba-Nudeln von Hand hergestellt wie hier auf diesem Foto:

 

6. Sushiküche

Sascha hat uns ja „beschworen“, Thunfisch zu essen, was das Zeugs hält. Schließlich gibt es hier den besten der Welt. Tatsächlich war der tuna ultra-lecker, wobei wir den richtig teueren Thunfisch vermutlich gar nicht gegessen haben. Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch der Sushi im stinknormalen Supermarkt um Vieles besser ist als alles was man hier bekommt. Echt wahr.

So war Sushi für uns immer wieder ein Snack zwischendurch.

 

7. Mittagslunch in Osaka im „Soba-Kanda

Wir sind ja an zwei Tagen von Kyoto nach Osaka gefahren. Eine Adresse, die wir dabei zufällig entdeckt haben, ist  „Soba Kanda“, ein Restaurant, das sich auf Gerichte mit Soba-Nudeln (japanische Buchweizennudeln) spezialisiert hat. Übrigens hat so auch unsere Speisekarte ausgesehen, d.h. wir haben nach Fotos bestellt und gehofft, dass sich dahinter nix Unanständiges verbirgt. Es war super-lecker und zu Mittag kostet das Essen gerade mal ein Drittel vom Abendpreis – wie so häufig übrigens. Das Restaurant liegt hier im NU chayamchi Quartier, ein neues, schickes Einkaufsquartier in der Nähe von Umeda Station in Osaka.

 

Was wir wie gesagt leider nicht gemacht haben, ist, ein traditionelles Restaurant zu besuchen, welches die klassische kaiserliche Küche anbieten namens „Kyo-ryori“. Manche behaupten, es sei die wahre Küche Japans. Aber nachdem wir schon bei den einfachsten Suppenküchen manchmal nichts geblickt haben und uns nur mit Händen, Füssen und viiiiel „Arigato“ (heisst „Danke“ und ist das Wort, das wir wirklich am meisten brauchten) verständigt haben, wollten wir solch eine mehrstündige Zeremonie nicht ohne eine Insiderin wie Megumu machen. Wir hoffen also auf ein nächstes Mal!

Die Mission „Beste Nudelsuppe“ ist sicher auch noch nicht beendet! Und Hinweise auf leckere Rezepte sind sehr willkommen. Ich habe beim Wittwer schon Kochbücher gewälzt – aber noch keins gekauft!!!

 

Ein paar Links:

Restarauntführer Japan: http://www.bento.com/

http://kyotofoodie.com/

 

goldene Zeiten für Touristen

Wie jeder Tourist in Kyoto sind auch wir zum goldenen Tempel gepilgert. Trotz der ungewöhnlichen Reisezeit gab es hier doch jede Menge Schaulustige. Vor allem Chinesen, wie ich meine. Da wird dann schon mal das ipad bemüht um den hotspot der japanischen Kultur digital abzuschießen. Wir sind da ja auch nicht anders. Mein smartphone tat  seinen Job und zack war das Ding abgespeichert.Dann ging es auch schon auf zum nächsten Highlight buddistischer Besinnlichkeit. Ich mag mir nicht vorstellen, wie dieser Ort zur Zeit der Kirschblüte aussehen mag. Der Pferdemarkt in Öhringen ist das sicher nur ein müder Abklatsch dagegen.