Archiv für den Monat: April 2012

Streetlife

Um unseren Elterneinsatz etwas sonntäglicher zu gestalten, sind wir -Spaghettieis-schlozend- durch Öhringen geschlendert. Es jährte sich die „Öhringer Woche“ (eine der vielen Event-Erfindungen des örtlichen Gewerbevereins). Alle Geschäfte waren geöffnet, es gab einen großen Krämer- und Antiquitätenmarkt auf dem Marktplatz, Stände zum Essen & Trinken und und und… Eine große Attraktion waren diese 3 Jungs, die sich samt Verstärker, E-Gitarre und Cajun vorm Sanitätshaus aufgebaut haben und die Fußgängerzone mit Songs aus den 70er und 80ern rockten.  Übrigens direkt neben der Eisdiele – strategisch sehr clever.

Natürlich haben die Drei sofort alle Herzen gewonnen. Auch meines. Und doch kommen mir auch leise Zweifel, ob das den kids wirklich soviel Spaß macht. Von ihren englischen Texten dürften sie eh nichts verstehen. Vielleicht müssen sie sich ja ihr Kinderzimmer im neugebauten Häusle selber verdienen?!

Arnold und die Frauen

Gestern hatten wir die Ehre, bei Arnolds persönlicher Führung für Familie & Freunde dabei zu sein. Ihr erinnert Euch? Er ist Kurator der SEX-Ausstellung im Naturkundemuseum Stuttgart. Seine Sicht auf die Ausstellung und seine Geschichten zu hören, war toll. Besonders eindrücklich fand ich, dass seine tägliche Spermienproduktion ausreichen würde, um alle Frauen Europas zu beglücken! Wow! Wobei mir gleich danach der Gedanke kam, dass es mal wieder eine sehr männliche Sichtweise ist, hier automatisch von „Beglückung“ zu sprechen 😉

Eine tolle Überraschung zu Beginn war das Buffet, das Valerie und Arnold uns bereitet haben – bestückt mit Leckereien aus aphrodisierenden Lebensmitteln wie Feigen, Vanille, Granatapfel, Piri Piri, Bananen, Ingwer, Melone, Spargel und vielen vielen Austern.

Neues von der Erdmännchenfront

Endlich gibt es wieder Besuchsplanungen mit den Ps. Und so muss ich natürlich kurz von der Wilhelma berichten, schließlich war ich dort auch mit Theo letzte Woche.

Es muss ein Jungen-Gen geben, das nicht nur auf Rennautos, Boxautos & Co. anspringt,  sondern auch auf Bisons. Denn Theo ist – genau wie Ben vor zwei Jahren – am Eingang der Wilhelma zur Übersichtskarte marschiert und deutete prompt auf das Bison ( am e n t g e g e n g e s e t z t e n Ende der Wilhelma!): „Will Bison sehen.“ Warum eigentlich Bisons, kann mir das jemand erklären? Vielleicht wäre das ein lukratives Geschäftsfeld – neben Cars, Star Trek, Lilly Fee. Daran hat nämlich noch niemand gedacht!

Ganz süss sind zur Zeit die beiden Gorilla-Babies, beide kommen aus einem Wuppertaler Zoo, weil ihre Eltern nichts mit ihnen anzufangen wussten bzw. vermutlich haben sie verlernt, wie Säuglingspflege geht. Ist aber eher was für Mädchenherzen… gell Nora?

Michel meint ja immer, ich sei ein Erklärbär. Auf alle Fälle hatte ich Theo beim Leoparden, der wie von Sinnen immer hin und her lief, erklärt, dass er krank sei. Und habe ihm versucht, die Folgen einer Tiergefangenschaft näher zu bringen und die damit verbundenen ethischen Probleme. Wie auch immer: von da an hat er bei jedem Tier, das in seinem Gefängnis hin und her lief, lautstark skandiert „Isch krank!“, „Isch auch krank!“. Wie ein Abzählreim. Ich hoffe nun schwer auf die Theorie, dass letztlich alles,alles in diesem kleinen autobessesenen Spatzenhirn hängen bleibt und dass seine Tante sich nicht umsonst den Mund fusslig redet.

Tja, und dann – ganz zum Schluß – der Bison. „Isch nicht krank.“ meint Theo trocken und gleich danach: „Ich kann nicht mehr!“ Super, und das Meilen vom Ausgang entfernt! Kinder fallen ja dann unmittelbar in sich zusammen, als wären sie bis dahin einfach nur mit Luft aufgefüllt gewesen. Und werden schwer wie ein nasser Sack. Ihr könnt euch den Rückweg vorstellen: mit viel Überredungskunst, Versprechungen, Eis zwischendrin und sonstigen Ablenkungen. Es ging zwischen uns zu wie bei einem marrokkanischen Teppichhändler – mit dem Ergebnis, dass ich das deutlich schlechtere Geschäft gemacht habe.

Wir haben es dann irgendwie nach Untertürkheim zu Michel geschafft, um mit ihm noch Essen zu gehen. Theo war so fertig, dass er gerade mal einen Löffel voll Spaghetti gegessen hat und dann ist er auf dem Arm von Michel eingeschlafen. So friedlich.

Foddofiern Duduun, foddofiern!!!

Für Theo war der Höhepunkt des Stuttgart-Besuchs das Porschemuseum – übrigens war ich auch zum ersten Mal dort. Und ich war total überrascht wie „sakral“ die Stimmung dort ist: alles sehr leise, sehr clean und weiß, ohne zusätzlichen Sound oder irgendwelche sonstigen Effekte. Die Autos sind im Mittelpunkt, ohne Wenn und Aber.

Und dann kam THEO – von der ersten Minute an hüpfte er von Auto zu Auto immer SCHREIEND: Duduuun, foddofiern! Duduuuun, domm, foddofiern!!! Er hat sich gar nicht mehr eingekriegt vor lauter Freude über sooo viele tolle Rennautos. (Wirklich, sein ständiges ungeduldiges Rufen hat man sicher von einem bis zum anderen Ende des Museums gehört, das ja eh auf nur einer, ca. 140 m langen Ebene angelegt ist)

Und so hetzte ich mit meiner ollen Lumix von Rennwagen zu Rennwagen, während die „Profis“ mit Stativ und Makro und Langzeitbelichtung ehrfurchtsvoll den besten shoot suchten.

Theo wollte eigentlich gar nicht mit aufs Bild. Aber ich habe darauf bestanden (alles andere wäre ja für mich ätzend langweilig gewesen). Die großen „Jungs“ im Museum waren gar nicht „amused“ über so einen lachenden, kreischenden Knirps. Komisch eigentlich. Mir hat das richtig gefallen, dass Theo da mal Leben in die Bude gebracht hat! Autofriedhof hin oder her.

Unterm Strich: Für kleine Jungenherzen sind diese Rennwagen toll – aber mehr hat das Museum für die ganz Kleinen nicht zu bieten. Es gibt einen Audioguide ab 6 Jahre und ich denke, daß es ab diesem Alter nochmal interessanter wird.  Dennoch: für Theo war das großes Kino. Wir waren in einer Stunde durch – mit fünf Dutzend Fotos im Kasten! Ach ja und nicht zu vergessen: der Museumsshop mit vielen vielen Porscheautos. Natürlich durfte auch Theo sich eines aussuchen. Und kaum zuhause,  ist der Flügel kaputt gegangen und die Feder überdrehte. RIESEN-GEPLÄGE am Ende des Tages. Gott sei Dank kam der Auto-Doktor….

Paula trifft Monet & Co.

Ein Kunstwerk für sich: die aufgezeichneten Wege einer 8-Jährigen – Paula – beim Besuch der Turner-Monet-Twombly Ausstellung. So hab ich mich dann anschließend auch gefühlt 😉 Aber die Idee, auf diese Weise eine bleibende Erinnerung zu kreieren, ist witzig. Übrigens gibt es für kids ganz tolle Kinderführungen im Rahmen dieser Ausstellung. Man muß sie allerdings frühzeitig buchen, weil sie eben so erfolgreich sind.

Alles in Bewegung

Auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist – im Rahmen der Michel Majerus Ausstellung – derzeit eine Halfpipe aufgestellt. Eine wirklich coole, unterhaltsame Sache – auch als Zuschauer.

Die Aufnahme habe ich gemacht, kurz vor unserem aed-Abend im Kunstmuseum, der unter dem Motto „Alles in Bewegung“ stand. Genauer gesagt war der Titel „„Sprechende Enten und flatternde Menschen: Comics, Graphic Novels & Animationen“. Mal wieder ein sehr interessanter Abend.

Höhepunkt war Friederike, die Grosse (hier die Website von Friederike Groß). Eine sehr sympathische Frau, die wir beide schon vorher mochten: ihre Zeichnungen und Karikaturen in der Stuttgarter Zeitung sind einfach toll. Wir freuen uns darauf immer. Sie hat auch den S21-Konflikt mit ein paar Federstrichen immer auf den Punkt gebracht.

Dann war da noch Stefan Dinter vom Zwerchfell Verlag, Stuttgart. Mit noch etwas mehr Mut, hätte ich ihn angesprochen, wie wir Michels Comics verlegt bekommen. Aber Monsieur hat mich dezent aus der Glastüre hinaus in die Stuttgarter Nacht geschoben. Naja, es muss anders gehen… Allerdings war auch seine Aussage sehr ernüchternd, dass ein Comic-Autor bei einer Auflage von ca. 2000 Stück so etwa 1500-2000 Euro verdient!! Und das für eine Arbeit, die viele viele Stunden bedeutet. Pfffff… Doch Lotto spielen.

Und schließlich war da noch Andreas Hykade, ein Trickfilmregisseur. Er hat es seit 2005 zu einer gewissen Berühmtheit gebracht durch seine Serie Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig.