Archiv des Autors: lechefdatelier

Zu Besuch bei Corot

Seit letztem Wochenende gibt es eine neue Ausstellung in der Karlsruhe Kunsthalle: Camille Corot – Natur und Traum. Mich haben diese Bilder sehr berührt – diese romantischen Landschaften in Frankreich und Italien. In dunklen, oft düsteren Farben, doch immer gibt es – ganz minimal –  ein Spiel mit Licht und fröhlichen Farbtupfern. Immer sehr tiefgründig, träumerisch, und etwas traurig. Corot hat – als künstlerischer Autodidakt – entschieden, dass er Landschaftsmaler werden will. Obwohl gerade dies ein Zweig in der Malerei war, der ganz am Ende jeglicher Skala in der Kunst stand. Aber er war beharrlich – und hat vor allem seinen ganz eigenen Weg darin gefunden. Chapeau, Monsieur Corot.

Als sein Augenlicht immer schlechter wurde, musste er die Landschaftsmalerei einschränken und er malte zunehmend Portraits. Wir fanden, dass er oft das eine oder andere Gliedmaß falsch proportioniert hat – und dennoch: seine Portraits üben eine Faszination auf den Betrachter aus. Sie sind alle auf ihre Weise schön.

 

Hallo Scheff!

Wir waren im Urlaub, Scheff, in Italien oder genauer gesagt: im Piemont – und haben für Dich wie immer die Fahrgeschäfte, bevorzugt natürlich die Autoscooter inspiziert. (Echte Fahrertests machen wir natürlich nur mit Dir, lieber Scheff!) Ergebnis: in Italien gibt es wenige Autoscooter, aber sehr viele Kinderkarussells. Praktisch jede kleinere Stadt hat sein Karussell in Betrieb. Immer, jeden Tag im Jahr! Und ohne auf besondere Feste warten zu müssen wie die Haschemer Kärwe oder das Weinhöfest. Nee: IMMER haben die Betrieb!

Den Vogel hat aber die kleine Stadt Pampeyre mit etwa 1000 Einwohnern abgeschossen, also halb so gross wie Harxheim.  Die haben mittendrin eine grosse Piazza mit Kirche und drumrum der kleine Tabacci-Laden, Trattorias, dem Bäcker und allem was eben so eine kleine italienische Gemeinde so hat. Und MITTENDRIN steht ein Karussell, das fast rund um die Uhr läuft – mit einem Höllenlärm! Pausenlos. Also das finde ich dann auch nicht mehr so toll, ehrlich gesagt.

Und, was ich noch nie gesehen habe: Die haben eine Micky Maus an einem Ding befestigt, das aussieht wie eine Angel. Und der Mann im Kassenhäuschen hängt dann diese Angel mit der Micky Maus vor die Nase der Kinder, sobald das Karussell startet. Wenn ein Kind danach greifen will, zieht er die Micky Maus ganz schnell nach oben. Ich habe immer noch nicht verstanden, warum er das macht. Gibt es da was zu gewinnen, wenn man die Maus fängt? Weisst Du das?

Alles Gute zum Geburtstag, Ben!! Hoffentlich drehen wir bald mal wieder ne Runde!

Sommer total

Es war ein wunderbares Wochenende mit Euch, liebe Ps. Gekrönt durch Lena I und – Deiner tollen Brombeertarte, Esther. Ich plädiere für die Wahl einer Tarte-Königin in Haschem. Ne echt, großes Kino!

Aber wenn wir schon bei kulinarischen Leckereien sind. Here, we proudly present: Luisas erste Lauch-Quiche. Kreiert nach dem ultimativen Backbuch, das wir ihr gestern zum Geburtstag geschenkt haben.

Leider konnten wir nicht davon kosten. Ein ander Mal hoffentlich???!!!

 

Die 13.te Documenta

Versprochen ist versprochen.  Auch wenn fast eine Woche vergangen ist, ich hab es Dir versprochen, Ira: einen Bericht über „Die Haasen besuchen die Documenta in Kassel“.  Ganz bestimmt lückenhaft, aber ich versuch mein Bestes.

Etwas ganz Besonderes ist, dass (endlich) die wunderbaren Auen an der Fulda mit einbezogen wurden. Eigentlich erstaunlich, dass darauf kein Kurator zuvor gekommen ist… Ich schätze, das man ca. die Hälfte davon ohne Eintrittskarte anschauen kann, aber ich habe mich innerlich geärgert, sie nicht zu haben, weil wir – ohne Karte – zu oft vor verschlossenen Türen standen.

Die Installationen in den Auen sind oft rätselhaft, manchmal witzig, manchmal berührend – auf alle Fälle unterhaltsam.

 

Ein unbedingtes MUSS ist der Kulturbahnhof: schöne Atmosphäre, interessante Kunstobjekte und eine tolle Bar „am Schrotthaufen“

Das Fridericianum ist wohl das Herzstück – leider selbst an einem Montag total überfüllt. So dass wir „the brain“ auslassen mussten, das ja anscheinend der (intellektuelle) Kern dieser Documenta ist.Mich hat am meisten der riesige Raum im Erdgeschoss beeindruckt. Man wundert sich angesichts der gähnenden Leere. Mittendrin steht eine Vitrine – man sieht einen vierseitigen, handgeschriebenen Brief. Und stellt beim Lesen erstaunt fest, dass dies die Absage des Künstlers ist, der diesen Raum „bespielen“ sollte. Aber es sei ihm einfach nix eingefallen.

Auf dieser Documenta findet man ein breites Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen.Videobasierte Werke nehmen einen sehr breiten Raum ein. Leider oft mit einer Länge von 40 Minuten und mehr. Für Wochenend-Touristen wie uns ein echtes Problem und nur sehr selektiv „konsumierbar“. Leider.

Die „Neue Galerie“ ist ein Highlight. Tolles Gebäude, schöne Räume, schöne Kunstwerke. Vor allem findet man hier auch Zeichnungen und Malerei, für die Freunde der „klassischen Kunst“.

Und nicht versäumen: hier gibt es einen tollen Film mit 200 Jahre alten Marionetten über die Vereinnahmung des arabischen Reichs durch die christlichen Kreuzzüge. Könnte auch auf dem Stuttgarter Trickfilmfestival laufen, so halt besonders „Documenta-geehrt“.

Die Documenta-Halle ist schwer zu bespielen angesichts ihrer riesigen Dimensionen. Aber wie immer ist sie beeindruckend.

Wobei mir die Videoinstallation einer indischen Künstlerin in einem Nebenraum des Gebäudes am besten gefallen hat. Ein Foto kann dies leider nicht vermitteln.

Wir waren zum Schluss noch im Naturkundemuseum, das wirklich auch lohnenswert ist. (Die „Orangerie“ kann man sich übrigens sparen: wenige Installationen, die für mich allesamt belanglos waren)

Und wie immer kann man dann in den Häusern einen Blick auf die Dauerausstellung werfen. Im Naturkundemuseum ist dies zum Beispiel das „Embryonen-Museum“ – irgendwas zwischen Gruselkabinett und anrührendem Zeitdokument.

Für uns muss natürlich auch die Verkostung stimmen, wobei an so einem gefüllten Tag die kulinarische Messlatte nicht allzu hoch ist. Aber „German Bratwurst“ – das Pendant zur heimischen Stadionwurst – muss sein.