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Nicht-Geburtstag

Am Sonntag habe ich Nicht-Geburtstag gefeiert mit dem gleichnamigen Törtchen (vorne links, genauer gesagt heisst es „Wunderland – Heute feiere ich meinen Nicht-Geburtstag“). Der Nichtgeburtstag sind alle 364 Tage im Jahr an denen man nicht Geburtstag hast. So lässt es sich leben!

Entdeckt haben wir diese Leckereien bei einem rutschigen Sonntagsspaziergang quer durch den Stuttgarter Westen. Ursprünglich wollten wir ja zur neuen Patissierie „Meister Lampe“. Hier verkauft die Konditormeisterin Tomomi Sugimoto, die jahrelang die Patissierie im Breuniger gemacht hat, ihre süßen Kreationen nach französischer Pâtisserie-Kunst. Und wir sind schon einige Male schwach geworden.

Aber dann sind wir zufällig über „tarte und törtchen“ gestolpert, keine hundert Meter entfernt, und waren sofort begeistert. Ein ganz liebevoller kleiner Laden, wo man morgens auch kurz ein französisch-italienisches Frühstück im Stehen einwerfen kann.  Die junge und süüüsse Patissiere Aline John hat uns mit Freude von sich erzählt und zeigte uns auch ihre kleine aber feine Backstube. Sie legt großen Wert auf regionale Produkte, die weitgehend auch Bioware sind. Ihre Kreationen sehen nicht nur bezaubernd aus und tragen nicht nur phantasievolle Namen wie „Rote Zora“ , „Zweikäsehoch“ oder „Sumpf au Chocolat“, sondern schmecken auch formidable!

Tja, obwohl der Name ja eigentlich Programm wäre, werden wir wohl „Meister Lampe“ untreu werden müssen.

Hier ein Zeitungsbericht von Aline John, die „tarte und törtchen“ macht.

Zu Besuch bei Corot

Seit letztem Wochenende gibt es eine neue Ausstellung in der Karlsruhe Kunsthalle: Camille Corot – Natur und Traum. Mich haben diese Bilder sehr berührt – diese romantischen Landschaften in Frankreich und Italien. In dunklen, oft düsteren Farben, doch immer gibt es – ganz minimal –  ein Spiel mit Licht und fröhlichen Farbtupfern. Immer sehr tiefgründig, träumerisch, und etwas traurig. Corot hat – als künstlerischer Autodidakt – entschieden, dass er Landschaftsmaler werden will. Obwohl gerade dies ein Zweig in der Malerei war, der ganz am Ende jeglicher Skala in der Kunst stand. Aber er war beharrlich – und hat vor allem seinen ganz eigenen Weg darin gefunden. Chapeau, Monsieur Corot.

Als sein Augenlicht immer schlechter wurde, musste er die Landschaftsmalerei einschränken und er malte zunehmend Portraits. Wir fanden, dass er oft das eine oder andere Gliedmaß falsch proportioniert hat – und dennoch: seine Portraits üben eine Faszination auf den Betrachter aus. Sie sind alle auf ihre Weise schön.

 

dOCUMENTA (13)

Die dOCUMENTA (13) hat ihre Pforten geschlossen, und obwohl sie (wie immer) superkontrovers diskutiert wurde, war sie mal wieder (wie immer) ein voller Erfolg. CCB war (auch hier könnte man sagen: wie immer…) nicht der erklärte Liebling der Ortsansässigen, weswegen das obige „Farewell“ auch ein klein wenig bissig ausgefallen ist.

Aber wer uns auch vorschreiben wollte, was wir für die nächsten 100 Tage als Kunst zu betrachten hätten, hatte es vielleicht auch ein wenig herausgefordert:

Und zu guter Letzt noch folgender Gastbeitrag eines unbekannten Künstlers:

Gut zu wissen, gelle 🙂 ?!

 

Sommer im Glas

Mit den beiden Künstlern Usch und Michel, die hier so wunderbar aktiv sind, kann ich künstlerisch gesehen nicht mithalten. Ich hab es eher mit dem guten alten Küchenhandwerk. Es wird also Zeit, Euch zu zeigen, was bei in der Küche los war: die Marmeladenzeit!!

Schwarze Johannisbeermarmelade ist ja mein Liebling (unter den Marmeladen, wobei das korrekterweise keine Marmeladen sind, sondern Konfitüren. Aber bei mir ist eben alles entweder Marmelade oder Gsälz – Punkt.) Die 3 Grazien oben sind entstanden aus den Früchten von Frieders Garten, ca. 1/3 rote und 2/3 schwarze Johannisbeeren. Diese Version hier habe ich gekocht samt Kernle und allem.

Bei denen unten im Foto habe ich ein Rezept verwendet, bei dem die Früchte mit etwas Wasser aufgekocht werden, bis sie platzen und dann den Saft auffangen bzw. auspressen. Das ist alles in allem eine ziemliche Sauerei, ergibt eine samtige Marmelade, wobei mir die Variante „mit was zwischen den Zähnen“ ein bisschen lieber ist. Beide haben ein Schubser Cassis bekommen, damit sie nicht so allein sind im Glas.

Die Bräschdlingsmarmelade habe ich schon probiert und finde sie saulecker!! Ich hab sie mit 2:1 gekocht und bin ausserdem einmal mit dem Pürierstab durch die Früchte. Nicht im Bild sind meine „Erdbeeren mit Rhabarber“ sowie die „Französische Erdbeermarmelade“.

Und die Arbeit des letzten Wochenendes seht ihr -ausschnittsweise- hier:

18 Gläser waren das! Ich hab sie klein geschnitten, 12 Stunden lang eingezuckert stehen lassen und dann mit 1:1 Zucker und Zitronensaft aufgekocht. Allerdings bin ich schwer am Überlegen, ob ich nochmal welche mache. Heute ist mir beim Telefonat mit Su eingefallen, dass ich ja unbedingt die Prozedur ihrer Mama bei der Aprikosenmarmelade ausprobieren möchte: nämlich nach dem Kochen die Früchte so lange rühren bis die Masse erkaltet ist. Das soll ganz besonders samtig lecker sein. Dieser Vergleichstest reizt mich schon sehr.

Lecture 4: Waaaahnsinn

Ich ahnte schon nach fünf Minuten, daß Michel diese Illustratorin auf den Keks gehen wird – am Ende mir auch. Aber mit ihrem „Waaaahnsinn“ in fast jedem Satz – oder abgewandelt „waaaahnsinnig …“ (z.B. schön oder toll) brachte Tina Berning irgendwann all Sinne zum Klingeln. Abgesehen davon war sie ununterbrochen am Erzählen und Plaudern und überzog maßlos – und das in einer Bruthitze. Die Frage am Ende, ob jemand eine Frage hätte, wurde nicht mal mehr mit Applaus bedacht, sondern es folgte lautes Stühlerücken und die Flucht nach draußen auf der Suche nach einem kühlen Lüftchen.

Und trotzdem fand ich die Vorlesung interessant und es hat mir einiges an ihren Arbeiten gut gefallen. Tina Berning hat wie die anderen beiden auch viele Jahre in der Werbung „geschrubbt“ und das merkt man. Nicht nur künstlerisch, sondern auch wie sie kommuniziert. Heute lebt sie im Wechsel von künstlerischer Arbeit bzw. Ausstellungen und Aufträgen, die zumeist Editorials sind oder eben aus der Werbung kommen. Sie zeichnet sehr gerne Frauen und ebenso gerne im Modebereich. Da gibt es viele schöne Arbeiten, finde ich.

Am interessantesten finde ich aber ihre Heransgehensweise, sich künstlerisch weiter zu entwickeln und ein Stück weit auch selbst zu disziplinieren. Sie hat nämlich irgendwann angefangen -neben den Aufträgen- jeden Tag etwas zu zeichnen – für sich selbst sozusagen. Und auch wirklich abzuschließen. Dafür definiert sie ein Ziel bzw. Thema. Das erste war „One hundert girls on cheap paper“ mit dem Ergebnis von einhundert Zeichnungen in einhundert Tagen (bzw. am Ende waren es mehr als zweihundert, weil ihr viele weggekauft wurden, als sie diese 100 girls ausstellte) Interessanterweise führen sie diese „Projekte“ zu neuen Ufern – sowohl persönlich als auch beruflich. Spannend.

Hier gehts nochmal zur 4. Lecture in der Merz Akademie. Und nun hoffe ich, dass wir beim nächsten Mal zumindest wieder zu Viert sind!

„Ciao bella! Ciao bello!“

Mit diesen Worten hat Theo uns nach 2 Tagen in Stuttgart verabschiedet. (Zur Erklärung: sein Italienurlaub liegt grade mal zwei Wochen zurück.) Er wollte anscheinend auch gar nicht mehr aus Italien weg, wie Sigrid und Sascha berichtet haben. Da hat er wohl mit Dir Usch was gemeinsam, gelle? Heute haben wir mit Theo einen langen, langen Tag in der Wilhelma verbracht.

Für die Kids aus Harxheim hier das Wichtigste für Euch…. Erstmal natürlich ein Foto von den Erdmännchen, die sich heute sehr gerne gezeigt haben. Was meint ihr: weil es so schön warm war?

Dann haben wir viele  Tierkinder gesehen. Ganz neu: der Nachwuchs der Kraniche:

Hier seht ihr eine Entenfamilie im Seerosenteich – suuuuperschön:

Wir waren auch im Nachttierhaus – bei den Fledermäusen! Aber wir wissen nicht, ob da Babys dabei waren.

Und wir waren bei den Fischen – die Elisa so gut gefallen haben:

Und zum Schluss ein paar Fotos:

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Lecture 3: Spiritualmente Affine

Etwas spät mein Beitrag, aber ich weiß ja, daß Usch gerne einen kleinen Bericht hätte. Voilà!

Letzten Dienstag also ein smarter und sehr sympathischer Italiener namens Andrea Ventura. Ähnlich wie Niemann lebte und arbeitete er jahrelang in New York, mittlerweile aber in Berlin. Das sind aber schon fast alle Gemeinsamkeiten. Sein Stil ist viel malerischer, vor allem seine Portraits, die auch 80% seiner Arbeit ausmachen. Ich finde sie großartig.

http://www.andreaventuraart.com/portraits3.html

Andrea Ventura macht auch andere Arbeiten, doch bei seinen Auftragsarbeiten liebt er die Portraits, weil er gemerkt hat, dass er mit ihnen die größten Freiheiten hat. Ventura mag es nicht, wenn ein Kunde ihm seine Vorstellungen aufzwingen will und Vorschläge macht. wie er was machen soll. Bei den Portraits kann höchstens jemand sagen: etwas heller, etwas dunkler oder etwas mehr Farbe. (Übrigens kommt es so im Laufe der Jahre dazu, dass Ventura immer häufiger leuchtende Hintergrundfarbe einsetzt: weil die Kunden häufig „mehr Farbe“ wünschen, er aber seinen Portraitstil nicht verändern will/kann. So setzt er die Farbe eben im Hintergrund ein.). Dass er sich das (mittlerweile) erlauben kann, ist natürlich auch ein großes Glück. Wie Ventura seinen Weg gemacht, scheint irgendwie zufällig, „dahin gestolpert“. Ich hatte das Gefühl, dass er es bis heute selber nicht fassen kann, so ein bedeutender Illustrator zu sein, der für Magazine wie die New York Times arbeiten darf. Er macht einen fast schüchternen Eindruck, finde ich.

Abschließend beneidete Andrea Ventura die anwesenden Studenten als “happy people”, weil es als Illustrator inzwischen völlig egal ist, wo auf der Welt man lebt. Ein Freund von ihm, ebenfalls Illustrator, schippert auf einem Boot um die Welt und dies ist zugleich sein Arbeitsplatz. Das wär´s doch, oder? Nur bin ich leider keine Illustratorin….

Beim Googlen habe ich noch diese Website „From your desk“ entdeckt, bei der man unter anderem den Schreibtisch von Andrea Ventura begucken kann. Und wer nicht glaubt, dass wir bei dieser Veranstaltung waren, hier der endgültige Beweis.

PS: Ganz zum Schluß eine „Wandszene“ im Treppenhaus der Akademie, die mir gut gefällt:

Im Anschluss haben wir dann übrigens leider keinen von Sus Tipps mehr ausprobiert. Es regnete, uns war ungemütlich klamm und wir wollten nach Hause. Aber nächste Woche, bestimmt!

Pak Was? Choi!

Wenn wir bei Birgit und Schorsch waren, kömmen wir meist wieder mit irgendwas nach Hause. Früher waren das vor allem Bücher, und im Speziellen Krimis für meine vielen Lesestunden. Mittlerweile sind es eher Leckereien z.B. aus der Abo-Gemüsekiste. Jaja, das kann Fluch und Segen sein so eine Abo-Kiste, die zubereitet sein will in Wochenfrist. Diesmal haben wir Pak Choi mitgenommen und ich muss gestehen, dass ich dieses Grünzeug zum ersten Mal gekocht habe. Also musste ich erstmal Dr. Google befragen und bin bei „Lanz kocht“ bzw. C. Studer fündig geworden.

MOHN-LACHS

  • 4 Lachsfilets, mit Haut, à 160 g
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Essl. Sojasauce, hell
  • 1 Ei
  • 100 Gramm Mohnsamen (oder Sesam)
  • 3 Essl. Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

PAK CHOI GEMÜSE

  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Essl. Ingwer
  • 200 Gramm Shiitake Pilze
  • 2 Karotten
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Stücke Pak Choi
  • 2 Essl. Sojasauce
  • 1/2 Limone
  • 3 Essl. Cashewnüsse, geröstet
  • Olivenöl
  • Salz

ZITRONENGRASBUTTER

  • 2 Stangen Zitronengras
  • 100 Gramm Butter, zimmerwarm
  • Fleur de Sel

Zubereitung

Mohn-Lachs:

Den Saft der Zitrone auspressen. Lachs mit Zitronensaft und Sojasauce marinieren, mit Salz und Pfeffer würzen. Eiweiß in einem tiefen Teller verquirlen. Fisch mit Hautseite in Eiweiß, dann auf Mohn geben und gut andrücken. In heißem Olivenöl auf jeder Seite circa drei Minuten braten. Ggfs. bei ca. 75 Grad im Backofen warm stellen.

 

Shiitake-Pak Choi Gemüse:

Den Saft der Limone auspressen. Knoblauch und Ingwer fein hacken und in Olivenöl andünsten. Shiitake vom Stamm befreien und dazu geben. Karotte, Frühlingszwiebeln und Pak Choi sehr fein schneiden. Fünf Minuten mitdünsten. Mit Sojasauce und Limonensaft ablöschen, salzen und mit gerösteten Cashewnüssen bestreuen.

 

Zitronengrasbutter:

Zitronengras putzen und sehr fein hacken. Die Butter schmelzen lassen und schaumig schlagen, das fein gehackte Zitronengras unterheben. Mit Fleur de Sel abschmecken.

Lachs auf dem Gemüse anrichten, dazu die Zitronengrasbutter servieren. Zum Schluss nach Belieben frischen Koriander darüber streuen.

Quelle: www.zdf.de, Lanz kocht, 23.10.09, Andreas C.Studer