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Happy Meal

Nun hat es Theo erwischt: der CARS-Virus hat ihn infiziert – und zwar volle Breitseite. Um sein Jungenherz zu erfreuen und unsere Stellung als „beste Tante und Onkel der Welt“ weiter zu festigen, haben wir ihm als Mitbringsel welche mitgebracht. Doch die kindliche Freude beim Auspacken schlug jäh um und ein Jungenherz war hörbar am Zerbrechen. Und unsere Ohren am Klirren. Und warum? Weil wir ihm 2 CARs-Modelle mitgebracht haben, die er schon hat! Meine Güte.

Am Sonntag sind wir dann mit den Kindern in die Stadt gedüst, um mal wieder gepflegt – jenseits von Bio und Vollwert – bei McDonalds essen zu gehen. Nur wir vier. Kaum hatten wir den Laden betreten, düste Theo jauchzend auf ein großes Schaufenster zu. „Duduuuun!! Tomm! Da gibs Autoos!!“ Wir hatten natürlich schnell erfasst, dass es die nicht einfach so gab, sozusagen als kostenlose Dreingabe für die lieben Kleinen, sondern nur in Verbindung mit einem „Happy Meal“.

Schließlich haben wir dann so viele Happy Meals gegessen, bis Theo das ganze Sortiment hatte. Gab es in unserer Kindheit etwas annähernd Vergleichbares? Ich kann mich ehrlich gesagt nicht (mehr) erinnern. Das einzige waren Fussball-Sammelalben – und die gibt es ja bis heute. Ich schätze, dieses Fieber wird jetzt bald massiv grassieren. Die Frage ist nur noch, für welche Sau man sich entscheidet, die wir dann durchs Dorf treiben: Panini? Rewe? Macht Hanuta & Co auch mit?

Zwei Tage später beschleicht mich das ungute Gefühl, wir hätten uns als Drogendealer betätigt. Schließlich ist das ja genau die Strategie von McDonalds. Okay, beim nächsten Mal zeige ich Ihnen den Clip vom Gutmenschen Jamie Oliver zum Thema ChickenMcNuggets, um den angerichteten Schaden wieder zu beheben!

 

Neues von der Erdmännchenfront

Endlich gibt es wieder Besuchsplanungen mit den Ps. Und so muss ich natürlich kurz von der Wilhelma berichten, schließlich war ich dort auch mit Theo letzte Woche.

Es muss ein Jungen-Gen geben, das nicht nur auf Rennautos, Boxautos & Co. anspringt,  sondern auch auf Bisons. Denn Theo ist – genau wie Ben vor zwei Jahren – am Eingang der Wilhelma zur Übersichtskarte marschiert und deutete prompt auf das Bison ( am e n t g e g e n g e s e t z t e n Ende der Wilhelma!): „Will Bison sehen.“ Warum eigentlich Bisons, kann mir das jemand erklären? Vielleicht wäre das ein lukratives Geschäftsfeld – neben Cars, Star Trek, Lilly Fee. Daran hat nämlich noch niemand gedacht!

Ganz süss sind zur Zeit die beiden Gorilla-Babies, beide kommen aus einem Wuppertaler Zoo, weil ihre Eltern nichts mit ihnen anzufangen wussten bzw. vermutlich haben sie verlernt, wie Säuglingspflege geht. Ist aber eher was für Mädchenherzen… gell Nora?

Michel meint ja immer, ich sei ein Erklärbär. Auf alle Fälle hatte ich Theo beim Leoparden, der wie von Sinnen immer hin und her lief, erklärt, dass er krank sei. Und habe ihm versucht, die Folgen einer Tiergefangenschaft näher zu bringen und die damit verbundenen ethischen Probleme. Wie auch immer: von da an hat er bei jedem Tier, das in seinem Gefängnis hin und her lief, lautstark skandiert „Isch krank!“, „Isch auch krank!“. Wie ein Abzählreim. Ich hoffe nun schwer auf die Theorie, dass letztlich alles,alles in diesem kleinen autobessesenen Spatzenhirn hängen bleibt und dass seine Tante sich nicht umsonst den Mund fusslig redet.

Tja, und dann – ganz zum Schluß – der Bison. „Isch nicht krank.“ meint Theo trocken und gleich danach: „Ich kann nicht mehr!“ Super, und das Meilen vom Ausgang entfernt! Kinder fallen ja dann unmittelbar in sich zusammen, als wären sie bis dahin einfach nur mit Luft aufgefüllt gewesen. Und werden schwer wie ein nasser Sack. Ihr könnt euch den Rückweg vorstellen: mit viel Überredungskunst, Versprechungen, Eis zwischendrin und sonstigen Ablenkungen. Es ging zwischen uns zu wie bei einem marrokkanischen Teppichhändler – mit dem Ergebnis, dass ich das deutlich schlechtere Geschäft gemacht habe.

Wir haben es dann irgendwie nach Untertürkheim zu Michel geschafft, um mit ihm noch Essen zu gehen. Theo war so fertig, dass er gerade mal einen Löffel voll Spaghetti gegessen hat und dann ist er auf dem Arm von Michel eingeschlafen. So friedlich.

Foddofiern Duduun, foddofiern!!!

Für Theo war der Höhepunkt des Stuttgart-Besuchs das Porschemuseum – übrigens war ich auch zum ersten Mal dort. Und ich war total überrascht wie „sakral“ die Stimmung dort ist: alles sehr leise, sehr clean und weiß, ohne zusätzlichen Sound oder irgendwelche sonstigen Effekte. Die Autos sind im Mittelpunkt, ohne Wenn und Aber.

Und dann kam THEO – von der ersten Minute an hüpfte er von Auto zu Auto immer SCHREIEND: Duduuun, foddofiern! Duduuuun, domm, foddofiern!!! Er hat sich gar nicht mehr eingekriegt vor lauter Freude über sooo viele tolle Rennautos. (Wirklich, sein ständiges ungeduldiges Rufen hat man sicher von einem bis zum anderen Ende des Museums gehört, das ja eh auf nur einer, ca. 140 m langen Ebene angelegt ist)

Und so hetzte ich mit meiner ollen Lumix von Rennwagen zu Rennwagen, während die „Profis“ mit Stativ und Makro und Langzeitbelichtung ehrfurchtsvoll den besten shoot suchten.

Theo wollte eigentlich gar nicht mit aufs Bild. Aber ich habe darauf bestanden (alles andere wäre ja für mich ätzend langweilig gewesen). Die großen „Jungs“ im Museum waren gar nicht „amused“ über so einen lachenden, kreischenden Knirps. Komisch eigentlich. Mir hat das richtig gefallen, dass Theo da mal Leben in die Bude gebracht hat! Autofriedhof hin oder her.

Unterm Strich: Für kleine Jungenherzen sind diese Rennwagen toll – aber mehr hat das Museum für die ganz Kleinen nicht zu bieten. Es gibt einen Audioguide ab 6 Jahre und ich denke, daß es ab diesem Alter nochmal interessanter wird.  Dennoch: für Theo war das großes Kino. Wir waren in einer Stunde durch – mit fünf Dutzend Fotos im Kasten! Ach ja und nicht zu vergessen: der Museumsshop mit vielen vielen Porscheautos. Natürlich durfte auch Theo sich eines aussuchen. Und kaum zuhause,  ist der Flügel kaputt gegangen und die Feder überdrehte. RIESEN-GEPLÄGE am Ende des Tages. Gott sei Dank kam der Auto-Doktor….

Paula trifft Monet & Co.

Ein Kunstwerk für sich: die aufgezeichneten Wege einer 8-Jährigen – Paula – beim Besuch der Turner-Monet-Twombly Ausstellung. So hab ich mich dann anschließend auch gefühlt 😉 Aber die Idee, auf diese Weise eine bleibende Erinnerung zu kreieren, ist witzig. Übrigens gibt es für kids ganz tolle Kinderführungen im Rahmen dieser Ausstellung. Man muß sie allerdings frühzeitig buchen, weil sie eben so erfolgreich sind.

SEX in the City

Wer wissen will, wie es die Tiere so treiben, hat bei der neuen Ausstellung im Stuttgarter Rosensteinmuseum „Sex im Tierreich“ wirklich großen Spaß. Arnold, der Kurator dieser Ausstellung ist, hat es mit seinem Team geschafft, die Ausstellung sehr unterhaltsam und witzig zu gestalten – für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.

Also liebe Eltern, das ist auch für Euch eine wunderbare Gelegenheit, mal das Thema „Sex“ mit Euren kids anzugehen! Ich bin ja letzte Woche unbeabsichtigt mit Paula und Theo in diese Ausstellung „gestolpert“. Denn eigentlich hatte ich nicht vor, die Kinder meiner Schwester mal so „en passant“ aufzuklären, zumal Theo grade mal 4 Jahre alt ist und ich unvorbereitet nicht wüsste, wie ich ihm diese Sex & Crime-Stories erzähle. Aber das Naturkundemuseum musste eben sein. Okay.

Mir war allerdings nicht bewusst, daß ich dazu zwangsläufig durch die Sex-Austellung muß, um in die Dauerausstellung zu kommen! Na, prima. Doch es war alles halb so wild. Wie sich die Männchen um die Weibchen schlagen, habe ich ihnen lang und breit gezeigt und erzählt. So gibt sich der Paradiesvogel so richtig Mühe: bevor nämlich seine große Show beginnt, macht er erstmal akribisch Großreinemachen.  Den Anglerfisch, der nach der Befruchtung für den Rest seines Lebens im Weibchen stecken bleibt und sich zurückbildet, bis nur noch Hoden übrig bleiben, hab ich wiederum ausgelassen. Unter anderem… Und dann schwand auch – Gott sei Dank – so langsam das Interesse für das nächste Ausstellungssegment, die Kopulation, weil im Hintergrund der große Elefant rumstand und der Wal von der Decke hing. (Bericht der Stuttgarter Zeitung)

Übrigens hat Arnold sozusagen nebenbei, also während der Vorbereitung auf die Ausstellung, eine neue Insekten-Ordnung entdeckt, die er zusammen mit seinem Mitentdecker „Chimärenflügler“ getauft hat, was ja in der Biologie ohne Übertreibung eine Sensation ist. (SPIEGEL-Bericht, TV-Bericht). Kriegt man für sowas eigentlich einen Nobelpreis? Wir hoffen.

Nachtrag: Arnold hat mir noch ein paar interessante Links rund um die Ausstellung gesendet.

 

Schnubberle im Hasenhimmel

Ihr erinnert Euch an „Schnubberle“, nicht wahr? (hier oder hier oder hier oder  hier).

Das arme, „echte“ Schnubberle von Carlotta ist nun letzten Samstag dem Marder zum Opfer gefallen – während sie bei uns in Stuttgart war. Welch grausames Schicksal. Und es war ein sehr trauriger Moment, als sie es dann erfahren hat. Papa hatte schon die Grabstelle bereitet und nach den ersten herzzerreißenden Kinderschluchzern begann sie, den Ort für sich und Schnubberle einzurichten: mit Blumen, etwas Klee zum essen, einer Zeichnung vom kleinen Hasen sowie ein kleiner Stuhl samt Getränkeflasche für sich selbst. Während wir alle doch etwas hilflos waren, meinte sie „Lasst mich allein.“ Irgendwann durfte dann Onkel Michi zu ihr.

Später hat sie in den Himmel geblickt und meinte ganz trocken: „Heute nacht ist ein Drachen, ein Hase und ein Löwe gestorben. Und da ist ein zerbrochenes Herz.“  Auf den zweiten Blick hab ich das dann auch am Himmel gesehen.

Ach ja, und Schnubberle ist jetzt im Hasenhimmel die Prinzessin der Heidehasen und wird den Gewinner im Sängerwettbewerb heiraten, den Lodengrün. Welch ein Trost.

Erdmännchen-Nachwuchs!

Paula ist mal wieder in town, also war es höchste Zeit nach den Tieren in der Wilhelma zu schauen. Mit 25.000 anderen… Egal, denn einem Kind, das neuerdings auch noch Tierärztin als Berufswunsch äußert, kann man diesen Besuch nicht ausreden. Und um es gleich vorwegzunehmen, war natürlich der Nachwuchs das Beste. Zum einen die Erdmännchen, wobei man nach drei Monaten nicht mehr von Babies sprechen kann. Man muss echt zweimal hinsehen, um zu erkennen, welches die Kleinen sind. Ich finde, sie haben etwas „Babyspeck“, aber gucken tun sie schon wie die Großen. Gerade mal zwei Wochen alt ist das Giraffenbaby, aber es bewegt sich wohl noch nicht so gerne. Denn es hat sich einfach geweigert, aufzustehen, damit wir mal sehen, wie es in „voller Größe“ aussieht. Hier sieht man bessere Fotos vom „Kasper“, wie er genannt wird.

Am Ende haben wir dann die Wilhelma auch mit einem Giraffenbaby verlassen- erworben im Wilhelmashop. Clever machen die das… Jetzt muss ich Paula nur noch klar machen, dass diese Litanei wie „Ich hasse Ameisen!“ oder „Ich hasse Bienen!“ nicht zu einer Tierärztin passen. Aber alles zu hassen, ist halt grad auch „voll cool“ oder auch „voll krass“.

Ganz neu für mich war dieser Sudan-Hornrabe – sehr majestätisch stolzierte er im Gehege herum. Schön, und doch so traurig, mit nur noch einem Flügel.

Zum Abschluß noch eine Collage:

Nachtrag: Eine neue Adresse, die wir entdeckt haben, ist übrigens das DAV-Kletterzentrum in Stuttgart, irgendwo zwischen Fernsehturm und Haus des Waldes gelegen. Das ist eine professionelle Kletteranlage, wo sich auch wirklich Leute rumtreiben, die schweißgebadet irgendwo an der Wand hängen – und diverse Ächz-Laute ausstoßen. Sehr beeindruckend… Kinder können entweder -kostenlos- in einem eigenen Kletterbeich in der Halle rumkraxeln. Der ist aber ziemlich klein und damit für Kids wie Paula auch entsprechend schnell langweilig. Vor allem wenn man diese spannende Anlage vor der Nase hat.

Mit Erwachsenenbegleitung dürfen sie auch in den Boulderbereich oder – mit einem Erwachsenen, der sichern kann, auch an die großen Wände. Das kostet dann auch alles. Aber für kletterbegeisterte Kinder ist das wirklich mal eine gute  Adresse. Außerdem gibt es Kletterkurse für Kindern. Auch bestimmt toll.