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Alles in Bewegung

Auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist – im Rahmen der Michel Majerus Ausstellung – derzeit eine Halfpipe aufgestellt. Eine wirklich coole, unterhaltsame Sache – auch als Zuschauer.

Die Aufnahme habe ich gemacht, kurz vor unserem aed-Abend im Kunstmuseum, der unter dem Motto „Alles in Bewegung“ stand. Genauer gesagt war der Titel „„Sprechende Enten und flatternde Menschen: Comics, Graphic Novels & Animationen“. Mal wieder ein sehr interessanter Abend.

Höhepunkt war Friederike, die Grosse (hier die Website von Friederike Groß). Eine sehr sympathische Frau, die wir beide schon vorher mochten: ihre Zeichnungen und Karikaturen in der Stuttgarter Zeitung sind einfach toll. Wir freuen uns darauf immer. Sie hat auch den S21-Konflikt mit ein paar Federstrichen immer auf den Punkt gebracht.

Dann war da noch Stefan Dinter vom Zwerchfell Verlag, Stuttgart. Mit noch etwas mehr Mut, hätte ich ihn angesprochen, wie wir Michels Comics verlegt bekommen. Aber Monsieur hat mich dezent aus der Glastüre hinaus in die Stuttgarter Nacht geschoben. Naja, es muss anders gehen… Allerdings war auch seine Aussage sehr ernüchternd, dass ein Comic-Autor bei einer Auflage von ca. 2000 Stück so etwa 1500-2000 Euro verdient!! Und das für eine Arbeit, die viele viele Stunden bedeutet. Pfffff… Doch Lotto spielen.

Und schließlich war da noch Andreas Hykade, ein Trickfilmregisseur. Er hat es seit 2005 zu einer gewissen Berühmtheit gebracht durch seine Serie Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig.

 

 

Bücherknast

56 Augen starren traurig aus der Oednis der postindustriellen Wüste und warten auf zahlreiche Besucher aus dem Medienzeitalter. So oder so ähnlich könnte man den Zustand der Bibliothek beschreiben. Die neue Stadtbibliothek oder auch Libary, wie multilingual in Beton gemeißelt an der Fertigteilattika prangt, fristet derzeit ein protziges Dasein im Nirwana der Stadtlandschaft.

Ich frage mich, ob dieser, von den Stuttartern „Bücherknast“, oder auch „Stammheim II “ genannte Bau es jemals schaffen wird die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen.

Man könnte meinen, die Würfel sind gefallen und Stuttgart mischt nun endlich auch mit beim internationalen  Stelldichein der austauschbaren Stadtlandschaften, zusammengeschustert – im wahrsten Sinne des Wortes – aus dem Werkzeugkasten urbaner  Belanglosigkeiten.

Ooooben bleiben

Hier ein paar Bilder vom letzten Freitag. Meinen tiefsten Respekt hat dieser ältere Herrn (oben im Bild), der seit Wochen mit seinem Rollator jedesmal die ganze Strecke läuft, und da ist er locker mal 2-3 Stunden auf den Füßen!

Besonders witzig war die Situation als wir an einem Reisebus voller Japaner vorbei gelaufen sind, der am Straßentrand stand und nicht weiterkam. Alle winkten ganz freundlich und lächelnd aus dem Bus – und plötzlich winkten sie auch noch mit „Kein Stuttgart21“-Schildern! Wer hat denn die besorgt – und warum? Als „weisse Fahne“  vor dem Mob?? Oder wird der Portest jetzt echt global? So oder so: natürlich bekamen sie ganz viel Applaus von uns!

Weiter oben bleiben

Hier noch ein paar interessante Artikel zu Stuttgart 21:

Der Kessel kocht“ – Beitrag des Architektenportals german-architects.com vom 27.8.2010

Abriss und Aufruhr“ – Artikel der Berliner Zeitung vom 27.8.2010

Schwabenstreich“ – Artikel der ZEIT vom 21.8.2010

Soll der Bahnhof unter die Erde?“ Ein Pro und Contra Beitrag von der ZEIT vom 21.8.2010

Architekt von Stuttgart 21 fordert sofortigen Baustopp“ (Artikel des STERN) vom 26.8.2010

Wie die Bahn Milliarden in den Sand setzt“ vom Grünen-Abgeordneten Winfried Herrmann im HANDELSBLATT vom 23.8.2010

Bürger gegen Stuttgart 21“ – FRONTAL-Sendung (Videoclip) zu Stuttgart 21

Immer ganz aktuell: der Live-Stream vom Nordflügel des Bahnhofs und eine Webcam

und via Twitterlink

„… nur Papier, und doch die ganze Welt.“

Regenwolken hängen über Stuttgart, kalt ist es. Und außerdem sind wir müde, nachdem wir gestern nacht erst gegen zwei Uhr von Offenburg zurück gekommen sind. Also mal wieder ab ins Museum: Die Graphische Sammlung der Staatsgalerie feiert ihr 200-jähriges Bestehen mit einer großen Sonderausstellung. Diese Sammlung hat wirklich Weltrang und findet doch wenig Beachtung in der Öffentlichkeit. Meist lagern die über 400.000 Werke im Keller – gegen Voranmeldung darf man anscheinend donnerstags im Studiensaal ausgewählte Blätter  an sehen.

Jetzt wird in der Ausstellung eine Auswahl präsentiert, sozusagen ein „Best of“: Dürer, Rembrandt, Beuys, Delacroix, Picasso, Degas, Raffael…. alle, alle dabei. Ein Wandeln durch die Jahrhunderte und das Who´s who der Kunstgeschichte. Wirklich sehr beindruckend. Es lohnt sich – noch bis 2. November 2010. Zum Abschluß des Sonntag nachmittags gabs natürlich noch Kaffe und (wirklich lecker) Käsekuchen im Museumscafé.

Wir gehen übrigens gerne auch noch ein zweites Mal hin 😉

Paula was here

… und hat zum Abschied von Michel ein Tattoo bekommen! Das ist jetzt anscheinend ihr ganzer Stolz, wie Sigrid erzählt hat. Ich schätze mal, dass Duschen in der nächsten Zeit viele guten Argumente braucht oder zumindest ein akrobatischer Akt wird…

Und was haben wir gemacht? Du meine Güte!

Haus des Waldes in Degerloch (gaaaaanz toll. Da haben wir einfach so einen ganzen Tag verbracht), Zügle fahren aufm Killesberg, ein paar Stunden mit Ira aufm Stadtteilbauernhof in Bad Canstatt (auch super toll, vor allem für kids mit einem Faible für Pferde & Co.), mit Michel auf dem Fernsehturm, bei Eliszis Jahrmarkttheater ein Vermögen für die beiden Mädels Ira und Paula ausgegeben (der Besitzer ist mit Sicherheit Multimillionär, wohingegen sein Schiffschaukebremser vermutlich einen Ein-Euro-Job hat) und und und…

Auf alle Fälle versteht ihr jetzt sicher, warum es in letzter Zeit hier etwas ruhig geworden ist.

Chez Catherine & Jean

Vielleicht interessiert es Euch ja, wo wir untergebracht waren in der Drome Provencale. Nun, da wir kein Appartment gefunden haben, waren wir in drei unterschiedlichen chambre d´hotes untergebracht – alle in der Nähe von Nyons.

Am Allerschönsten war unsere erste Station bei Catherine & Jean in ihrem Haus „Les Grands Pres“ in Piegon. Das ist ein kleines Nest, das oberhalb von Mirabel-aux-Baronnies liegt bzw. etwa 10 km von Nyons entfernt ist. Die beiden sind ein Künstlerehepaar, irgendwas zwischen 60 und 70 Jahren alt, die neben ihrem Appartment in Paris hier einen Traum für sich realisiert haben. Jean hat hier auch ein Atelier und eine kleine Galerie. Wir haben uns unglaublich wohl gefühlt bei den beiden und wären gerne den Rest des Urlaubs geblieben, aber sie hatten ihr Haus nach uns komplett vermietet in der übrigen Ferienzeit. Sie selbst haben sich für diese Zeit dann einen Campingbus gekauft und machen nun eine Tour durch Frankreich, um Neues zu entdecken. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja nach Stuttgart?! Das wäre sehr schön.

Da wir für die Folgetage keine Übernachtung gefunden hatten (die Ferien in Frankreich hatten just begonnen. Abgesehen davon tourte die Tour de France durch die Gegend!), haben wir Dank der Putzfrau von Catherine & Jean einen neuen Platz gefunden im Centre artistique, auch bei Piegon.

Dort verwalten in einem burgähnlichen Ensemble zwei Frauen (Mutter & Tochter) das Erbe des verstorbenen Mannes bzw. Vaters. Sehr morbide alles. In unserem Zimmer stand eine Kirchenorgel! Wir haben uns gefühlt wie Hänsel & Gretel. Nach zwei Nächten sind wir dann geflüchtet.

Und sind in der „Ville des Poetes“ gelandet, diesmal westlich von Nyons, bei Micheline, auch ein unglaublich nette Madame!

Ja doch, es war der richtige Zeitpunkt für eine Architektenvilla mit großen Swimming Pool, weitem Blick über die Landschaft. Und immer den Mont Ventoux im Blickfeld. Dort haben wir dann auch Mathias und Kathrin aus Cuxhaven kennen gelernt, aber das ist eine andere Geschichte…

Andere Chambre d´hotes in der Drome findet ihr zum Beispiel über dieses beliebte Portal.