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Nicht-Geburtstag

Am Sonntag habe ich Nicht-Geburtstag gefeiert mit dem gleichnamigen Törtchen (vorne links, genauer gesagt heisst es „Wunderland – Heute feiere ich meinen Nicht-Geburtstag“). Der Nichtgeburtstag sind alle 364 Tage im Jahr an denen man nicht Geburtstag hast. So lässt es sich leben!

Entdeckt haben wir diese Leckereien bei einem rutschigen Sonntagsspaziergang quer durch den Stuttgarter Westen. Ursprünglich wollten wir ja zur neuen Patissierie „Meister Lampe“. Hier verkauft die Konditormeisterin Tomomi Sugimoto, die jahrelang die Patissierie im Breuniger gemacht hat, ihre süßen Kreationen nach französischer Pâtisserie-Kunst. Und wir sind schon einige Male schwach geworden.

Aber dann sind wir zufällig über „tarte und törtchen“ gestolpert, keine hundert Meter entfernt, und waren sofort begeistert. Ein ganz liebevoller kleiner Laden, wo man morgens auch kurz ein französisch-italienisches Frühstück im Stehen einwerfen kann.  Die junge und süüüsse Patissiere Aline John hat uns mit Freude von sich erzählt und zeigte uns auch ihre kleine aber feine Backstube. Sie legt großen Wert auf regionale Produkte, die weitgehend auch Bioware sind. Ihre Kreationen sehen nicht nur bezaubernd aus und tragen nicht nur phantasievolle Namen wie „Rote Zora“ , „Zweikäsehoch“ oder „Sumpf au Chocolat“, sondern schmecken auch formidable!

Tja, obwohl der Name ja eigentlich Programm wäre, werden wir wohl „Meister Lampe“ untreu werden müssen.

Hier ein Zeitungsbericht von Aline John, die „tarte und törtchen“ macht.

Lecture 4: Waaaahnsinn

Ich ahnte schon nach fünf Minuten, daß Michel diese Illustratorin auf den Keks gehen wird – am Ende mir auch. Aber mit ihrem „Waaaahnsinn“ in fast jedem Satz – oder abgewandelt „waaaahnsinnig …“ (z.B. schön oder toll) brachte Tina Berning irgendwann all Sinne zum Klingeln. Abgesehen davon war sie ununterbrochen am Erzählen und Plaudern und überzog maßlos – und das in einer Bruthitze. Die Frage am Ende, ob jemand eine Frage hätte, wurde nicht mal mehr mit Applaus bedacht, sondern es folgte lautes Stühlerücken und die Flucht nach draußen auf der Suche nach einem kühlen Lüftchen.

Und trotzdem fand ich die Vorlesung interessant und es hat mir einiges an ihren Arbeiten gut gefallen. Tina Berning hat wie die anderen beiden auch viele Jahre in der Werbung „geschrubbt“ und das merkt man. Nicht nur künstlerisch, sondern auch wie sie kommuniziert. Heute lebt sie im Wechsel von künstlerischer Arbeit bzw. Ausstellungen und Aufträgen, die zumeist Editorials sind oder eben aus der Werbung kommen. Sie zeichnet sehr gerne Frauen und ebenso gerne im Modebereich. Da gibt es viele schöne Arbeiten, finde ich.

Am interessantesten finde ich aber ihre Heransgehensweise, sich künstlerisch weiter zu entwickeln und ein Stück weit auch selbst zu disziplinieren. Sie hat nämlich irgendwann angefangen -neben den Aufträgen- jeden Tag etwas zu zeichnen – für sich selbst sozusagen. Und auch wirklich abzuschließen. Dafür definiert sie ein Ziel bzw. Thema. Das erste war „One hundert girls on cheap paper“ mit dem Ergebnis von einhundert Zeichnungen in einhundert Tagen (bzw. am Ende waren es mehr als zweihundert, weil ihr viele weggekauft wurden, als sie diese 100 girls ausstellte) Interessanterweise führen sie diese „Projekte“ zu neuen Ufern – sowohl persönlich als auch beruflich. Spannend.

Hier gehts nochmal zur 4. Lecture in der Merz Akademie. Und nun hoffe ich, dass wir beim nächsten Mal zumindest wieder zu Viert sind!

„Ciao bella! Ciao bello!“

Mit diesen Worten hat Theo uns nach 2 Tagen in Stuttgart verabschiedet. (Zur Erklärung: sein Italienurlaub liegt grade mal zwei Wochen zurück.) Er wollte anscheinend auch gar nicht mehr aus Italien weg, wie Sigrid und Sascha berichtet haben. Da hat er wohl mit Dir Usch was gemeinsam, gelle? Heute haben wir mit Theo einen langen, langen Tag in der Wilhelma verbracht.

Für die Kids aus Harxheim hier das Wichtigste für Euch…. Erstmal natürlich ein Foto von den Erdmännchen, die sich heute sehr gerne gezeigt haben. Was meint ihr: weil es so schön warm war?

Dann haben wir viele  Tierkinder gesehen. Ganz neu: der Nachwuchs der Kraniche:

Hier seht ihr eine Entenfamilie im Seerosenteich – suuuuperschön:

Wir waren auch im Nachttierhaus – bei den Fledermäusen! Aber wir wissen nicht, ob da Babys dabei waren.

Und wir waren bei den Fischen – die Elisa so gut gefallen haben:

Und zum Schluss ein paar Fotos:

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Lecture 3: Spiritualmente Affine

Etwas spät mein Beitrag, aber ich weiß ja, daß Usch gerne einen kleinen Bericht hätte. Voilà!

Letzten Dienstag also ein smarter und sehr sympathischer Italiener namens Andrea Ventura. Ähnlich wie Niemann lebte und arbeitete er jahrelang in New York, mittlerweile aber in Berlin. Das sind aber schon fast alle Gemeinsamkeiten. Sein Stil ist viel malerischer, vor allem seine Portraits, die auch 80% seiner Arbeit ausmachen. Ich finde sie großartig.

http://www.andreaventuraart.com/portraits3.html

Andrea Ventura macht auch andere Arbeiten, doch bei seinen Auftragsarbeiten liebt er die Portraits, weil er gemerkt hat, dass er mit ihnen die größten Freiheiten hat. Ventura mag es nicht, wenn ein Kunde ihm seine Vorstellungen aufzwingen will und Vorschläge macht. wie er was machen soll. Bei den Portraits kann höchstens jemand sagen: etwas heller, etwas dunkler oder etwas mehr Farbe. (Übrigens kommt es so im Laufe der Jahre dazu, dass Ventura immer häufiger leuchtende Hintergrundfarbe einsetzt: weil die Kunden häufig „mehr Farbe“ wünschen, er aber seinen Portraitstil nicht verändern will/kann. So setzt er die Farbe eben im Hintergrund ein.). Dass er sich das (mittlerweile) erlauben kann, ist natürlich auch ein großes Glück. Wie Ventura seinen Weg gemacht, scheint irgendwie zufällig, „dahin gestolpert“. Ich hatte das Gefühl, dass er es bis heute selber nicht fassen kann, so ein bedeutender Illustrator zu sein, der für Magazine wie die New York Times arbeiten darf. Er macht einen fast schüchternen Eindruck, finde ich.

Abschließend beneidete Andrea Ventura die anwesenden Studenten als “happy people”, weil es als Illustrator inzwischen völlig egal ist, wo auf der Welt man lebt. Ein Freund von ihm, ebenfalls Illustrator, schippert auf einem Boot um die Welt und dies ist zugleich sein Arbeitsplatz. Das wär´s doch, oder? Nur bin ich leider keine Illustratorin….

Beim Googlen habe ich noch diese Website „From your desk“ entdeckt, bei der man unter anderem den Schreibtisch von Andrea Ventura begucken kann. Und wer nicht glaubt, dass wir bei dieser Veranstaltung waren, hier der endgültige Beweis.

PS: Ganz zum Schluß eine „Wandszene“ im Treppenhaus der Akademie, die mir gut gefällt:

Im Anschluss haben wir dann übrigens leider keinen von Sus Tipps mehr ausprobiert. Es regnete, uns war ungemütlich klamm und wir wollten nach Hause. Aber nächste Woche, bestimmt!

Lecture 2: Oye Como Va

Beim zweiten Teil unserer kleinen Sommerakademie stellte sich diese Woche die Berliner Agentur  „2Agenten“ vor, die für Illustratoren als Agenten tätig ist. Das Spektrum der vorgestellten 32 Illustratoren war interessant, die anschließende Diskussion der Studenten mit dem Agenturinhaber aber noch mehr.  Für die 25% Beteiligung am Honorar vermarkten die 2Agenten die Illustratoren, bereiten die Deals vor bzw. wickeln das Vertragliche und Kaufmännische ab. Dafür hat aber die Agentur auch die Exklusivrechte am Künstler, sprich an allen Aufträgen ist die Agentur beteiligt, selbst wenn der Illustrator einen Direktauftrag erhält. Wie sagt man so schön neudeutsch: Hauptsache, die „win-win“-Situation stimmt.

Die eigentliche „lecture“ haben wir (damit meine ich unsere Freunde aus Buoch!) an diesem Abend allerdings von Ali Osman erhalten. Und von Michel natürlich, der uns in diese Kneipe geführt hat. Man könnte auch wie das LIFT sagen: ein neues Kapitel „Schräggastro“.

Im Anschluss an die 2Agenten standen wir nämlich da, mitten im Stuttgarter Osten und wussten nicht so recht wohin (Su, du hättest das bestimmt gewusst, gell?). Michel hatte dann plötzlich einen Einfall und kachelte in die Taverne „Timbales„, eine kleine Kneipe, die mehr oder weniger an der B14 Richtung Bad Canstatt liegt. Ich muss gestehen, dass ich mich etwas über ihn lustig gemacht habe. Man sieht schon von außen, dass das Timbales irgendwas Griechisch-türkisches ist: es wird etwas Strandatmosphäre vermittelt mit Bastmatten, vertrockneten Weinreben und bunter Farbe. Und als endgültiger Beweis stehen auf der „Terrasse“ auf den Resopaltischen die unvermeidlichen Mückengläser. Als würden sich an dieser Stelle, quasi nur einen Steinwurf von Deutschlands Spitzenreiter in Sachen Feinstaubbelastung (dem Neckartor), irgendwelche Mücken blicken lassen! Nie im Leben! Ich konnte es nicht fassen, dass Michel uns hier her führt. Und drinnen sieht es dann so aus:

Wahnsinn, oder?  Und an den Wänden hängen Fotos aus mindestens 3 Jahrzehnten Musikerleben von Ali Osman. Ein türkisch-stämmiger Grieche, „Musiker und Weltbürger“. Er hat 20 Jahre von der Musik gelebt, im Maxim gespielt, auch mit den ganz Großen – mehrfach mit Carlos Santana. Und die Fotos bezeugen, dass Carlos ihn auch schon in seinem „Wohnzimmer“ besucht hat. Das Timbales ist nun sein Traum, hier veranstaltet er regelmässig Konzerte und wenn er Lust hat, spielt er auch selbst.

Wir hatten das Vergnügen dann am Ende: er setzte sich mit seiner Kochschütze hinters Schlagzeug, drehte den Soundtrack von „Oye Como Va“ auf und ab gings! Immer mit einem Lächeln im Gesicht. Am Ende stand er dann auf, freute sich über unser Strahlen und unsere Bewunderung, lächelte immer noch und sagte dann, dass dies hier sein Leben sei, hoffentlich bis ganz zum Schluß. Das ist mal ein glücklicher Mensch!

Hier seht ihr einen Videoclip von ihm mit seiner Band. Aber am besten selber hingehen – noch besser mit uns!

Lecture 1: Christoph Niemann

Fast zufällig bin ich über diese Veranstaltungsreihe „5 lectures on illustration“ der Merz-Akademie gestolpert und wir sind auch tatsächlich hin – zu Christoph Niemann, einem sehr renommierten Illustrator, wie wir erfahren haben. Uns hat der Abend sehr gefallen. Niemann erzählte von seiner Arbeit, über seine Zweifel und die unendlichen Mühen. Aber er hat auch sein sehr beeindruckendes Arbeitsspektrum z.B. für „The New Yorker“ gezeigt. Mich haben vor allem seine Ideen beeindruckt, und dann das Wesentliche zu finden und zu zeichnen.

So hatte er z.B. die Idee, einen New York Marathon zu laufen (und dafür auch noch Monate lang trainieren zu müssen) und dabei nebenher zu zeichnen und das Ganze zu twittern. Hört sich schräg an, aber ich finde die Umsetzung klasse.  Er hatte sich vorab keinen Plan gemacht, was er zeichnen wird. Als es dann losging, waren plötzlich nur noch die Batterien seines iPhone im Kopf, weil er Angst hatte dass sie nicht reichen. Deshalb auch zu Beginn des Laufes die gezeichneten Batterien. Später dachte er dann eine Zeitlang nur noch an Bananen, weil er die entscheidende Bananen-Versorgungsstation verpasst und man ihm gesagt hatte, dass ein Hungerast ganz schlimm wäre. Er twitterte dann an seine ihm unbekannte Community, ob jemand Bananen bringen könne und tatsächlich standen dann zwei Leute später da, die ihn versorgten.

Übrigens stammt er aus Waiblingen und ist von dort in die große weite Welt, sprich New York, gezogen. Jetzt lebt er mit seiner Familie in Berlin. Das kann man sich hier anschauen, sehr nette Fotos. (Bei dieser Gelegenheit habe ich ja diese The Selby Seite entdeckt. Gefällt mir, in anderer Leute Wohnung zu „gucken“. Das war ja auch immer das Beste an Wohnungsbesichtungen, gelle?) Christoph Niemann hat natürlich auch eine eigene Website bzw. Blog.

 

Nächste Woche wollen wir zur nächsten lecture, den „2agents“. Wie wärs, jemand mit dabei? Dann sind wir wenigstens nicht alleine, den Altersdurchschnitt der Zuhörerschaft nach oben zu katapultieren 😉 Außerdem kann man dann asnchließend im „da Capo“ nebenan was trinken und schnabulieren gehen.

Stopover

Es war wieder Trickfilmzeit in Stuttgart und dieses Festival ist einfach großartig. Bei schönem Wetter ist das ein ganz besonderes Feeling, weil es parallel zu den vielen Veranstaltungen auch ein kostenloses Openair auf dem Schlossplatz gibt – jeden Tag bis 23 Uhr!! Dieses Jahr haben wir das Festival nur 1-mal (in Worten: einmal) besucht – am 4. Tag des Internationalen Wettbewerbs!! Mit unserem Patenkind Kim – das war schön. Hier eines der Clips, die es auch Online frei verfügbar gibt. Ein Astronaut in den Weiten des Weltalls – mit einem allztu menschlichen Problem.

Unseren Lieblingsclip „Flamingo Pride“, die Geschichte des einzigen Heterosexuellen auf einer Insel, der sich in eine (langweilige) Heterosexuelle verliebt, gibt es leider nicht vollständig im Netz. Da müsst ihr auf Michels schauspielerische Künste zurückgreifen. Was er gerne tut 😉 Einen kurzen Trailer gibt es hier:

Flamingo Pride

Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich angesichts der vielen düsteren Clips immer wieder gefragt habe, ob es eigentlich ein Mindestalter für die Wettbewerbsfilme gibt… Und Kim zukünftig irgendwelche Aliens durch die Träume geistern sieht, die ich zu verantworten habe… Pffffff. Wenn ihr mich für überzogen ängstlich haltet… hier ein Beispiel (das ihr euch auf einer Grossleinwand vorstellen müsst)

Metachaos

Also meine lieben Freunde: merkt euch 2013 vor. Es lohnt sich, dafür nach Stuttgart zu reisen! Wir sind dabei!!

 

 

Das Kreuz mit dem Kreuz

„Ich habe Rücken!“ so oder so ähnlich waren die unheilverkündenden Botschaften aus dem fernen Frankreich. Und dann waren sie endlich da – samt Rücken (dem von Oliver).

Wir haben das Beste daraus gemacht. Timo, den kleinen Knirps, hat das sowieso  in seinen Charme-Offensiven alles nicht gestört.  Und drumherum gab es Bettflasche, Diclofenac, Akupressur, Öle, Infrarot. Aber auch Linsen & Spätzle, Kalbskotelett mit Gemüse, Quiche Lorraine mit Salat und Bruchsaler Spargel mit Grie Soß und Kartoffeln.

Am Ende hat dem Rücken nichts geholfen: Krankenwagen, Notarzt, Krankenhaus. Gestern haben Ira & Oliver den Heimweg angetreten, Megumu & Timo sind schon voraus gereist. Wir hoffen das Beste.

Und zum Schluß auch noch tiiierische Grüsse an unsere lieben Freunde aufm Berg! Hoffentlich bald wieder auf der anderen Seite des Zauns.

Monsieur Chat L´Heureux

Ein überraschender Gast, den Michel abends mit nach Hause gebracht hat. Auf die Schnelle haben wir etwas Essbares gezaubert, natürlich den besten Wein aus dem Keller geholt und die Reste des Käses aufgetischt – samt Knäckebrot von IKEA (mangels Alternativen). Ein wunderbarer unvergesslicher Abend wurde das. Am nächsten Tag fanden wir dann dieses kleine Fundstück auf dem Esstisch. Jetzt verfolgen wir gespannt die weitere Reise von Alex auf seinem Blog.  Solche schönen Überraschungen könnte ich gerne öfters haben.