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Streetlife

Um unseren Elterneinsatz etwas sonntäglicher zu gestalten, sind wir -Spaghettieis-schlozend- durch Öhringen geschlendert. Es jährte sich die „Öhringer Woche“ (eine der vielen Event-Erfindungen des örtlichen Gewerbevereins). Alle Geschäfte waren geöffnet, es gab einen großen Krämer- und Antiquitätenmarkt auf dem Marktplatz, Stände zum Essen & Trinken und und und… Eine große Attraktion waren diese 3 Jungs, die sich samt Verstärker, E-Gitarre und Cajun vorm Sanitätshaus aufgebaut haben und die Fußgängerzone mit Songs aus den 70er und 80ern rockten.  Übrigens direkt neben der Eisdiele – strategisch sehr clever.

Natürlich haben die Drei sofort alle Herzen gewonnen. Auch meines. Und doch kommen mir auch leise Zweifel, ob das den kids wirklich soviel Spaß macht. Von ihren englischen Texten dürften sie eh nichts verstehen. Vielleicht müssen sie sich ja ihr Kinderzimmer im neugebauten Häusle selber verdienen?!

Schnubberle im Hasenhimmel

Ihr erinnert Euch an „Schnubberle“, nicht wahr? (hier oder hier oder hier oder  hier).

Das arme, „echte“ Schnubberle von Carlotta ist nun letzten Samstag dem Marder zum Opfer gefallen – während sie bei uns in Stuttgart war. Welch grausames Schicksal. Und es war ein sehr trauriger Moment, als sie es dann erfahren hat. Papa hatte schon die Grabstelle bereitet und nach den ersten herzzerreißenden Kinderschluchzern begann sie, den Ort für sich und Schnubberle einzurichten: mit Blumen, etwas Klee zum essen, einer Zeichnung vom kleinen Hasen sowie ein kleiner Stuhl samt Getränkeflasche für sich selbst. Während wir alle doch etwas hilflos waren, meinte sie „Lasst mich allein.“ Irgendwann durfte dann Onkel Michi zu ihr.

Später hat sie in den Himmel geblickt und meinte ganz trocken: „Heute nacht ist ein Drachen, ein Hase und ein Löwe gestorben. Und da ist ein zerbrochenes Herz.“  Auf den zweiten Blick hab ich das dann auch am Himmel gesehen.

Ach ja, und Schnubberle ist jetzt im Hasenhimmel die Prinzessin der Heidehasen und wird den Gewinner im Sängerwettbewerb heiraten, den Lodengrün. Welch ein Trost.

Krebse und Blindschleichen

Bei mir ist derzeit Land unter – im wahrsten Sinn des Wortes. Seit Montag verbringe ich die Tage im Schlammbrei, kämpfe gegen Moder und dem Geruch von Heizöl an und führe nicht enden wollende Diskussionen, was man alles noch gebrauchen könne…. Immerhin haben wir schon zwei komplette Traktoranhänger voll Müll abtransportiert und der dritte ist auch bereits gefüllt. Dies ist das schlimmste Hochwasser in Eschelbach seit 23 Jahren. In der Zeitung steht, daß sich am Montag wohl viele Krebse und Blindschleichen im Wasser getummelt hätten. Mir ist aber noch keine begegnet. Wir haben allerdings ein Huhn als Todesopfer zu beklagen – vermutlich ist es von der Hühnerstange gerutscht oder gefallen.

 

So ruhig hier

Stimmt – irgendwie hatte die letzten Tage keiner die Energie, zu schreiben. Manchmal ist das halt so. Ganz abgesehen davon, bin ich nebenher auch noch mit der Website unseres 30-jährigen Abitreffens befasst. Das macht natürlich auch großen Spaß, diese ganzen alten Fotos! Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Mich würde natürlich interessieren, wem dieses tolle Auto gehört hat – und was eigentlich die Alwine macht?!

Am Hinterrad von Markus W.

Wie das Datum schon verrät, war die sportive Radausfahrt am vergangenen Wochenende. Die Schmerzen in meinen Gliedern erlauben es mir erst heute, den Bericht über die wilde Hatz zu schreiben.

Was als gemütliche Ausfahrt geplant war, geriet unter dem Einfluß von jeder Menge Testosteron zu einem kräfteraubenden Ritt durch die Täler und Höhen der Hohenloher Landschaft.

Der Starttermin wurde kurzfristig um eine Stunde verschoben, feste Zusagen wurden „zeitnah“ telefonisch abgesagt – alles wie im letzten Jahr.

Als es endlich losging, wehte uns ein harter Ostwind entgegen.  „Erst mal Windschattenfahren – belgischer Kreisel ab Kesselfeld“, so dachte ich.

Aber dem war nicht so. Die Jungs versuchten die Flucht nach vorn, als müsse man erst mal zeigen, was man in den Beinen hat. Nach 10 km war das längst kein Spaß mehr, worauf der Doktor nach rechts abbog und sein Glück alleine, im Bezwingen der steilstmöglichen Rampen suchte.

Wir restlichen fünf  Hansel (Markus W, Schwager M. und dessen „IchbindiesesJahrsogutwienochniemitdemRadgefahren“-Kumpels) machten uns ins Jagsttal auf.

„Wir fahren aber Straße…“

hätte mir zu denken geben müssen. Der schön ausgebaute Jagsttal-Radweg läßt ob der vielen Radtouristen und Steckeleswanderer (nordic walking) kein Tempobolzen zu. Die gut asphaltierte Straße schon.

Am Hinterrad von Markus W. sind wir die Strecke bis Jagsthausen gebrettert. Nach zwei Stunden Puls von 180 war ich sicher, ich werde den Tag nicht überleben. Zum Glück hatte ich zwei Snickers eingepackt und in Krautheim meinen Unterzucker mit Colabrause bekämpft. Nach dem Wechsel ins Kochertal ging es erstaunlicherweise wieder einigermaßen. Kurz vor Schluß haben wir uns verloren und ich bin die letzen 8 km alleine zurück gefahren, was mich ein gutes Stück Überwindung und Kraftanstregung gekostet hat.

In Eschelbach angekommen durfte ich mich an herrlichem Erdbeerkuchen laben, was meiner Regeneration deutlich gut tat.

Von der herrlichen Landschaft habe ich wenig bis gar nichts mitbekommen, aber ich könnte  über das 26″  Hinterrad von Markus W’s Rennmaschine und dessen Schaltverhalten berichten.

Wenn nächstes Mal nicht mehr Mitfahrer oder auch ein paar Frauen zusammenkommen, die regulierend auf den Geschwindigkeitswahn einwirken können, werde ich wohl vorher in Spanien Urlaub machen müssen. Da soll es ja gute Ärzte geben…

…aber schön war es trotzdem und Spaß hat es auch gemacht.

 

Rudern zwei ein Boot…

 

RUDERN ZWEI
Rudern zwei
ein boot,
der eine
kundig der sterne
der andre
kundig der stürme,
wird der eine
führn durch die sterne,
wird der andere
führn durch die stürme,
und am ende ganz am ende
wird das meer in der erinnerung
blau sein

(Reiner Kunze)

Meine Eltern sitzen nun seit 50 Jahren gemeinsam in einem Boot – und rudern. Das haben wir natürlich gefeiert. All inclusive sozusagen: In der Kirche beschallte unser der 30-köpfige Männergesangsverein (!!). Zum Schluß intonierten sie „Oh Du mein schönes Eschelbach“, das sich meine Eltern gewünscht hatten – und wir alle nicht kannten! Der Pfarrer philosophierte über die „halbe Treppe“ (die ich nicht verstand), die Enkelkinder haben was aufgesagt und beim Auszug aus der kleinen Dorfkirche warteten die Landfrauen, jede mit einer weißen Rose für meine Mutter. Es wurde viel gegessen und getrunken wie es sich gehört, geplaudert, gelacht, und die eine oder andere Träne verdrückt.

Nur die Sonne hat nicht ganz mitgespielt. So fiel die Kaffetafel im Garten leider leider aus und musste in der Wirtschaft stattfinden. Trotzdem: Schee wars.

 

 

Lasst es krachen!

Und nicht nur an Silvester, sondern auch im neuen Jahr 2011! Es soll einfach bunt, lebendig, schön werden!

Wir sind ja etwas wehmütig derzeit … unser Blog ist  nun 1 Jahr alt und wir haben über 200 Posts (!!) – Anlaß für das Schreiben war damals unsere Reise ans andere Ende der Welt, mit dem Bedürfnis Euch davon zu berichten, nicht nur hinterher in der Erinnerung, sondern sozusagen live. Ja, und vor einem Jahr sind wir in das Flugzeug nach Neuseeland gestiegen und wurden 32 Stunden später auf dem Flughafen von Nelson von Roland und Aiden begrüßt.

Heute verabschieden wir uns in den Kurzurlaub an den Starnberger See mit Thomas und Heinrich. Diesmal werden wir in München die Sektkorken knallen lassen. Auch das ist wunderschön! Doch ein bißchen bleibt die Sehnsucht nach der Ferne. Michel redet schon vom Beginn der Blue Codd Saison, und gestern ist er immer wieder auf Google Earth die Küste von Neuseeland abgesurft. Nun, was wären wir ohne Träume, gelle?

2. Weihnachtsfeiertag in Hohenlohe

Unsere Weihnachten war gemütlicher als erwartet. Dank der weißen Schneepracht auf dem 49. nördlichen Breitengrad und den damit verbundenen Straßenverhältnissen hatten sich unsere „social events“ (jenseits unserer 8 Patenkinder samt Anhang) auf ein Minimum reduziert. Wunderbar waren unsere Schneespaziergänge.

Unglaublich welche Last die Bäume nun tragen müssen – nachdem es mittlerweile klirrend kalt geworden ist. In der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertage sind wir bei minus 18 Grad nachts rum gefahren. Prompt hat unser Auto am nächsten Tag uns seine Dienste versagt. Nix mit „Hart, härter, Franzose!“

Von diesem Haus träume ich übrigens (mit Inge), sollten es diese Breitengrade bleiben. Das alte Pfarrhaus in Eschelbach.

Auch unterm Cappler Kastanienbaum steht die Welt still.

Manchmal konnte man Land und Himmel kaum unterscheiden.

Ansonsten war Weihnachten à la campagne eigentlich wie immer: Verfressen, gemütlich, untermalt von viel Kinderlärm. Der Kracher dieses Jahr war als Michel beim Schmücken des Cappler Weihnachtsbaumes die Hörgeräte von Frieder aus einer Schachtel raus gezogen hat. Chapeau, Frieder! Gutes Versteck. Aber du hättest daran denken müssen, dass wir Dir 12 Monate später auf die Schliche kommen bzw. dann hättest du den Baum doch besser selbst geschmückt ;-)) Und abends waren wir dann noch Kegeln mit ein paar Freunden bevor wir uns auf den eisglatten Weg ins ferne Stuttgart gemacht haben.