Archiv für den Monat: Februar 2010

catch of the day_stuttgart

salma

„Der Frühnebel lichtet sich, du machst die Leinen los. Erst Bug, dann Heck. Du fährst den South Channel raus, am Rocky Neck vorbei, vorbei an Miles Pound, wo ich als Junge Schlittschuh gelaufen bin. Du läßt das Signalhorn ertönen und winkst dem Sohn des Leuchtturmwärters zu.

Dann kommen die Meeresvögel. Die Heringsmöwen und die Eistaucher, fette, dumme Enten.

Der erste Sonnenstrahl.

Du fährst nach Norden, volle Fahrt voraus – 15 Knoten.

Die Jungs machen ihre Arbeit und du hast das Kommando und du weißt, daß du ein Schwertfischkapitän bist.

Gibt es ewas besseres auf der Welt?“

Am Freitag ist Gudrun rausgefahren um Fisch zu fangen. Ganz so pathetisch war es bei ihr nicht. Es ging eigentlich nur zu Metro. Die Herausforderung bestand im Wesentlichen darin, den Gestank an der Fischtheke zu überleben.

Den Fang sieht man oben im Bild. Das Ausnehmen des Fisches beschränkt sich in diesem Fall also auf das Rausnehmen aus der Plastikfolie und ist sicherlich keine sehr blutige Angelegenheit.

Abgepackt am 15.02.2010 und haltbar bis 22.02.2010 – wir müssen uns beeilen. Ach, wer von Euch kennt dieses Filmzitat?!

Öde Orte

Gestern waren wir in Pirmasens, um Micha zu besuchen. Und vor allem natürlich seine kleine 2 Monate alte Rosalie. Leon darf sich auf eine süsse kleine Schwester freuen!

2010 Diverse

Wir sind auch ein bisschen durch Pirmasens geschlendert – Michel ziemlich leidend, hungrig wie ein Wolf: in der Fastenzeit muß er sich nun die Verköstigung des hiesigen Fast Food Angebots verkneifen. Die fish and chips Ecke sah eh äußerst bescheiden aus, wie das Bild oben links zeigt.

In Pirmasens sind die Schlaglöcher noch zahlreicher und tiefer, die Menschen griesgrämiger, die Wettbüros zahlreicher… Zumindest gefühlt. Abends brauchten wir dann für die Seele „Geröstete Maultaschen mit Ei und Ackersalat“.

PS: Es gibt ja eine herrliche Buchreihe namens „Öde Orte“, über die sich die örtlichen Gemeinderäte, Bürgermeister und Tourismusmanager tierisch aufregen – da ist Pirmasens übrigens auch vertreten. Vermutlich aber Stuttgart auch… 😉

Sandfly Beach

Diesen Beitrag wollte ich ja schon in Neuseeland schreiben – vor allem für Paula, mit der ich jedes Mal, wenn sie nach Stuttgart kommt in die Wilhelma gehe. Dann rennt sie sofort Richtung Pinguine – und würde am liebsten  den Rest des Tages dort verbringen. Sie freut sich bestimmt über diese Geschichte. Na, und jetzt hat sogar die Stuttgarter Zeitung einen Beitrag darüber geschrieben (oder als  pdf: Sandfly Beach). Da muss ich ja wohl jetzt auch….

Ja, wir haben sie während unserer Rundreise gesehen, Pinguine in der freien Wildbahn!!! Genauer gesagt, eigentlich nur einen – dafür aber einen Besonderen, nämlich einen Gelbaugenpinguin, von denen es nur noch ca. 4500 Tiere gibt. Und ihn auch ziemlich weit weg, weil wir (übrigens als Einzige, wir Deppen) seine Schutzzone an der Sandfly Beach respektiert haben. Und hier ist er nun, der kleine Racker:

Pinguin

Für diesen Pinguin haben wir ziemliche Anstrengungen unternommen – zumindest ich für meinen Teil werde diese tierisch anstrengende Wanderung über steile Sanddünen nicht so schnell vergessen. Aber alle Mühen haben sich gelohnt. Es war wirklich rührend zu beobachten wie der kleine Kerl sich auf den Weg nach oben macht, ab und zu hüpfend, wenn das Hindernis zu groß war. Wir konnten es kaum glauben, wie weit er sich nach oben bewegt . Selbst 2 Stunden später, als wir auch wieder auf dem Rückweg war, marschierte er immer noch. Immer weiter, immer weiter….

Hier auf diesem YouTube-Video sieht man das auch ganz gut. Also liebe Kiwis da unten: unbedingt aufs Programm nehmen, wenn ihr die Ostküste, genauer gesagt die Otago Peninsula bei Dunedin, besucht.

Kitchen Stories

Es kann ja nicht nur Fisch geben! Der Fischkonsum hat sich eh im Hause Haase dramatisch reduziert. Nun ja, zum einen sind wir jetzt natürlich super verwöhnt von sooo derart frischem Frisch, dass er selbst nach dem Filetieren noch zuckt  (siehe Lemon shark Story)! Und darüber hinaus kriegt Michel einfach zu traurige Augen, wenn man ihm einfach so gekauften Fisch serviert, ohne dass er ihn selbst gefangen hat – oder zumindest mit an Bord war und mitgekämpft hat. Keine Heldengeschichten mehr beim abendlichen Zubereiten und Verspeisen… Ach ja. Seufz. Dann doch lieber Kartoffelbrei und Saitawürschtle – so wie gestern abend 😉 Das ist wenigstens selbst geschält.

Nun da habe ich es als Nicht-Jägerin (sondern Sammlerin??) etwas leichter – vor allem wenn man die Basics auch noch geschenkt bekommt. Deshalb stelle ich euch heute aus unserer „Cuisine Armoire“ etwas völlig Unfischiges aber dennoch Oberleckeres vor: Ich habe ja bereits in der ersten Februarwoche eine halbe Kiste (!!) Bitterorangen, sprich Pomeranzen, geschenkt bekommen. Das war eine echte Herausforderung, weil ich diese Dinger noch nie verarbeitet habe. Herausgekommen sind drei verschiedene Marmeladen:

Bitterorangen

Klassische Bittere Orangenkonfitüre, bei der ausschließlich Pomeranzen verwendet werden und das bittere Weisse mit verkocht wird. Oranges Ameres: wird gemischt mit Süssorangen, ist also nicht ganz so bitter. Und schließlich ein Pomeranzengelee nach einem Rezept von Veronique Witzigmann. Man beachte die selbst gestalteten Etiketten!!!

Und schließlich kann ich noch ein Dessert empfehlen, Caramell Panna Cotta mit Pomeranzen, dem Monsieur alle verfügbaren Sterne verliehen hat. Wirklich sehr lecker!

Tragisch für mich – und die Marmeladen – ist, dass Michel gar keine Bitterorangenmarmelade mag!! Das hat sich auch mit meinen Kreationen leider nicht geändert. So sitze ich nun auf ziemlich viel Marmeladengläser, von denen ich höchstens 3-4 Gläser selbst behalten werde. Nun, die ersten Gläser sind schon verschenkt. Ich hoffe mal, dass sich noch mehr Abnehmer finden. Takaka ist leider zu weit weg!!! Apropos: was machen die Fortschritte an der Käsefront?

D-Day at Separation Point

catch of the day

catch of the day

Dank Gundels/Michels Fisch-Kalender  war ich heute hoch motiviert und sicher, daß ich etwas fangen würde (super fishing conditions!!! this week). Also habe ich (nicht zu früh) das Boot gerichtet, 3-Angeln werden es wohl tun, alleine das Boot zu Wasser gelassen und rauss in die super glatte See gestochen! Auf dem Weg zum Separation Point habe ich noch kurz       Halt an Wainui Beach gemacht, um kleinere Rock Cots zu fangen. Nach 15 min und 3 Rock Cots (kleiner Haken, 6g Blei), dann weiter in Richtung Separation Point.  Dort ca. 4 km nördlich, dann 1 Angel für Michel´s King Fish mit toter kleiner Rock Cot und Luftballon als Schwimmer ausgeworfen (leider kein Erfolg – ABER das kommt noch!!) und 2 weitere Angeln (Blei und Squit) für den „Nahkampf“ klargemacht. Nach der ersten beachtlichen Seeperch konnte ich dann einen großen Barracouta fangen (der Dicke ganz hinten!). Das ist ein aggressiver Räuber, selbst voll mit Parasiten, aber dennoch toll zum Fangen da enormer Kämpfer. Der war gefolgt von einem Kleinen – welcher sauber war und super gut zum essen ist. Nach einiger Zeit des Wartens konnte ich dann noch zwei herrlich große Blue Cots, 45cm, und weitere Seaperches fangen, so dass ich meine Fischfilet Reserven für den Gefrierschrank wieder deutlich aufstocken konnte. Das wäre ein richtig guter Tag für Dich gewesen, Michel! Ich habe unsere doch wirklich müden Fischerfolge nun wieder wett machen können. Ich ließ mich lieber von Suse am Hafen abholen, weil ich keine große Lust verspürte, mir wieder das Bein aufzuschlitzen.  (Einschub von Suse: viele Brezele mit dem Anhänger die ramp runter. Es ist noch kein Meister vom Anhängerhimmel runtergefallen!!) Heute abend gibt es Blue Cot mit Salaten (keine Carbs für mich!). …..

pferdemarkt/horsemarket

pferdemarkt

Es geht auch anders. Man muß nicht das Boot auftanken, auf den Trailer laden, zum Hafen fahren , die Rampe runter, durch die schwere See an seperation point vorbei Richtung middle of somewhere, die Angeln raus, die Köder ran und ausgeworfen, warten und ackern bis der Fisch an Bord ist und dann bei hoher See zurück.

Es geht auch anders!

Es geht auch auf dem 187. Pferdemarkt in Öhringen, Tradition seit 1823. Aale, Backfisch, Fischbrötchen – alles wird geboten.  ja lecker, lecker, lecker. Ich sag mal – Fisch muß schwimmen.

Do geht mr  halt riewer, un nou sieht mr schou gnuoch Leit un Sache wou du sonscht des ganz Johr net siesch.

In diesem Sinne – Prost.

a long way home

way_home

immer am Neckar entlang, immer in der Spur bleiben, immer weiter, immer nach vorn.

Durch den Tiefschnee in die Dämmerung hineingeradelt und nicht mal hingefallen. Der Radweg wird ja nicht geräumt. Da ist es dann wie in Lappland zum fünf Uhr Tee.