Archiv für den Monat: Oktober 2010

Grosse Oper

Unser Kulturabo hat wieder angefangen. Diese Saison nun mit Thomas und Heinrich. Es macht einfach noch mehr Spaß, hinterher in größerer Runde Kritiker zu spielen.

Gestern also die olle Liederhalle mit „La Venexiana„.  Eine tolle Mezzosopranin, eine Jazzcambo und ein paar klassische Musiker interpretieren Monteverdi, Händel & Co. neu, sprich Musik aus dem 16. Jahrhundert. Die Kommentare reichten von „Ich geh jetzt nach Hause“ über „langweilig in der ersten Häfte“ und „da schwächelte die Mezzosopranin doch sehr“ bis hin zu“ ganz arg toll“. Und zum Schluss die „Lascias la spina“-Arie vom ollen Händel zu hören, war einfach nur schöööööön.

Zum Nachhören: „Lascia la spina cogli la rosa“ von Händel

Baum gepflanzt…

Nun denn, irgendwann muss man ja mal anfangen ;-), der Rest mag folgen!

Diese 3 Samenkörner hab ich im Wilhelma-Shop gekauft, vor gefühlten 4 Wochen. Und jetzt endlich eingepflanzt. Sie dürfen nämlich zu mir in die Kinderstube, diese Gingkobäume in spe. Ein Pflänzchen ist für Esther, eines für mich und falls es ein drittes gibt, geb ich das sehr gerne hiermit ab! Während unseres Wilhelmabesuchs konnten wir die herrlichen, riesigen Gingkobäume bewundern. So einen hätte ich auch gerne im nicht vorhandenen Garten stehen. Jetzt kommt halt erst der Baum, dann der Garten.

Nachdem ich die Samen erfolgreich gewässert und eingepflanzt habe, haben wir nun also Woche 1 der Gingkos. Anscheinend dauert es Minimum 4 Wochen bis sich die ersten Triebe zeigen. Dann geht die Story (hoffentlich) weiter. Solange passt der Kiwi aus Neuseeland auf. Apropos: gibt es Gingkos in Neuseeland? Vermutlich dürfen die ja nicht importiert werden, oder?

Früh übt sich…

(Hab ich am Wochenende gefunden und eingesackt, nachdem der Deal vollzogen war)

Und was gabs dafür? Zwei „gaaaanz süüüüüsse“ (O-Ton Paula) kleine Plüschtierchen, deren Fellzustand darauf hindeutet dass sie schon alle Zustände kleiner Kinderhände durchlebt haben. …

Nun ja, ich wollte Paula ja nicht desillusionieren – aber ich würde sagen, das waren 1,50 Euro zuviel. Doch alle waren am Ende glücklich – natürlich enschließlich Marco, dem cleveren Verkäufer. Er wird das Geld vermutlich in irgendwas mit „Bulldogs“ anlegen. Der nächste Schrott also 😉

Post aus Afrika

Ein verspätetes Geburtstagsgruss kam die letzten Tage von Inge. Dafür haben wir uns aber um so mehr gefreut, hat sie uns doch ein paar Fotos geschickt vom letzten Jahr, als wir Michels Geburtstag in Kassel nachgefeiert haben – im äthiopischen Restaurant Abessina. Ehrlich gesagt finde ich die äthiopische Küche kulinarisch gesehen nicht besonders raffiniert. Eher was für Zahnlose … mit diesem gräulichen Injera und den diversen Breien und Currys dazu.

Dennoch finde ich, ist es was Besonderes in einem afrikikanischen Restaurant zu essen und insofern, kann man das 1mal im Jahr wirklich geniessen. Und hier im Abessina habe ich das erste Mal eine äthiopische Kaffeezeremonie mit gemacht – von dieser stammt auch das spektakulräe Handykamerafoto von Inge.  So muss man sich das auch vorstellen, es dampft und qualmt mehr oder weniger eine Stunde lang ganz lecker nach frisch gerösteten Kaffeebohnen, zwischendrin gibt es den ersten, zweiten, dritten Aufguß des Gebräus. Alles sieht ein bisschen nach Vodoo aus, während die Matrone des Hauses (wissentlich?zufrieden?) in sich hineinlächelt. Der Kaffe schmeckt wie man Kaffee noch nie geschmeckt hat – auf alle Fälle sehr lecker.

Also an alle, die diese Zeremonie noch nicht kennen: unbedingt mal machen! Hier zum Nachlesen wie so eine Kaffeezeremonie abläuft.

Und wer sich für die Welt des Kaffees interessiert, hier ein Link zu Maskal – ein Shop samt Blog. Der Typ macht sogar Kaffee-Forschungsreisen z.B. auch nach Äthiopien und berichtet darüber in seinem Blog. Unglaublich.

Woher kommen die kleinen Kinder?

Jaja, mal wieder unterwegs gewesen. Wobei es doch ein Wochenende war, an dem man sich am besten zuhause einmümmelt und das Telefon abstellt. Doch wir waren mal wieder in Erlangen, wie gesagt bei Sauwetter – und da ist ein Museumsbesuch eine gute Idee. Ich bin ja GottseiDank noch nicht überredet worden, in einen Indoor-Spielplatz oder ähnliches zu gehen. Ich glaube, als Nicht-Eltern ist das die Hölle.

Wir waren im Kindermuseum in Nürnberg, was jetzt die meisten unter unseren Bloglesern vermutlich nur mässig interessiert, oder? Summasummarum ist das Museum für die kids ganz kurzweilig, als Erwachsene war es mir etwas zu viel Nostalgie und insgesamt zu viel Vitrinenpädagogik. Da steht dann z.B. wie im Biologieunterricht ein Schnitt durch den Bauch einer Schwangeren rum, sonst nix. Naja, da kann man dieses Thema ja erschöpfend und anschaulich behandeln 🙂 Sie machen allerdings für Kinder viele Aktionen. So machte Paula dann in der historischen Backstube beim Backen mit. Das war eine gute Idee. Denn sie hat für jeden von uns ein süßes Stückle gebacken, so daß wir auf der Rückfahrt vergnügt die Teilchen genüsslich verspeisen konnten.

Bens Wilhelma

Wir haben- wie immer- sehr schnell auf ganzer Linie aufgegeben und unserem Jüngsten unsere – allerdings wirklich schrottige- Kamera überlassen. Und eigentlich ist das Ergebnis doch eine gar nicht so schlechte Zusammenfassung: sozusagen „Wilhelma auf den Punkt gebracht“.

Apfelküchle, Erdmännchen & ein vermisstes Spaceshuttle

Die Harxheimer waren da! Und sie haben allerschönstes Herbstwetter mit Sonnenschein, leuchtenden Herbstfarben und einem sanften Wind – eben so dass die Blätter tanzen –  mitgebracht. Die Kinder haben sich die Wilhelma gewünscht und so sind wir alle bestens versorgt mit Bagels, belegten Broten, hartgekochten Eiern, gesunder Rohkost und diversen Drinks mit der U14 los gefahren. Michel hat am Vorabend noch Apfelkekse gebacken, die ich mit „nicht der Burner“ kommentiert hatte.

Für die kids war der Tag eigentlich klar durchstrukturiert: Nora wollte unbedingt zu den Erdmännchen – schließlich hatte sie sich schon seit vielen Wochen darauf vorbereitet mit unendlich vielen Zeichungen von Erdmännchen in allen Variationen. Ich glaube schon jetzt könnte sie in die Fusstapfen eines Erdmännchenforschers treten (gibt es überhaupt schon so jemanden? Wir kennen ja wirklich jemanden, der ist Eintagsfliegenforscher!!!! Echt wahr.) Ben sah am Eingang den bebilderten Wilhelma-Wegweiser und entschied spontan, dass er unbedingt und sofort die Bisons sehen will. Unglücklicherweise waren die am genau entgegensetzten Ende des Zoos, so dass wir Ben fortan vertrösten mussten. Denn von da an hat er alle anderen Tiere auf dem Weg nur noch desinteressiert beguckt, um dann „Ich will aber zum Bison!“ zu skandieren. Und Elisa entschied sich ganz spontan für die Seelöwen als ihre Lieblinge und insbesondere die Seelöwenfütterung – 3 Stunden später. So war für uns Erwachsene die Marschrichtung klar!

Wir haben den Tag – mit den tausend anderen im Zoo – wirklich sehr genossen! Ben ist tapfer gelaufen und gelaufen, wie an der Schnur gezogen. Die Mädels haben die (Tier-) Welt durch ihre Kameras bestaunt (wie ich im übrigen auch) und irgendwann waren unsere Füsse so müde, dass wir nur noch schlurfen konnten. Und die Apfelkekse, die wir mangels Krümelfähigkeit in Apfelküchle umgetauft haben, waren abends alle weg! Ich glaubs ja nicht.

Das Spaceshuttle von Ben ist übrigens noch immer im verwilderten Garten unter uns verschwunden. Es ist dort bestimmt auf geheimer Mission unterwegs. Wer weiß, wer weiß. Wir sind sehr gepannt wann es wieder auftaucht und ob es etwas von seiner Reise mitbringt!

Er hats geschafft

Keine 2 Monate später nach der Ankündigung und es hat tatsächlich geklappt: Roland war da! Und wir waren mit ihm in der Ausstellung der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie. Was für ein Luxus, wenn man nur ein paar Tage in Good Old Europe weilt. Und wie schön, dass wir diese Zeit, auch wenn sie kurz war, gemeinsam hatten. Hoffentlich bald wieder – wo auch immer!

Berufsdemonstranten

7-jährige Berufsdemonstranten in Stuttgart – von ihren Eltern in die erste Linie vorgeschickt! Wir hätten ja gerne die Petersens Kinder heute auch zur Demo mitgenommen, sozusagen eine anschauliche Einführung in Demokratie. Aber jetzt kommen sie erst morgen – dann gucken wir eben Tiere im Zoo an.

Und daneben der Mini-Mediendienst:

Ein gut aufbereitetes Video vom 1.10.2010, das die Stimmung der letzten Freitagsdemonstration mit irgendwas zwischen 50.000 und 100.ooo Teilnehmern ganz gut wiedergibt, wie ich finde. Nett war ja letzten Montag als der Veranstalter verkündete dass wir 54.000 Teilnehmer seien: „Und die Polizei kann sich das Rechnen sparen, wir haben das für sie gemacht: bei Euch sind es 27.000 Teilnehmer.“

Und noch ein Video. Das ist ein Interview von Putte von fluegel.tv mit Herrn Reichert, der Vorsitzender im Ruhestand einer Strafkammer in Stuttgart ist. Kein Aktivist irgendeiner Seite, sondern war als interessierter Zaungast am 30.9. im Schlossgarten. Als unmittelbarer Augenzeuge dieser Ereignisse hat er sich entschlossen, eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Innenminister Rech einzulegen.