Archiv des Autors: Michel

vor einem Jahr

kürzlich habe ich die Dateien auf meinem Handy durchgestöbert und bin auf ein ziemlich verwackelte Aufnahme vom Sonnenaufgang in Motupipi gestoßen. Ich war ganz fasziniert von der Geräuschkulisse der exotischen Vogelwelt. Das war ganz bezaubernd. Die Hühner haben so früh noch geschlafen, sonst hätte man die auch noch gackern hören.

goldene Zeiten für Touristen

Wie jeder Tourist in Kyoto sind auch wir zum goldenen Tempel gepilgert. Trotz der ungewöhnlichen Reisezeit gab es hier doch jede Menge Schaulustige. Vor allem Chinesen, wie ich meine. Da wird dann schon mal das ipad bemüht um den hotspot der japanischen Kultur digital abzuschießen. Wir sind da ja auch nicht anders. Mein smartphone tat  seinen Job und zack war das Ding abgespeichert.Dann ging es auch schon auf zum nächsten Highlight buddistischer Besinnlichkeit. Ich mag mir nicht vorstellen, wie dieser Ort zur Zeit der Kirschblüte aussehen mag. Der Pferdemarkt in Öhringen ist das sicher nur ein müder Abklatsch dagegen.

 

die drei Musketiere

Das Haus ist ganz toll und auch die Mitbewohner sind ganz berühmte Franzosen.

Zunächst wäre da mal Porthos, der dicke Brummer mit dem weichen Herz. Sein Zirpen treibt jeden Gegner in den Wahnsinn.

Ich denke, er war Schuld, daß sich Vincent van Gogh sein Ohr abgeschnitten hat. Bestimmt hätte er auch noch sein zweites Ohr abgeschnitten, aber es tut halt so weh.

Der zweite im Bunde ist Aramis, der kleine Schwarze. Er führt seine Stichwaffe stets bei sich und weiß sie auch zu nutzen.

Der Dritte im Bunde ist natürlich Athos, der geheimnisvolle, ruhige und überlegte Mann. So bewacht kann uns hier gar nichts passieren.

Fundstück am Straßenrand

Wenn man nicht mit 35 Sachen durch die Lande kachelt sondern mit hängender Zunge auch mal die Hügel hochklettert, kann man am Wegesrand enorme Monster entdecken.

Dieser Kerl hier war bestimmt 8 cm Lang und 2 cm dick. Total gelb, mit weißen Punkten aus denen schwarze Haare wuchsen, die wiederum kleineschwarze Knötchen am Ende hatten. Vorausgesetz die Raupe versucht nicht noch einmal die Straße zu überqueren könnte sich ja ein Falter sich aus dem fetten Ding entwicklen.

Ich muß noch rausfinden welcher .

Am Hinterrad von Markus W.

Wie das Datum schon verrät, war die sportive Radausfahrt am vergangenen Wochenende. Die Schmerzen in meinen Gliedern erlauben es mir erst heute, den Bericht über die wilde Hatz zu schreiben.

Was als gemütliche Ausfahrt geplant war, geriet unter dem Einfluß von jeder Menge Testosteron zu einem kräfteraubenden Ritt durch die Täler und Höhen der Hohenloher Landschaft.

Der Starttermin wurde kurzfristig um eine Stunde verschoben, feste Zusagen wurden „zeitnah“ telefonisch abgesagt – alles wie im letzten Jahr.

Als es endlich losging, wehte uns ein harter Ostwind entgegen.  „Erst mal Windschattenfahren – belgischer Kreisel ab Kesselfeld“, so dachte ich.

Aber dem war nicht so. Die Jungs versuchten die Flucht nach vorn, als müsse man erst mal zeigen, was man in den Beinen hat. Nach 10 km war das längst kein Spaß mehr, worauf der Doktor nach rechts abbog und sein Glück alleine, im Bezwingen der steilstmöglichen Rampen suchte.

Wir restlichen fünf  Hansel (Markus W, Schwager M. und dessen „IchbindiesesJahrsogutwienochniemitdemRadgefahren“-Kumpels) machten uns ins Jagsttal auf.

„Wir fahren aber Straße…“

hätte mir zu denken geben müssen. Der schön ausgebaute Jagsttal-Radweg läßt ob der vielen Radtouristen und Steckeleswanderer (nordic walking) kein Tempobolzen zu. Die gut asphaltierte Straße schon.

Am Hinterrad von Markus W. sind wir die Strecke bis Jagsthausen gebrettert. Nach zwei Stunden Puls von 180 war ich sicher, ich werde den Tag nicht überleben. Zum Glück hatte ich zwei Snickers eingepackt und in Krautheim meinen Unterzucker mit Colabrause bekämpft. Nach dem Wechsel ins Kochertal ging es erstaunlicherweise wieder einigermaßen. Kurz vor Schluß haben wir uns verloren und ich bin die letzen 8 km alleine zurück gefahren, was mich ein gutes Stück Überwindung und Kraftanstregung gekostet hat.

In Eschelbach angekommen durfte ich mich an herrlichem Erdbeerkuchen laben, was meiner Regeneration deutlich gut tat.

Von der herrlichen Landschaft habe ich wenig bis gar nichts mitbekommen, aber ich könnte  über das 26″  Hinterrad von Markus W’s Rennmaschine und dessen Schaltverhalten berichten.

Wenn nächstes Mal nicht mehr Mitfahrer oder auch ein paar Frauen zusammenkommen, die regulierend auf den Geschwindigkeitswahn einwirken können, werde ich wohl vorher in Spanien Urlaub machen müssen. Da soll es ja gute Ärzte geben…

…aber schön war es trotzdem und Spaß hat es auch gemacht.

 

Spezi Spezial

letzter Samstag im April ist „Spezitag“ in Germersheim.

Wie jedes Jahr treffen sich hier die Fahrradspezialisten und -spinner. Und wie jedes Jahr wird es immer ein wenig professioneller. Gut, die Ultraschrauber sind immer noch vertreten, doch im Großen und Ganzen treiben sich ganz seriöse Liegeradhersteller und -enthusiasten auf der Messe rum. Diese Jahr hat Velotraum neben seinen Rädern auch noch Paul, den Sohn meines Kollegen als Praktikant mit auf dem Stand. Ein Grund mehr also die Spezi dieses Jahr mal wieder aufzusuchen.

Es hat sich einiges hinsichtlich der Elektroantriebe und der Allwettertauglichichkeit getan. 

Hase Spezialräder zeigt z.B. ein gutes System mit Verkleidung.

Schöne Räder machen aber auch z. B.  AZUB Bike. Von echten Rennsemmeln bis hin zu Expeditionsrädern – alles dabei.

Testen kann man die Räder auf der Messe natürlich auch. Ich habe diesmal eine Faltrad mit 24″ Rädern getestet. Natürlich wieder ein Model von den verrückten  Briten. Auf der Teststrecke für Pedelecs habe ich ein Hase Kettwiesel und Martin mit Anton eine Hase Pino, jeweils mit Elektromotorunterstützung getestet. Eine Alternative zum Pino von Hase könnte aber auch ein Liegeradtandem sein.

Martin und ich konnten uns für einen Fahrradhelm mit extrem guter Passform begeistern, leider beteht derzeit bei keinem von uns aktuell Bedarf an einem neuen Kopfschutz.

Kurz vor unserer Rückreise haben wir uns noch den ersten Teil des 8. Trike-Race angeschaut.

Ich hätte nicht gedacht, daß es in dieser Disziplin sogar Profis gibt.

Nächstes Mal sollte ich vielleicht stilecht mit 25 Jahre alten  Alex Moulton zur Spezi anreisen.

Wer noch nicht genug hat, der kann sich hier die ganze Pracht mal ansehen.

 

 

Hohenloher Ebene

Geddelsbach liegt ja bekanntlich im Brettachtal, welches als eines der lieblich-romantischen Gewässer in Hohenlohe bekannt ist. Doch die Talhänge sind steil, sehr steil. Da ist nicht viel zu spüren von der Ebene. Auf dem Weg aus Stuttgart nach Eschelbach rast man zuerst im Sturzflug von Burg Maienfels nach Brettach um sich dann auf der anderen Seite die 16 % Steigung hoch zu stemmen.

Eigentlich kann man bei der Aktion auf auf das Vorderrad verzichten, da es sich ständig ob der Steilheit von der Straße hebt.

Am Ende ist man dann doch froh, daß es vorbei ist.Nach zwei Stunden hat man sich so weit erholt, daß man die nächsten 50 km in Angriff nehmen kann. Nach der Qual kann man sich dann aber mit Genuss auf ein Spaghettieis freuen.

Hilfe, mich hat ein Hund geküsst…

… holt Jod und heißes Wasser.

Ich erinner mich diesen Aufschrei von Lucy van Pelt, wenn sie von Snoopy in der Zeichentrickserie Charly Brown wieder mal mit Küssen geradezu abgeschleckt hat.

Jod und heißes Wasser scheint auch angebracht, wenn man sich auf der Autoverwertungsanlage von Charlie Braun in Öhringen rumtreibt.

Zuerst findet man den Eingang nicht. Im Grunde gibt es zwei „Nichteingänge“. Auf dem Gelände bekommt man dann ein Vorstellung, wie es in Nord-Ost-Japan nach der Tsunamikatastrohe aussehen muß.

Kürzlich sind wir dort vorbei gekommen, in der Hoffnung Ersatzteilchen für unsere französische Reiselimousine zu finden. Leider wurden wir nicht fündig. Auch die Suche nach der verlorengegangenen Radkappe war nicht von Erfolg gekrönt. Das Auto ist noch nicht alt genug.

„Die Radkappen „lagern“ da vorne in dem 5 er BMW. Vielleicht ist ja was passendes dabei“, war die knappe Ansage des Personals. Die Eindrücke von der Gesamtanlage haben uns dennoch über den Misserfolg hinweggetröstet. Ein so abartiges Chaos findet man nicht nicht alle Tage. Und über allem thront der ausgeschlachtete Rest eine RO 80.

Vor 25 Jahre hat man schon gemunkelt, daß der Charlie in einer alten Scheune irgendwo im Nirgendwo zahlreiche Gogomobile auf  Regalen stapelt.

Was die heute wohl wert sind?