Archiv für den Monat: September 2010

Entdeck den Bauern in Dir!

Nein, dieser Spruch ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf/in dem der Marketingköpfe des 98. Landwirtschaftlichen Hauptfestes. Das ganze (Volks-) Fest wird gemeinhin auch „Canstatter Wasen“ genannt. Die Landwirtschaftsausstellung findet allerdings nur noch alle zwei Jahre statt – es gibt halt immer weniger Bauern, doch saufen geht jedes Jahr!

Ich kann mich nicht erinnern, ob und wann ich zuletzt auf dieser Landwirtschaftsausstellung war. Aber meine Eltern, mit denen ich mich getroffen hatte, sind sich ganz sicher, daß ich da als kleines Kind verloren gegangen bin und ausgerufen werden musste. Abgesehen davon haben sich dort meine Eltern kennen gelernt, denn schließlich war das Canstatter Volksfest früher auch (und vor allem?) Heiratsmarkt für die Bauern ausm Gäu. Ihr seht, hier liegen meine Wurzeln!

Nun, falls ich doch noch Bäurin werden wollte, reichen ein paar Tage hier, um alles beisammen zu haben – inklusive Fördergelder, Wohnzimmercouch und Bauer 😉 Allerdings haben mich weder die innovativen Melkstände, noch der Traktor des Jahres 2010 noch das softwaregestüzte, geo-basierte Traktorenmanagement (echt wahr) interessiert, sondern ganz andere Sachen. Eher für die Landfrau, würde ich sagen. Zum Beispiel Destilliergeräte (gabs ganz viele, Schnaps brennen hat was!), Räucheröfen (Roland!!), tolle Holzbackofen und riesige Nudelmaschinen. Abgesehen davon gabs viele Stände rund ums Essen – die meisten waren auch auf der SlowFood im Frühjahr.

Sehr beeindruckt hat mich der Stand der Landschaftsgärtner. Denen sitzt doch der Schalk im Nacken, findet ihr nicht?

Aber am besten ist der Verband der Friedhofsgärtner, die unter dem Slogan „Es lebe der Friedhof“ angetreten sind. Es lohnt sich wirklich deren Hompepage zu besuchen. Ich finde die sehr pfiffig.

Zum Schluss noch ein paar Stimmungsfotos vom Wasen. Als ich um halb sieben Uhr nach Hause gegangen bin, haben sie schon auf den Tischen getanzt. Ach ja: Ben, Boxautos gibts dort!!

Die Bäurin hat dieser Tag aber nicht in mir geweckt…

Und er lebt doch?!

Gestern haben wir Annas (und auch noch ein bisschen Michels) Geburtstag nachgefeiert  – mein Beitrag dazu: Dande Dorles Käsekuchen. Ich hab zwar eine Menge „Danden“, aber keine namens Dorle. Vielmehr stammt das Rezept aus dem Buch „Laugenweckle zum Frühstück“ von Elisabeth Kabatek, das ist die schwäbische Antwort auf  Bridget Jones & Co. Und es ist mein absolutes Lieblings-Käsekuchen-Rezept, weil er sehr fluffig ist. Vor allem wenn er am selben Tag gegessen wird. Marco hat gestern beim Verschmausen gefragt, ob es das Rezept von seiner Mutter sei, was für mich einem Ritterschlag gleich kommt.

Man darf sich halt über die Entwicklung des Kuchens im Backofen keine ernsthaften Sorgen machen. Na ja, leichter gesagt als getan: zum Schluß stand ich im 2-Minuten-Takt vor dem Backofen. Doch kaum holt man den Kuchen raus, fällt er auch schon zusammen. Wobei mir Marianne von der Alb den Trick verraten hat, den Kuchen noch 10 Minuten im abgeschalteten Backofen zu lassen – dann bleibt er „oben“.

Leider hab ich vergessen Fotos zu machen, um Euch das Endergebnis zu präsentieren – auch von den anderen Kuchen, die es gab: Apfel und Marmorkuchen und ein Kuchen von Marianne, dessen Name ich vergessen habe, der aber Annas Lieblingskuchen ist. Das ist ein Rührteig mit Zimtzuckerstreuseln drüber, einfach aber lecker!

Hier nun das Rezept:

Dande Dorles Käsekuchen

Mürbeteig:

  • 250 g Mehl
  • 125 g Butter
  • 70 g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • Zitronenschale oder Vanillezucker

Füllung:

  • 5 bis 6 Eier
  • 170 Gramm  Zucker
  • 750 Quark (mind 20% Fett)
  • 500 Gramm  Schmand
  • Zitronenschale
  • 1    Päck. Vanillepudding

Mürbteig aus den Zutaten herstellen und kalt stellen.

Für die Käsemasse Eier trennen. Eigelbe und 2/3 des Zuckers schaumig schlagen.
Quark und Schmand, Zitronenschale und Vanillepudding unterrühren.

Eischnee schlagen, 1/3 des Zuckers unterheben.

Eischnee unter die Quarkmasse heben. Alles in die mit Mürbteig ausgelegte Form füllen.

C´est ca!

Bei 180 Grad eine Stunde backen.

Baby, es gibt Reis

Am Freitag war also Teil 2 vom großen Jungengeburtstag – mit gaaanz viel Reis. (Zur Einstimmung der unübertroffene Helge Schneider.)

Michel und ich haben asiatisch querbeet gekocht: Rindercurry (das sehr scharf war), Tandoori-Hähnchenspieße und ein mildes thailändisches Kokoshähnchen – mit Gewürzen wie Sternanis, Zimt und Nelken in der Currypaste.  Ja, wir haben jede Currypaste selbst gemacht – und das alles in 2 Stunden! Natürlich hab ich mal wieder völlig vergessen, Fotos zu machen. Also, Foodblogger werd ich wohl in diesem Leben nicht (mehr). Thomas hat den Nachtisch übernommen mit Zwetschgenkompott und einem nicht geglückten Eis – das wir dann kurzerhand aufgeschäumt haben. Und gestern musste nun auch endlich unser 10l-Weinschlauch dran glauben, den wir von der Cotes du Rhone mitgebracht haben – bester Wein aus Vinsobres!

Ein sehr schöner Abend mit Freunden war das mal wieder.

Großer Jungengeburtstag

Bei so einem tollen Geburtstagsbericht von Bens großem Tag muss ich ja unbedingt erzählen wie wir 200 km südlich den Geburtstag des großen Jungen verbracht haben. Es gab bei uns keine so schön bunte Kuchen (nur einen Apfelkuchen, von dem Michel grade mal ein Stückchen abbekommen hat!!, weil seine Kollegen den Rest weggefuttert haben), keine blonden Mädchen (dafür unsere Liselotte mit schneeweißen Haaren) und keine so tollen Spiele, aber dafür auch ganz tolle Geschenke, wie Ihr oben vielleicht seht.

Aber ganz besonders hat sich Michel über die Post der Kinder aus Harxheim gefreut. Super super toll!! Ein Frosch zum Hüpfenlassen und ein tolles Hasenbild von Elisa, eine gebastelte Raupe von Ben und dann noch ein wunderbares Bild aus der großen weiten Welt der Erdmännchen von Nora. Ich konnte es mir heute natürlich nicht verkneifen, davon den diversen Eltern unserer Patenkinder zu erzählen 😉 Es hat sich dabei herausgestellt, dass die Kinder alle mit Hingebung gebastelt und gemalt haben – aber die Eltern haben es nicht geschafft, die Sachen einzutüten und zur Post zu bringen.

Abends wollten Michel und ich es uns gemütlich machen – mit Muscheln in Weißweinsauce. Denn der eigentliche Umtrunk ist ja erst am Freitag. Aber trotzdem klingelte ab 19 Uhr die Tür… Also Muscheln wieder verstaut, Sekt und Wein aus dem Keller geholt plus alles was der Kühlschrank und die Süßigkeitenbox so hergibt. Das wurde dann ein wunderbarer, lauer Abend auf dem Balkon! Und dank dem neuen Stativ konnten wir dann sogar noch den Jupiter und seine Monde anschauen – und wie oft die Leute aufm Fernsehturm aufs Klo gehen!

Unterm Strich nimmt aber Michels Geburtstag auch die Dimensionen eines Kindergeburtstags an, finde ich: gestern gefeiert, morgen nochmal in größerer Runde und am Sonntag dann – zusammen mit Anna – mit der Familie. Aber heute abend gibts erstmal Muscheln in Weißweinsauce!

22. September

             

   

 Jungengeburtstag ! Aber Mädchen waren auch genug da, jedenfalls soweit sie lange blonde Haare oder ein anderes Handicap hatten, denn Ben hat eine große Schwäche für kleine Schwächen. Von den Gästen gab´s ein personalisiertes  Spitzenreiter-Trikot und Torwarthandschuhe, die ihm gegen seine Ball-im-Gesicht-Angst helfen sollen. Er ist damit äußerst oberwässrig – allerdings: wenn der Ball auf ihn zufliegt dreht er sich doch mal lieber weg und kneift noch vorsichtshalber die Augen zu. Eigentlich schlau. Da die Sonne für die Geburtstagskinder  lachte, hatten wir die gute alte rosa-lila Hüpfburg (Erbstück von den älteren Schwestern) aktiviert , die bei den Gast-Mädels angemessen Eindruck machte. Die Kerle hat die Farbe nicht gestört. Es war laut und lustig, süss und wild. Wir haben mit den Muttis Sekt gebechert und zwischendurch zum Topfschlagen und Brezelschnappen animiert . Was für ein rührendes Alter- noch keiner nölt über solcherart Spiele – alle sind begeistert dabei. Als dann irgendwann alle alle alle draußen waren, waren wir noch gefühlte 5 Stunden mit dem Aufbau der Ritterburg (200 Kleinteile) und Dardabahn, sowie bespielen und applaudieren beschäftigt. Würde gerne wissen, von was der kleine Kerl jetzt träumt.

 Liebe Grüße an den anderen Geburtstagsjungen!

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Weiter .. na was schon?!

Mensch, wir kommen ja kaum zu anderen Inhalten… Heute war „Volksversammlung“ im Schloßgarten mit ca. 50.000 Teilnehmern, dem Teil des Stadtparks, der platt gemacht werden soll samt seinen ca. 280 Bäumen. Hier sind vor allem die Parkwächter aktiv, mittlerweile unterstützt von Robin Wood. Außerdem wurde heute „spontan“ ein Zeltdorf erstellt und schon mal vorsorglich Rechtsmittelunterstützung eingesammelt. Das Zelten kostet wohl schon mal einen Hunderter pro Zelt und ich möchte nicht wissen, was die Baumbesetzer für Rechnungen bekommen. Mitte Oktober soll ja das Fällen beginnen und ich fürchte dass dies ein ziemlicher emotionaler Moment wird… Umso wichtiger, dass bald das Moratarium angenommen wird.

Insgesamt nimmt der Protest manchmal schon folkloristische Züge an. Böse Zungen sprechen auch von „Kirchentagsatmosphäre“. Ich finde es nebenbei ganz witzig, immer wieder Kreatives und Witziges zu entdecken. Zum Beispiel der T-Shirt-Aufdruck von dem Typen im blauen T-Shirt: „Oettinger – schon das Bier war Scheiße“. Das stimmt definitiv! Ach, und Konstantin Wecker hat Grußworte geschickt!!! Er will auf einer der nächsten Veranstaltungen dabei sein. Mensch, Mensch, Mensch…..

Zum Abschluß noch ein neuer, guter Link: fluegel.tv : Die bieten zum einen auch eine Live-Webcam. Aber noch wichtiger: sie machen ganz gute sehr sachliche Interviews mit Pro und Contra S21 Leuten – und es gibt hier auch eine gute Zusammenstellung von weiterführendem Material.

Ooooben bleiben

Hier ein paar Bilder vom letzten Freitag. Meinen tiefsten Respekt hat dieser ältere Herrn (oben im Bild), der seit Wochen mit seinem Rollator jedesmal die ganze Strecke läuft, und da ist er locker mal 2-3 Stunden auf den Füßen!

Besonders witzig war die Situation als wir an einem Reisebus voller Japaner vorbei gelaufen sind, der am Straßentrand stand und nicht weiterkam. Alle winkten ganz freundlich und lächelnd aus dem Bus – und plötzlich winkten sie auch noch mit „Kein Stuttgart21“-Schildern! Wer hat denn die besorgt – und warum? Als „weisse Fahne“  vor dem Mob?? Oder wird der Portest jetzt echt global? So oder so: natürlich bekamen sie ganz viel Applaus von uns!

Augmented Reality beim Saal-Griechen

Was für eine „Headline“, gell? Nun, gestern war „Andi in town“ und wir sind mit ihm ins Stuttgarter Bohnenviertel (interessante Website zur Geschichte des Bohnenviertels!) zum sogenannten „Saal-Griechen“ in der Brennergasse marschiert. (Ich hab grade gelesen, dass diese Gasse früher die Judengasse war) In echt heißt der eigentlich Taverne Odyssia, aber Saal-Grieche sagt eigentlich alles, oder? Das Bohnenviertel selbst, jenseits der großen B14, lassen wir ja leider viel zu oft von uns links liegen, obwohl dieses Viertel mit seinen kleinen schmucken Häusle echt sehr viel Atmosphäre hat.

Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen und es gab viel zu erzählen. Wenn Michel allerdings Andi trifft, hält er es irgendwas nicht mehr aus und er muß ihn nach den neuesten „Apps“ fürs iPhone fragen. Michel hat weder das eine noch das andere – sein unerfüllter Traum! Aber was wäre Michel ohne seine Wünsche und Projekte…!

Andi hat uns diesmal nicht nur gezeigt, wie unser Blog auf dem iPhone aussieht (echt gut!), sondern eine „Augmented Reality“ Anwendung. Ich musste auch erst mal googlen, obwohl mir das Stichwort noch aus Fraunhofer Zeiten im Ohr klingelt, aber zu lange her… Falls das jemand von Euch interessiert, hier beim Elektrischen Reporter gibts ein ganz gutes kurzes Video dazu, wie ich finde. Da kann einem durchaus auch etwas bang werden… Aber dieses App war ganz harmlos: Andi hat mit seinem iPhone sozusagen seinen Standort gescannt und es wurden dann andere Adressen z.B. Restaurants in der Nähe eingeblendet, deren Informationen man natürlich dann auch abrufen kann.

Wie immer mit Andi: ein sehr plauschiger, entspannter Abend. Gerne immer wieder!!

Ein Birnbaum in seinem Garten stand…

Ach Mensch, wir kommen im Moment kaum dazu, hier zu schreiben. Aber so ist das halt, wenn man zum Straßenkämpfer wird! Und dabei hätte ich so viel zu berichten. Mal sehn wie ich dazu komme in dieser Woche…

Letzten Samstag waren wir auf alle Fälle zuhause in Hohenlohe. Und man merkt: jetzt kommt der Herbst wieder. Meine Mutter hat sich aus den Weiden im Garten einen Besen gemacht. Ganz toll. Und dabei wollen die Kinder unbedingt, dass der Weidenbaum wegkommt, weil er die Treppe zum Baumhaus zuwächst. Dabei könnte man das ja wegschneiden! Als wir ihnen dann gezeigt haben was man aus Weiden alles machen kann, war aber urplötzlich Schluss mit der Quengelei. So einfach kann das sein. Manchmal wenigstens.

Hier ist Michels Lieblings-Birnenbaum. Ich kenn die Sorte leider nicht, aber sie sind sehr knackig und eher säuerlich.

Ich wüsste ja mal gerne, ob es für Birnen auch ein leckeres Marmeladenrezept gibt. Hab ich noch nie gemacht, aber ich liebe den Geschmack von Birnen sehr. Und würde den natürlich gerne konservieren. Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

Außerdem hab ich noch mitgenommen: Boskopäpfel aus dem Garten von Michels Eltern, weisse Pfirsiche und Birnen von Mama und Brombeeren aus Marcos Garten. Und Liselotte hat mir heute morgen auch nochmal Pfirsiche aus ihrem Garten geschenkt. Jetzt muss ich das ganze Zeugs aber wirklich einmachen. Ihr seht, einfach keine Zeit!!!

Weitblick aufm Hohenstaufen

Am Sonntag haben wir mal wieder unsere schwäbische Heimat bereist, diesmal der Hohenstaufen bei Göppingen. Das ist nicht nur der Hausberg von Göppingen, sondern mit der Burg Hohenstaufen auch der Stammsitz des Staufergeschlechts. Gott sei Dank gibt es am Fuß ein gut gemachtes Besucherzentrum, wo man sich auf ca. 100 qm nochmal die Geschichte der Staufer ins Gedächtnis rufen kann. Da mal wieder ein Jakobsweg unseren Weg kreuzte, haben wir uns auch gleich bei der „Barbarossakirche“ einen Stempel gesorgt.

Oben lohnt vor allem der phantastische Rundum-Blick, der (leider) nur durch zu hohes Buschwerk teilweise verstellt wird – auf der einen Seite das Remstal, auf der anderen das Filstal. Von der Burganlage der Staufer sind leider nur noch Mauerreste übrig.

Die Bewirtschaftung auf dem Hohenstaufen kann man übrigens getrost vergessen. Das ist mehr oder weniger ein Kiosk mit angeschlossener Kombüse für Würstle & Co. Wir haben dann noch im Ort Hohenstaufen das Panoramahotel „Honey-Do“ gefunden (echt wahr!!!!). Das verströmte aber dermaßen eine Seniorenheim-Atmosphäre, dass wir  wieder ins Auto gestiegen sind. Schließlich sind wir im altehrwürdigen Cafe Berner in Göppingen gelandet. Der Kuchen war wirklich sehr lecker. Ansonsten kann man aber Göppingen auch getrost in die Reihe „Öde Orte“ stecken.

Weitere Links:

Das Stauferland: mit Tourenvorschlägen, Adressen etc.

Informativer Zeitungsartikel zum Hohenstaufen