Schlagwort-Archive: Food

Nicht-Geburtstag

Am Sonntag habe ich Nicht-Geburtstag gefeiert mit dem gleichnamigen Törtchen (vorne links, genauer gesagt heisst es „Wunderland – Heute feiere ich meinen Nicht-Geburtstag“). Der Nichtgeburtstag sind alle 364 Tage im Jahr an denen man nicht Geburtstag hast. So lässt es sich leben!

Entdeckt haben wir diese Leckereien bei einem rutschigen Sonntagsspaziergang quer durch den Stuttgarter Westen. Ursprünglich wollten wir ja zur neuen Patissierie „Meister Lampe“. Hier verkauft die Konditormeisterin Tomomi Sugimoto, die jahrelang die Patissierie im Breuniger gemacht hat, ihre süßen Kreationen nach französischer Pâtisserie-Kunst. Und wir sind schon einige Male schwach geworden.

Aber dann sind wir zufällig über „tarte und törtchen“ gestolpert, keine hundert Meter entfernt, und waren sofort begeistert. Ein ganz liebevoller kleiner Laden, wo man morgens auch kurz ein französisch-italienisches Frühstück im Stehen einwerfen kann.  Die junge und süüüsse Patissiere Aline John hat uns mit Freude von sich erzählt und zeigte uns auch ihre kleine aber feine Backstube. Sie legt großen Wert auf regionale Produkte, die weitgehend auch Bioware sind. Ihre Kreationen sehen nicht nur bezaubernd aus und tragen nicht nur phantasievolle Namen wie „Rote Zora“ , „Zweikäsehoch“ oder „Sumpf au Chocolat“, sondern schmecken auch formidable!

Tja, obwohl der Name ja eigentlich Programm wäre, werden wir wohl „Meister Lampe“ untreu werden müssen.

Hier ein Zeitungsbericht von Aline John, die „tarte und törtchen“ macht.

Iras Kitchen

Nach langer Zeit waren wir mal wieder bei Ira & Oliver in Kassel. Und das bedeutet immer, es sich gut gehen lassen. Auch kulinarisch. Es war mal wieder der Wahnsinn, was Ira so alles nebenher gebruzzelt und gerührt hat!

Am ersten Abend gab es Lammragout mit Lavendel. Oberoberlecker! Allein damit könnte man ein Restaurant betreiben. Echt wahr. Das Fleisch butterzart, die Sauce aromatisch, hmmm. Vermutlich ist der Aga Herd, Iras langjähriger „Mitbewohner“, das unverzichtbare Instrument für den speziellen „gout“, oder? Zum Nachtisch gab es dann Mitbringsel von uns aus der Dessertabteilung des Daimaru-Kaufhauses in Kyoto. Da wir keine Ahnung hatten, was wir da essen und weder die Verpackung, noch das Aussehen, noch der Geschmack uns wirklich weiter geholfen haben, hat Ira die Verpackungen fotografiert und zu Megumu nach Japan gesandt. Und sie hat prompt geantwortet: Der schwarze Block ist Yokan, eine rote Bohnenpaste, die schlichtweg nach NICHTS schmeckt. Auch eine interessante Erfahrung. Das gelbe Glibberteil ist aus Yuzu kreiert, das hatte immerhin mal einen interessanten, fruchtigen Geschmack. Das dritte war eine gefüllte Oblate, irgendwie auf Miso-Basis. Michel philosophierte bei der Gelegenheit wie wichtig Textur in der japanischen Küche sei. Falls jemand Interesse hat, sich weiter damit auseinander zu setzen, ist hier ein Link. Letztlich fand ich die Verpackungen am Besten, das Auge isst halt bekanntlich mit.

Am zweiten Tag gings kulinarisch weiter, mit einer leckere Tomatensuppe mit Gorgonzolasahne und anschließend Kräutermatjesfilets mit Kürbisgemüse. Die Matjes sahen toll aus, allerdings sind sie leider nach wie vor nicht mein Ding. Da kommen dann doch wieder die Fischautoerinnerungen hoch!  Aber die anderen waren begeistert. Und zum Nachtisch wurde eine Flugananas aus Ghana angeschnitten, bei der mir die Verkäuferin versichert hatte, dass sie jeden Cent wert seid. Stimmt.

Ach, und nicht zu vergessen: Ira und Oliver haben für uns auch ihre kostbaren Burgunder-Kellerbestände geplündert. Es war wunderbar. Vielen Dank nochmal!

Schöne Bescherung

Ich hätte es wissen müssen: Den Gemüsehändler meines Vertrauens (er heisst „Reinhard“ – wir sind mittlerweile per Du ;-)) zu fragen, wann es denn gut sei, Erdbeeren für Marmelade einzukaufen, kann nur als Ergebnis haben, daß ich sofort welche kaufen. Und zwar nicht nur die geplanten 1 kg, sondern 2,5 kg! Er hat mich zu seinem VW Bus geführt, die hintere Tür geöffnet und ich war sofort erlegen – den Erdbeeren natürlich. Aber ernsthaft: wer kann bei 2 Euro pro Pfund widerstehen (ohne selbst den Buckel krumm zu machen), zumal ja der große Regen angekündigt war und damit die traurige Aussicht auf wässrige Beeren, Schneckenfraß und horrende Preise… Gesagt, getan.

Daraus hab ich natürlich ein kleines Projekt gemacht. Erst mal hab ich recherchiert, was Henning letztes Jahr zu diesem Thema gesagt hat, außerdem hatte ich gehofft, daß Su das Rezept von C. Ferber hier veröffentlicht hat (siehste mal!!) und dann 3 Rezepte ausgewählt:

  1. Frau Witzigmanns Rezept (mit Orangensaft, pürierten Erdbeeren und 3:1 Gelierfix-Mischung), dann
  2. Erdbeeren mit Limettenschale (da hab ich dieses neue Erdbeer-Gelierfix 2:1 verwendet – verzeih mir, Henning!) und dann ist immer noch die
  3. Französische Erdbeermarmelade am Machen, die 3 Tage Zubereitung benötigt, mit normalem Zucker, und Minze als Kick

Ihr seid herzlich zu einer Blindverkostung eingeladen!!

Numero 1 (links) und 2 (rechts) haben uns heute morgen auf alle Fälle sehr geschmeckt. Die Farbe der Numero 2 ist aber schöner rot, ich würde aber das nächste Mal noch mehr Limettenschale verwenden. Ich wünsche sie mir etwas dominanter.

Apropos: Ich hab gestern auch Holunderblüten gesammelt. Jetzt stehen hier 6 l in großen Gläsern rum, die ich ebenfalls morgen abfüllen muß. Und außerdem hab ich mir vorgenommen, auch noch eine Erdbeer-Himbeermarmelade zu machen.

P.S.: Die Rezepte werde ich natürlich hier nachreichen.

P.P.S.: Ich sollte in die Holunderblütensirup-Produktion einsteigen. Wir haben heute in Weil der Stadt welchen für 9,50 Euro je 0,7 l gesehen. Wahnsinn.

Best Sushi in Town!

Also für alle, die Sushi und Sashimi mögen: Das Kikuya ist eine tolle neue Adresse. Wir haben dieses japanische Restaurant in der Calwer Strasse an unserem Hochzeitstag gestern ausprobiert. Man sitzt an einem langen Tisch auf dem Boden bzw. einer kleinen Bank, natürlich die Schuhe ausgezogen. Rückengeplagte bekommen auch eine Lehne.

Zunächst gab es die traditionelle Misosuppe (sehr gut), dann eine Kollektion Sushi & Co., die unglaublich lecker waren. Ich glaube die Besten, die ich je gegessen habe. Schließlich haben wir jeweils noch einen kleinen Fischgang gewählt, der gut war aber auch nicht der Burner.  Ich fand den Lachs ziemlich trocken. Michel meint, die Japaner können Fisch nur roh oder trocken kochen…. Stimmt das, Ira?? Auf einen Nachtisch wie das angebotene Sesameis mussten wir leider verzichten, weil wir pappsatt waren.

Anscheinend hat der Sushi-Koch über 30 Jahre Erfahrung „round the world“ auf dem Buckel. Ich glaub das sofort. Und übrigens: es gibt auch eine Take Away Karte. Praktisch direkt neben der S-Bahn-Haltestelle.

Leider musste dafür ja das australische Restaurant weichen – wobei ich ehrlich gesagt nur einmal dort gegessen hab.

Hier eine Restaurantkritik des PRINZ

 

Herrgoddsbscheißerle

Es waren biblische Ausmaße: Maultaschen über Maultaschen – aus 2,5 kg Nudelteig! Wir waren am Karfreitag bei den Jungs eingeladen, sie zu verschmausen. Hier seht ihr die Maultaschenproduktionsstraße. Ich wollte Euch das unbedingt posten. Zuerst gab es sie in der selbstgemachten Fleischbrühe und dann im zweiten Gang geschmelzt mit Kartoffelsalat. Wir haben nur den Nachtisch mitgebracht: die ersten Erdbeeren, Rhabarberkompott und Sahne.

Und sie waren so lecker, daß ich nun auch versuchen muß, das Rezept von Thomas´Mama zu ergattern.

Post aus Afrika

Ein verspätetes Geburtstagsgruss kam die letzten Tage von Inge. Dafür haben wir uns aber um so mehr gefreut, hat sie uns doch ein paar Fotos geschickt vom letzten Jahr, als wir Michels Geburtstag in Kassel nachgefeiert haben – im äthiopischen Restaurant Abessina. Ehrlich gesagt finde ich die äthiopische Küche kulinarisch gesehen nicht besonders raffiniert. Eher was für Zahnlose … mit diesem gräulichen Injera und den diversen Breien und Currys dazu.

Dennoch finde ich, ist es was Besonderes in einem afrikikanischen Restaurant zu essen und insofern, kann man das 1mal im Jahr wirklich geniessen. Und hier im Abessina habe ich das erste Mal eine äthiopische Kaffeezeremonie mit gemacht – von dieser stammt auch das spektakulräe Handykamerafoto von Inge.  So muss man sich das auch vorstellen, es dampft und qualmt mehr oder weniger eine Stunde lang ganz lecker nach frisch gerösteten Kaffeebohnen, zwischendrin gibt es den ersten, zweiten, dritten Aufguß des Gebräus. Alles sieht ein bisschen nach Vodoo aus, während die Matrone des Hauses (wissentlich?zufrieden?) in sich hineinlächelt. Der Kaffe schmeckt wie man Kaffee noch nie geschmeckt hat – auf alle Fälle sehr lecker.

Also an alle, die diese Zeremonie noch nicht kennen: unbedingt mal machen! Hier zum Nachlesen wie so eine Kaffeezeremonie abläuft.

Und wer sich für die Welt des Kaffees interessiert, hier ein Link zu Maskal – ein Shop samt Blog. Der Typ macht sogar Kaffee-Forschungsreisen z.B. auch nach Äthiopien und berichtet darüber in seinem Blog. Unglaublich.

Augmented Reality beim Saal-Griechen

Was für eine „Headline“, gell? Nun, gestern war „Andi in town“ und wir sind mit ihm ins Stuttgarter Bohnenviertel (interessante Website zur Geschichte des Bohnenviertels!) zum sogenannten „Saal-Griechen“ in der Brennergasse marschiert. (Ich hab grade gelesen, dass diese Gasse früher die Judengasse war) In echt heißt der eigentlich Taverne Odyssia, aber Saal-Grieche sagt eigentlich alles, oder? Das Bohnenviertel selbst, jenseits der großen B14, lassen wir ja leider viel zu oft von uns links liegen, obwohl dieses Viertel mit seinen kleinen schmucken Häusle echt sehr viel Atmosphäre hat.

Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen und es gab viel zu erzählen. Wenn Michel allerdings Andi trifft, hält er es irgendwas nicht mehr aus und er muß ihn nach den neuesten „Apps“ fürs iPhone fragen. Michel hat weder das eine noch das andere – sein unerfüllter Traum! Aber was wäre Michel ohne seine Wünsche und Projekte…!

Andi hat uns diesmal nicht nur gezeigt, wie unser Blog auf dem iPhone aussieht (echt gut!), sondern eine „Augmented Reality“ Anwendung. Ich musste auch erst mal googlen, obwohl mir das Stichwort noch aus Fraunhofer Zeiten im Ohr klingelt, aber zu lange her… Falls das jemand von Euch interessiert, hier beim Elektrischen Reporter gibts ein ganz gutes kurzes Video dazu, wie ich finde. Da kann einem durchaus auch etwas bang werden… Aber dieses App war ganz harmlos: Andi hat mit seinem iPhone sozusagen seinen Standort gescannt und es wurden dann andere Adressen z.B. Restaurants in der Nähe eingeblendet, deren Informationen man natürlich dann auch abrufen kann.

Wie immer mit Andi: ein sehr plauschiger, entspannter Abend. Gerne immer wieder!!

Tarte à la maison

Die „Boulangerie des Tilleuls“ ist eine wunderbare Adresse in Faucun! Die Bäckerei backt nur Brote und Tartes – je nach Saison. Ein wunderbarer Duft, wenn man den Raum betritt. Am liebsten möchte man sofort von allen Kuchenblechen naschen. Faucun selbst ist übrigens ein sehr nettes Bergdorf in der Drome Provencale, neben der Boulangerie gibt es in Faucun bzw. dem Nachbarort Puymeras ausgezeichneten Cotes du Rhone Wein.

Wir waren mittags oft in der Boulangerie für die Plat du Jour z.B. Lamm mit Bratkartoffeln oder eine der oberleckeren Tartes mit Salat und etwas Paté – und dann geniessen unter dem Dach der Kastanienbäume. Abschließend noch eine süsse Tarte citron oder mit Aprikosen, Kirschen, Pfirsichen – und nochmal eine Tarte eingepackt zum Mitnehmen! Von Jean und Catherine haben wir später erfahren, dass diese Bäckerei als die Beste in der Region gilt – zurecht. Mensch, es wird Zeit, mal wieder eine Tarte zu backen!

„Wie das Wetter zu Johanni war…

… so bleibt es viele Tage gar.“ Ja dann. Her mit dem Sommer.

Am heutigen Johannistag verabschieden wir uns vom Spargel und Rhabarber. Seufz.  Da kommt ja mein Marmeladenrezept genau richtig 😉  (Höchstens man macht es wie Henning, dann können einem ja irgendwelche Stichtage wurscht sein – Hauptsache die Gefriertruhe brummt, gell?) Den Rezeptipp hab ich von Ingrid – und ich finde die Marmelade wirklich sehr lecker. Weil mir Himbeeren noch zu teuer waren, habe ich gefrorene gekauft. Das funktioniert auch prima, finde ich.

Erdbeeren-Himbeeren-Rhabarber-Marmelade
mit einem Schuss Pernod

  • 500 gr Rhabarber
  • 800 gr Erdbeeren
  • 400 gr Himbeeren
  • 1 Limette
  • 3 EL Pernod
  • 1 Vanilleschote
  • 800 gr Gelierzucker 2:1

Rhabarber putzen und in feine Scheiben schneiden. Erdbeeren putzen und klein schneiden. Limette auspressen.

Rhabarber, Erdbeeren, Himbeeren, Limettensaft in einen großen Topf geben. Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herauskratzen und zu den Früchten geben. Den Gelierzucker darüber streuen und umrühren. (Besser wäre es den Gelierzucker vorzuwärmen z.B. im Backofen.) Die Früchte unter Rühren aufkochen und dann mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei ständig umrühren.

Pernod zum Schluß zugeben. Marmelade in heiß ausgespülte Schraubdeckelgläser füllen. Gläser sofort verschließen und 5 Minuten umgedreht stehen lassen.

Bei mir ist die Marmelade ziemlich läbbrig – wie meistens übrigens. Gibt es denn ein besseren Trick als diese blöde „kalte Teller Prüftechnik“??

Hier ist übrigens meine Quelle. Ich habe allerdings nicht 3:1 sondern 2:1 Gelierzucker rein. Und ich habe den Pernod nicht verkochen lassen.

Ich hoffe jetzt natürlich sehnsüchtig auf ein 3faches-Chapeau vom Konfitürenmeister hier in der Runde!!!!

Nicht nur Fisch und trotzdem animalisch

Heute waren wir im Telegraph Pub in Takaka – wir geniessen das lange Wochenende da Queen’s Birthday gefeiert wird. An diesem Wochenende war auch das grosse Boar-Hunting (Wildsau jagen) dass hier doch noch recht „animalisch“ abgeht. Man jagt die Sau mit Hunden und ersticht sie einfach mit einem Messer! Kein geballere und so. Anyway, wir waren heute bei der Preisverleihung (schwerste Sau, beste Sau etc. – weiss der Deivel was die alles kuehren) – DANACH sind dann viele der Wildsaeue verkauft worden – hier konnte ich nicht wiederstehen und habe bei einem richtig netten halb-jaehrigen zugeschlagen. Nach dem zerlegen haben wir noch ein Wildschwein Goulash gemacht – und da schon festgestellt, das Fleisch ist der Hammer. Also Gudrun, den oberen Ruecken mariniere ich gerade fuer morgen (in einem Rotwein, Knowblauch, Lorbeer, Koriander, Kreuzkuemmel, Sahne Sud mit Pfeffer und Birne…) – ABER es ist noch genuegend da, dass Du Dich auch austoben kannst.